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Photo: © Simon Atzbach | augwerk.de

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Ingo H. Warnke & Julia Nintemann: Kontinuitäten erinnern - Zur Problematik einer multidirektionalen Analyse der Lexik des 20. Jahrhunderts

In einem gemeinsamen Projekt des IDS – Leibniz-Instituts für deutsche Sprache, der Universität Paderborn und der Universität Bremen sollen die sprachlichen Dimensionen von Heterophobie und Nationalismus in einer Diskursgeschichte von 1880 bis 2020 untersucht werden. Ein solches Projekt, das über das linguistische Interesse an kommunikativen Praktiken im Nationalsozialismus deutlich hinausweist, bezieht sich nicht zuletzt auf den deutschen Kolonialismus und die Frage, ob es eine koloniale Sprache gibt (und wenn ja welche) und vor allem, welche Traditionen und Persistenzen diese ggf. besitzt.

Die Erweiterung des Fokus über den NS hinaus bedeutet für die Tagung dabei, sich mit zwei Problemfeldern zu befassen: (1) Mit der Frage, ob es Sprachgebrauchskontinuitäten gibt, die in den NS hineinwirken und darüber hinaus ggf. Aktualität besitzen. (2) Wie das 20. Jahrhundert erinnert werden kann bzw. sollte.

Zur Frage der Kontinuitäten gibt es eine breite Diskussion, an die ein Projekt zur heterophoben und nationalistischen Sprache des 20 Jahrhunderts anschließen muss. Gründer (2012: 270) etwa spricht, bei aller Differenziertheit des historischen Blicks, von einer "Verbindungslinie von den alldeutsch-imperialistischen, ebenfalls rassistischen kolonialen Siedlungsideologen des Kaiserreichs zu den neuen kontinentalen, extrem rassistischen Expansionisten". Zur Frage der angemessenen Erinnerung ist Rothbergs (2009) Konzept der Multidirectional Memory zentral.

Sowohl die Frage nach Kontinuitäten als auch die Frage nach dem Erinnern stehen im Zentrum des geplanten Projekts. Die keineswegs einfach zu beantwortende Leitfrage lautet: Welche Sprachdaten werden aufgrund welcher Überlegungen zu möglichen Kontinuitäten in einer Diskursgeschichte von 1880 bis 2020 in den Blick genommen und wie wird dabei das 20. Jahrhundert selbst erinnert?

Im Vortrag sollen nun einige wichtige, entsprechende Bezugskonzepte und Positionen zu Kontinuitäten in den NS und darüber hinaus sowie zum multidirektionalen Erinnern referiert und beispielhaft anhand erster Analysen nachvollziehbar gemacht werden.

 

Literatur

- Gründer, Horst (2012): Geschichte der deutschen Kolonien. 6., überarbeitete und erweiterte Auflage. Paderborn.

- Rothberg, Michael (2009): Multidirectional Memory. Remembering the Holocaust in the Age of Decoloniazation. Stanford.