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Foto: © Simon Atzbach | augwerk.de

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Hajo Diekmannshenke: Mitteilen oder Verschweigen? Kommunikative Strategien in Feldpostbriefen aus der Zeit des Nationalsozialismus

In unserer alltäglichen Kommunikation stehen wir immer wieder vor der Frage, ob wir etwas mitteilen oder ob wir es lieber verschweigen sollen. In solchen Fällen bedienen wir uns u.a. des Andeutens, z.B. wenn in einer Art Insiderkommunikation ein solches Andeuten für das Verständnis ausreichend ist, oder des Verrätselns, wenn Außenstehenden das Verstehen erschwert und/oder Kommunikationspartner*innen zum Nachdenken angeregt werden sollen. Auch das politische Kabarett und die politische Satire bedienen sich gern dieser Strategien. Das Verschweigen stellt dagegen die Verweigerung des Mitteilens dar. Unter spezifischen politischen Bedingungen, wie sie z.B. in autoritären Systemen herrschen und in denen eine offene Kommunikation existenzbedrohend sein kann, sind solche kommunikativen Handlungen weit verbreitet (und wurden teilweise auch schon linguistisch untersucht).

Feldpostbriefe aus der Zeit des Nationalsozialismus stellen nun einen besonderen Untersuchungsgegenstand dar, werden sie zum einen in einem solchen autoritären Herrschaftssystem geschrieben, denn das NS-Regime duldet abweichende politische Meinungen allenfalls in einem sehr engen Bereich und verfolgt oppositionelle Meinungen umso härter. Zum anderen werden diese kommunikativen Einschränkungen mit Beginn des Kriegs durch die militärisch bedingte Zensur der Feldpost verschärft, wobei neben der rein militärisch bedingten Zensur auch von einer ideologisch bedingten Zensur gesprochen werden muss. Zusätzlich wird dieser ‚kommunikative Druck‘ durch die individuelle Lebensbedrohung durch den Kriegsalltag gesteigert, sowohl für die Soldaten als auch für die Familie, Verwandten und Freude in der Heimat.

In diesem Beitrag soll anhand ausgewählter Beispiele gezeigt werden, wie die Schreiber*innen mit dieser dreifachen Beschränkung umgehen und mit welchen sprachlichen Mitteln diese kommunikativen Handlungen in den Feldpostbriefen realisiert werden.

 

Literatur

- Diekmannshenke, Hajo (2011): "Feldpostbriefe als linguistischer Forschungsgegenstand". In: Didczuneit, Veit/Ebert, Jens/Jander, Thomas (Hg.): Schreiben im Krieg – Schreiben vom Krieg. Feldpost im Zeitalter der Weltkriege. Essen: 47-59.

- Gätje, Olaf (2016): "Verschlüsseln, verrätseln, verschweigen". In: Jäger, Ludwig et al. (Hg.): Sprache – Kultur – Kommunikation. Ein internationales Handbuch zu Linguistik als Kulturwissenschaft. Berlin/Boston: 411-421.

Humburg, Martin (1998): Das Gesicht des Krieges. Feldpostbriefe von Wehrmachtssoldaten aus der Sowjetunion 1941-1944. Opladen/Wiesbaden.

Pappert, Steffen/Schröter, Melanie/Fix, Ulla (Hg.) (2008): Verschlüsseln, Verbergen, Verdecken in öffentlicher und institutioneller Kommunikation. Berlin