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Konzerte im Juli 2017:
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Haus Neuland Gruppenfoto "Hoch die Instrumente"
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Konzerte im Juli 2017: Nielsen, Bruch und Brahms

Haus Neuland Gruppenfoto Foto: Clemens Johannigmann

Haus Neuland Gruppenfoto "Hoch die Instrumente" Foto: Clemens Johannigmann

Hochschulorchester Paderborn - Probenwochende in Stapelage 2004

Foto: Universität Paderborn, N.N.

Orchesterbild von Florian Söll

Foto: Universität Paderborn, Florian Söll

Programm

Programm Sommersemester 2017

Konzerte des Hochschulorchesters Paderborn
am 10. und 12. Juli 2017

Carl Nielsen (1865-1931)
+ Eine Fantasiereise zu den Färöern - Rhapsodische Ouvertüre
Max Bruch (1838-1920)
+ Violinkonzert Nr. 1 g-Moll op. 26
Johannes Brahms (1833-1897)
+ Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98

Violine: Gina Keiko Friesicke
Leitung: Steffen Schiel

Vorverkauf (10 € / Schüler+Studenten frei):
+ Vorbestellungen im Service Center (Fon 05251-605040)
+ Vorverkauf im TicketCenter am Marienplatz (Fon 05251-299750)
+ Abendkasse

Nachdem sich das Hochschulorchester Paderborn in den Konzerten des vergangenen Semester ausschließlich dem englischen Komponisten Ralph Vaughan Williams gewidmet hat, erklingt in diesem Semester ein eher nordisch geprägtes Programm: die Rhapsodie-Ouvertüre „Eine Fantasiereise zu den Färöern“ von Carl Nielsen, Max Bruchs 1. Violinkonzert und die 4. Sinfonie von Johannes Brahms.

Der dänische Komponist und Dirigent Carl Nielsen (1865-1931) huldigt in seiner rhapsodischen Ouvertüre „Eine Fantasiereise zu den Färöern“ der zum dänischen Königreich gehörenden Inselgruppe. Verträumte, ausschweifende Passagen wechseln mit schwungvollen Teilen, in denen Nielsen Volksmelodien der Färöer verarbeitet.

Das erste Violinkonzert von Max Bruch (1838-1920) gehört zum Standardrepertoire der Geigenvirtuosen und steht in einer Reihe mit den Violinkonzerten von Brahms und Mendelssohn. Bruch selber war wohl nur anfangs begeistert über den Erfolg dieses Werkes: "Ich kann dies Concert nicht mehr hören - habe ich vielleicht bloß dies eine Stück geschrieben?" Vermutlich liegt die bis heute andauernde Popularität dieses Werkes an seinen besonders ausdrucksstarken Melodien, der klaren Struktur und den schmissigen, einprägsamen Themen des Schluss-Satzes.

Solistin bei den Konzerten des Hochschulorchesters ist die 2002 in Detmold geborene Gina Keiko Friesicke, die bereits im Alter von elf Jahren am Jungstudierendeninstitut der Hochschule für Musik Detmold in die Geigenklasse von Prof.'in Ulrike-Anima Mathé aufgenommen wurde. Sie hat bereits zahlreiche Preise und Konzertauftritte vorzuweisen, u.a. ist sie Preisträgerin des 14. Internationalen Violinwettbewerbes G.P. Telemann in Poznan/Polen im vergangenen März, gewann sie 2016 einen ersten Preis mit Höchstpunktzahl in der Solowertung beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ und einen Sonderpreis der Deutschen Stiftung Musikleben, wurde mit dem „Sparkassen-Förderpreis Solist“ des Landes NRW ausgezeichnet sowie für das Preisträgerkonzert in der Tonhalle Düsseldorf ausgewählt.
Als Solistin debütierte Gina Keiko Friesicke 2014 mit den Leipziger Symphonikern in Eisleben, 2015 mit dem Orchestra of St. Lukes in der Carnegie Hall New York sowie mit der Camerata Prag in der Tonhalle Zürich.
Seit Februar 2017 spielt Gina Keiko Friesicke als Preisträgerin des 25. Wettbewerbs des Deutschen Musikinstrumentenfonds eine italienische Meistergeige von Gianbattista Ceruti, Cremona 1800, aus dem Besitz der Deutschen Stiftung Musikleben.

Den Abschluss des Konzertprogramms bildet die 4. Sinfonie von Johannes Brahms (1833-1897). Anders als Bruchs Violinkonzert wurde dieses Werk von Musikern und Publikum zunächst kritisch beurteilt, Elisabeth von Herzogenberg bezeichnete es gar als „eine kleine Welt für die Klugen und Wissenden“, bereits nach kurzer Zeit wurde die Sinfonie aber stürmisch gefeiert und hat sich ihre Faszination bis heute erhalten.

Die lokale Presse (hier WV und NW) und unser Publikum waren begeistert von unseren engagierten Höchstleistungen.

