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Sprachlernberatung speziell für Outgoings

Ob es sich um die Unterrichts- oder Landessprache handelt (in Ländern wie Schweden oder Polen wird meist auf Englisch unterrichtet), ein Auslandssemester hat ohne Frage viel Potenzial! In einer authentischen Umgebung haben Sie reichlich zielsprachigen Input und viele Lerngelegenheiten. Leider wird dieses Potenzial oft überschätzt und nicht hinreichend ausgenutzt1.

Auch wenn der Kontext „Ausland“ nur eine Teilvariable für Ihren Sprachzuwachs ist, gibt es gewisse Unterschiede zwischen der Heimatumgebung und dem Ausland.

4 Beispiele:

Planbarkeit

Bei Kommunikationssituationen im Ausland ist der Grad der Planbarkeit niedriger, Sie werden z.B. unerwartet in der Uni oder auf der Straße angesprochen.
-> Mögliche Vorbereitung darauf: Spontaneität trainieren (das ist möglich!), Vorwissen aktivieren, Kompensationsstrategien mit Lern-/Tandempartner einüben

Ganzheitlichkeit

Bei Kommunikationssituationen im Ausland ist der Grad der Ganzheitlichkeit höher. Sie kaufen z.B. tatsächlich im fremdsprachigen Geschäft ein, statt es nur zu unter didaktisch reduzierten Bedingungen zu simulieren.
-> Mögliche Vorbereitung darauf: verschiedene Sinne/Kanäle (Sehen, Hören, Handeln…) beim Lernen einsetzen

Feedback

Bei Kommunikationssituationen im Ausland ist der Grad an Feedback/Korrektur  niedriger, da Muttersprachler im Zielland sind i.d.R. keine Sprachdozenten und weniger sprachsensibel sind.
-> Mögliche Vorbereitung darauf: Strategien zur Verständnissicherung einüben, z.B. Rückfragen in der Zielsprache, ob man sich korrekt ausgedrückt hat

Tempo

Bei Kommunikationssituationen im Ausland sind das Tempo und der Kommunikations- sowie Anpassungsdruck höher, z.B. in Vorlesungen.
-> Mögliche Vorbereitung darauf: Schnelles Notieren trainieren oder Wortschatz für sehr wahrscheinliche Gesprächssituationen aneignen

ABER: Den größten Ausschlag beim Spracherwerb geben individuelle Unterschiede zwischen Lernern (wie z.B. Motivation, Kommunikationsfreude) und entsprechende Aktivitäten. Deshalb ist auch eine individuelle Sprachlernberatung im Vorhinein die beste Wahl. Und so geht’s…

1 vgl. auch die Studie von C. Braun (2010), deren Hauptergebnisse in den „Empfehlungen für Outgoings“ zu finden und mit Zitaten aus Interviews des ZfS mit ehemaligen Outgoings ergänzt sind.

