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Foto: © Simon Atzbach | augwerk.de

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Nina-Maria Klug: „Unsere mütterliche Aufgabe besteht auch mit darin, dem Vaterlande Männer zu geben, - keine Waschlappen". Multimodale Chronoreferenzen als Basis weiblicher Identität in der NS-Frauenwarte.

Die „NS-Frauenwarte“ war „Die einzige parteiamtliche Frauenzeitschrift“ in nationalsozialistischer Zeit. Sie erschien vom Sommer 1932 bis ins Frühjahr 1945 und erreichte im Jahr 1939 eine Auflagenstärke von 1,5 Millionen Ausgaben pro Heft (Döhring/Feldmann 2004, 89). Die Zeitschrift ist damit als wichtiges parteilich kontrolliertes Sprachrohr eines in das System integrierten weiblichen Schriftstabs zu verstehen (vgl. Koszyk 1972, 383; Bensow 2016, 118), das von kommunikativen Praktiken (vgl. Hörning 2004, 33; Schmidt 2012, 10) der öffentlichen Konstruktion, Aneignung und Tradierung einer weiblichen Identität zeugt, die sich in der strikt patriarchalen, von einer klaren Geschlechterhierarchie gekennzeichneten Ordnung des nationalsozialistischen Regimes verortet.  
Im Beitrag soll herausgearbeitet werden, wie der positiv-deontische Hochwert nationalsozialistischer weiblicher Identität insbesondere durch multimodale Chronoreferenzen, d.h. kommunikative Bezugnahmen auf abwesende Zeiten (Landwehr 2016) entwickelt und zu festigen versucht wurde, die keineswegs auf sprachliche Vor- und Rückverweise beschränkt bleiben und das Konzept einer Soldaten-Mutterschaft etablieren, welches Frauen nicht nur eine „subjektiv empfundene Machtposition“ in der Gesellschaft ermöglichte (Decken 1988, 260), sondern sie auch in die Lage versetzte, an Männlichkeits-Diskursen der Zeit zu partizipieren.


Literatur (in Auswahl)

- Bensow, Laura (2016): „Frauen und Mädchen, die Juden sind euer Verderben!“ Eine Untersuchung antisemitischer NS-Propaganda unter Anwendung der Analysekategorie Geschlecht. Hamburg.
- Decken, Godele von der (1988): Emanzipation auf Abwegen. Frauenkultur und Frauenliteratut im Umkreis des Nationalsozialismus. Frankfurt a.M.
- Döhring, Kirsten/Renate Feldmann (2004): Von „N.S. Frauen-Warte“ bis „Victory“: Konstruktionen von Weiblichkeit in nationalsozialistischen und rechtsextremen Frauenzeitschriften. Berlin.
- Hörning, Karl H. (2004): Soziale Praxis zwischen Beharrung und Neuschöpfung. Ein Erkenntnis- und Theorieproblem. In: Karl Hörning/Julia Reuter (Hrsg.): Doing culture. Neue Positionen zum Verhältnis von Kultur und sozialer Praxis. Bielefeld, 19–39.
- Klug, Nina-Maria (2021): (Afro)Deutschsein. Eine linguistische Analyse der multimodalen Konstruktion von Identität. Berlin/Boston.
- Koszyk, Kurt (1972): Deutsche Presse 1914-1945. Geschichte der deutschen Presse, Teil III. Abhandlungen und Materialien zur deutschen Publizistik, Bd. 7. Berlin.
- Landwehr, Achim (2016): Die anwesende Abwesenheit der Vergangenheit: Essay zur Geschichtstheorie. Frankfurt a.M.
- Lautenschläger, Sina (2018): Geschlechtsspezifische Körper- und Rollenbilder. Eine korpuslinguistische Untersuchung. Berlin/Boston.
- Schmidt, Robert (2012): Soziologie der Praktiken. Konzeptionelle Studien und empirische Analysen. Berlin.