Programm Wintersemester 2016/2017

Konzerte des Hochschulorchesters Paderborn
am 06. und 08. Februar 2017

Ralph Vaughan Williams (1872-1958)
+ The Wasps - Ouvertüre
+ On Wenlock Edge für Tenor-Solo und Orchester
+ Sinfonie Nr. 5 D-Dur

Tenor: Stephan Boving
Leitung: Steffen Schiel

Vorverkauf (10 € / 6 €): Uni Paderborn, Raum S0.111 (Kunstsilo), Tel. 05251-603570 und Ticket-Center, Marienplatz 2a, Tel. 05251-299750

Das Hochschulorchester Paderborn widmet sich in diesem Semester dem englischen Komponisten und Dirigenten Ralph Vaughan Williams (1872-1958), dessen Werke hierzulande seltener gespielt werden. Eine Ausnahme davon ist die Ouvertüre aus der Schauspielmusik zu „Die Wespen“, einer antiken Komödie des griechischen Dichters Aristophanes. Obwohl die Komödie nicht direkt etwas mit den Insekten zu tun hat - der Griffel eines Richters wird sinnbildlich mit einem Wespenstachel verglichen - hört man doch zu Beginn der Ouvertüre deutlich das Surren der Wespen.

Im Liederzyklus „On Wenlock Edge“ vertont Vaughan Williams Gedichte von Alfred Edward Housman. Anklänge an den französischen Impressionismus, beeinflusst durch Maurice Ravel, und Elemente altenglischer Volksmusik, die „französische Politur“ und seine englische Bodenständigkeit verbindet Vaughan Williams in dieser Komposition.

Die Sinfonie Nr. 5 D-Dur entstand zwischen 1938 und 1943. Vaughan Williams, der zwischenzeitlich neutönerisch dissonante Werke komponiert hatte knüpft hier an seinen früheren romantischen Stil an. Widmungsträger der Sinfonie ist Jean Sibelius, der dazu schreibt: „Ich hörte Dr. Ralph Vaughan Williams’ neue Sinfonie in Stockholm unter der exzellenten Leitung von Malcolm Sargent … Diese Sinfonie ist ein hervorragendes Werk … Die Widmung macht mich stolz und dankbar … Ich frage mich, ob Dr. Williams eine Vorstellung davon hat, welche Freude er mir damit bereitet hat?“

Solist beiden Konzerten des Hochschulorchesters ist der Tenor Stephan Boving, der seit 2015 Dozent für Gesang an der Universität Paderborn ist. Stephan Boving studierte an der Hochschule für Musik Köln bei Edda Moser und Reinhard Leisenheimer. Meisterkurse absolvierte er bei Klesie Kelly, Liselotte Hammes, Kurt Moll und Scot Weir. Nach ersten Engagements am Landestheater Detmold und an den Wuppertaler Bühnen wurde er 2008 Ensemblemitglied der Oper Dortmund, 2012 an der Komischen Oper Berlin. Gastspiele führten ihn u.a. an die Staatsoper Hannover, die Kölner Oper, das Theater Basel sowie die Staatstheater Wiesbaden und Karlsruhe. Darüber hinaus ist Stephan Boving ist langjähriges Fakultätsmitglied der Deutschen Schule am Middlebury College in Vermont/USA.

Auch die lokale Presse (hier WV) war wie unser Publikum fasziniert vom bestechend-ungewöhnlich Britischem

Programm im Sommersemester 2016
Soohong Park, Klavier Andrés Ramírez-Gastón, Violine Jana Telgenbüscher, Violoncello

Konzerte des Hochschulorchesters Paderborn
am 04. und 05. Juli 2016

+ Ludwig van Beethoven: Coriolan, Op.62 Ouvertüre
+ Ludwig van Beethoven: Triple Concerto, Op.56
+ Robert Schumann: Symphony No.3, Op.97 (Rheinische)

Soohong Park, Klavier
Andrés Ramírez-Gastón, Violine
Jana Telgenbüscher, Violoncello
Leitung: Steffen Schiel

Vorverkauf (10 € / 6 €): Uni Paderborn, Raum S0.111 (Kunstsilo), Tel. 05251-603570 und Ticket-Center, Marienplatz 2a, Tel. 05251-299750

Das Hochschulorchester Paderborn unter der Leitung seines Dirigenten Steffen
Schiel präsentiert zum Abschluss des Sommersemesters ein Konzert mit Musik von
Ludwig van Beethoven und Robert Schumann. Nach der Coriolan-Ouvertüre und
dem, besonders für die Solisten äußerst anspruchsvollen Tripelkonzert Beethovens
erklingt in der zweiten Konzerthälfte die berühmte "Rheinische Sinfonie" von
Schumann. Das Solistentrio wird gebildet von der gebürtigen Paderbornerin Jana
Telgenbüscher (Violoncello), Andrés Ramírez-Gastón (Violine) und Soohong Park
(Klavier). Die Konzerte am Montag, 4. und Dienstag, 5. Juli finden im Audimax der
Universität statt, Beginn ist jeweils um 20.00 Uhr.