Empfehlungen für Outgoings

1. Machen Sie sich zunächst klar, dass für sprachliche Fortschritte zusätzliche Arbeit zu investieren ist. Ein Wechsel der Lernumgebung wirkt nicht per se lernfördernd!
  • „Kleine Fortschritte macht man automatisch, z.B. Wörter aufnehmen, die man immer wieder sieht. Aber damit die Fortschritte wirklich nachhaltig sind und damit man sich richtig verständigen kann, muss man selbst aus sich herausgehen und nicht nur auf sich wirken lassen, sondern auch aktiv mitmachen. Also entweder aktiv mit dem Mitmenschen kommunizieren, aber auch das, was man nebenbei aufnimmt, auch umsetzen und in einem größeren Zusammenhang einsetzen.“
  • „Das Automatische ist eher, wenn man z.B. in der Stadt war und da was gehört hat; je mehr man verstanden hat, desto mehr hat man auch den anderen Personen zugehört.“
  • „Damit nicht alles verloren geht, sollte man sich hin und wieder an die Grammatik setzen.“ 
2. Führen Sie schon vor dem Auslandssemester intensive Sprachlernaktivitäten durch.
  • „Auf jeden Fall schon vorab was lernen, weil’s einfach vieles erleichtert.“
  • „Wenn ich erst im Ausland mit den Basics anfange, dann kann ich nachher ‚Hallo, wie geht’s?‘ und ‚Tschüss‘ sagen. Wenn man vorbereitet ist, kann man die Basics direkt anwenden. Das ist ja auch höflich den Menschen gegenüber.“
  • „Wenn man im A1/A2-Bereich ist, würd ich mir schon ein paar Vokabeln angucken. Nutzt die Angebote, die wir hier an der Uni haben, über die ich mir jetzt leider im Nachhinein erst richtig bewusst geworden bin.“
  • „Hier schon in diese Flüssigkeit zu kommen, damit man dann nicht auf einmal da steht, so wie ich an der Bushaltestelle und denkt ‚Verdammt, wie fragst du jetzt, in welche Richtung der Bus fährt?‘, das beruhigt einen dann auch.“
3. Legen Sie den Qualifizierungsakzent (auch) auf bewusste behaltenswirksame Wortschatzarbeit.
  • „Wenn ich unterwegs war und ein neues Wort aufgeschnappt hab, das im Alltag wichtig sein könnte, hab ich es notiert und später nachgeschaut. Ich dachte mir, wenn ich das Wort jetzt nicht weiß, dann wenigstens fürs nächste Mal. Nachher habe ich auch ein Fotoalbum erstellt und die neuen Wörter eingefügt.“
  • „Für einfache Kommunikationsmittel wie Begrüßungen oder  Jahreszahlen hab ich zum Beispiel Mind Maps oder Plakate gemacht; Monate/Zahlen dann als Tabellen und dann teils an die Wände geklebt, weil man dann dran vorbeiläuft und es auch zwischendurch automatisch lernt.“  
4. Praktizieren Sie im Ausland regelmäßige Schreibaktivitäten.
  • „Ich habe beim Verfassen von Essays meine mit anderen wissenschaftlichen Texten verglichen, ob die Struktur so richtig sein kann oder nicht und auch im Internet oder in Fachbüchern nachgeschaut.“
  • „Man musste in Vorlesungen halt tatsächlich alles mitschreiben, es gab keine visuelle Unterstützung.“
  • „Wenn ich unterwegs war und ein neues Wort aufgeschnappt hab, das im Alltag wichtig sein könnte, hab ich es notiert und später nachgeschaut. Ich dachte mir, wenn ich das Wort jetzt nicht weiß, dann wenigstens fürs nächste Mal. Nachher habe ich auch ein Fotoalbum erstellt und die neuen Wörter eingefügt.“ 
5. Steigern Sie die sprachliche Wertschöpfung Ihres Auslandsaufenthaltes, indem Sie sich selbst und Ihre Sprachaktivitäten beobachten.
  • „Ich hab versucht, den Leuten zuzuhören und drüber nachzudenken, was die sagen. Z.B. hab ich auf Unterschiede in der Aussprache geachtet, einfach damit mein Kopf sich mit der Aussprache beschäftigt und ich das besser aufnehmen kann.“
  • „Ich habe gemerkt, dass ich viel durch Imitation gelernt hab.“ 
6. Nehmen Sie jede Möglichkeit zur (interaktiven) Kommunikation wahr; warten Sie nicht das ganze Semester auf die perfekte (Kommunikations-)Situation.
  • „Ich bin z.B. in einem Laden von der Verkäuferin angesprochen worden auf meinen Akzent. Dadurch sind wir ins Gespräch gekommen und haben uns auch später immer im Laden unterhalten.“
  • „Sprechen ist einfach das A und O, das hab ich selbst gemerkt. Irgendwann kommt der Punkt – der kommt oft leider, leider sehr, sehr spät –, wo man nicht mehr darüber nachdenkt und sich das nicht mehr so im Kopf zurechtlegt. Bei mir war das kurz bevor ich gegangen bin, so im 5. Monat.“
  • „Reden, reden, reden, reden, reden, egal mit wem: Dozenten, Studenten, im Alltag mit Leuten im Geschäft, im Bus…“
  • „Zum Beispiel im Geschäft: ‚Wo finde ich das, wo finde ich das…?‘, mal nach dem Weg fragen etc. Einfach mal seine Hemmschwelle überwinden und sich einfach mal trauen, nachzufragen. Dann erfährt man vielleicht auch positive Resonanzen, sodass man sich mit der Zeit besser und mehr verständigen kann. Also dass auch andere einen besser verstehen.“
  • „Im Laden nachfragen oder etwas bestellen, da konnte man auch sein Italienisch benutzen. Ich hab auch versucht, privat was auf Italienisch zu lesen.“
  • „Man kann seine Sprachkenntnisse im Ausland anders nutzen als in Deutschland. Hier wird man nicht ständig im Alltag mit der Sprache konfrontiert, im Ausland habe ich überall die Möglichkeit dazu. Ob Busfahrplan oder Restaurantkarte – es bietet sich halt super an.“ 
7. Es ist keine Katastrophe, wenn Sie nicht sofort Muttersprachler kennenlernen. Nutzen Sie erst elektronische Medien.
  • „Wir sind ins Kino gegangen, die Filme liefen natürlich in der Zielsprache. Das hilft einem natürlich.“
  • „Wir sind auch sehr häufig ins Kino gegangen und haben natürlich auch über die Filme gesprochen. Das macht man hier zuhause ja auch, hab ich auch vorher gemacht und mach ich auch weiterhin, Serien oder Filme auf Englisch gucken. Ist auf jeden Fall sehr gut fürs Hörverstehen.“ 
8. Führen Sie unbedingt ein Praktikum durch oder suchen Sie sich einen Tandempartner! Das hilft Ihnen, verbindliche und regelmäßige Kontaktpunkte zu Muttersprachlern aufzubauen.
  • „Tandempartner find ich auch super hilfreich. Dadurch kann man auch eher Umgangssprachliches lernen, Redewendungen und so.“
  • „Damit man dann einfach dieses Typische mitbekommt. Dann ist man noch mehr damit konfrontiert [wenn man mit Muttersprachlern zusammen wohnt].“
  • „Ich hab auch an einem Sprachinstitut Deutsch unterrichtet und mich vorher mit den Kids dort oder mit meiner Chefin auf Spanisch unterhalten.“
  • „Wir haben auch beim Sport mitgemacht, da lernt man auch andere Leute in einer ganz anderen Situation kennen.“
  • „Man fühlt sich auch sozial eher ausgegrenzt, wenn man eine Sprache nicht kennt. Deswegen würd ich auch sagen, diese soziale Integration ist auch eine Motivation.“
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