In diesem Semester widmet sich das Hochschulorchester einem traditionellen,
klassischromantischen Konzertprogramm der Extraklasse. Alle drei Werke des
Konzertabends gehören zu den berühmtesten und besonders häufig gespielten
sinfonischen Meisterwerken.
Mit Beethovens Coriolan-Ouvertüre eröffnet das Hochschulorchester das Konzert,
anschließend spielt sich das Solistentrio beim Tripelkonzert in den Vordergrund.
Jana Telgenbüscher (Violoncello), Andrés Ramírez-Gastón (Violine) und
Soohong Park (Klavier) haben sich während ihrer gemeinsamen Studienzeit
an der Hochschule für Musik Detmold zur kammermusikalischen Triobesetzung
zusammengefunden und erhielten vom "Kölner Klaviertrio" 2012 ein Stipendium.
2015 gewannen sie den 1. Preis des Auryn Quartett-Wettbewerbs der Hochschule
für Musik Detmold.
Beethoven betont in seinem Tripelkonzert besonders den Part des Solo-Cellos,
der von Jana Telgenbüscher gespielt wird. Sie erhielt ihren ersten Cellounterricht
im Alter von fünf Jahren bei Claus Hütterott an der Städtischen Musikschule Paderborn
und wird von ihrem ersten Lehrer nun als Stimmführer der Cellogruppe des
Hochschulorchesters begleitet.
Robert Schumanns "Rheinische Sinfonie" ist entgegen der üblichen Zählung
seine letzte sinfonische Komposition. Sie entstand nach dem Umzug der
Schumanns aus Dresden nach Düsseldorf. Während Schumann in Sachsen nur
wenig Anerkennung erfahren hatte, wurde er in Düsseldorf herzlich willkommen
geheißen und die Freude über seine neue Wirkungsstätte hat die Komposition
dieser fröhlichen Sinfonie ausgelöst. Der Beiname "die Rheinische" stammt
nicht von Schumann selber, geht aber auf eine Äußerung Schumanns
zurück, der Eindruck des Kölner Doms habe ihn bei der Komposition inspiriert.

Programm im Wintersemester 2015/2016

Konzerte des Hochschulorchesters Paderborn
am 01. und 03. Februar 2016

+ Ferde Grofé (1892-1972): Grand Canyon Suite
+ Samuel Barber (1910-1981): Adagio for Strings op. 11
+ Michael Daugherty (*1954): Gee's Bend for electric guitar and orchestra

Thorsten Drücker, E-Gitarre
Leitung: Steffen Schiel

Das Hochschulorchester Paderborn unter der Leitung seines Dirigenten Steffen Schiel präsentiert zum Abschluss des Wintersemesters Musik von drei amerikanischen Komponisten: Samuel Barber, Ferde Grofé und Michael Daugherty, dessen Konzert für E-Gitarre "Gee's Bend" zu hören sein wird. Solist der Konzerte ist der Gitarrist Thorsten Drücker, einer der vielseitigsten Musiker der aktuellen Gitarrenszene und Dozent an der Universität Paderborn. Die Konzerte am Montag, 1. und Mittwoch, 3. Februar finden im Audimax der Universität statt, Beginn ist jeweils um 20.00 Uhr.

In den Konzerten des Hochschulorchesters finden sich regelmäßig Werke, die abseits des Standardrepertoires liegen, so auch in den Semesterkonzerten am 1. und 3. Februar, in denen der Gitarrist Thorsten Drücker das Konzert "Gee's Bend" für E-Gitarre und Orchester des 1954 geborenen Komponisten Michael Daugherty spielen wird. Das kleine Städtchen Gee's Bend, Alabama, liegt in einer der ärmsten Gegenden des amerikanischen Südens. Bedingt durch die isolierte Lage von Gee's Bend haben die afroamerikanisch stämmigen Bewohner ganz eigene Traditionen und handwerkliche Kunstfertigkeiten entwickelt, u.a. die "Quilts of Gee's Bend", in einer Art Patchwork- bzw. Stepptechnik, die in jüngster Zeit nationale Aufmerksamkeit erlangten und in Museen als Kombination von Folk und zeitgenössischer Kunst ausgestellt werden. Die viersätzige Komposition ist dementsprechend ein "Patchwork" aus amerikanischem Gitarren-Rock und Südstaaten-Folk kombiniert mit zeitgenössisch-klassischer Musik und bietet dem Solisten Gelegenheit zu Virtuosität und ausdrucksstarkem Spiel.

Die vita des Gitarristen Thorsten Drücker ist geprägt durch Vielseitigkeit im Instrumentarium - klassische Gitarre, E Gitarre (Rock/Pop/Jazz), Banjo, Hawaii-Gitarre, Mandoline, Bouzouki, singende Säge - sowie unterschiedlichste Engagements, z.B. diverse Fernsehauftritte für ARD, ZDF, MDR, NDR, etc. (sowohl Rock/Pop/Jazz als auch Klassik), Gastengagements als Solist und Orchestermusiker u.a. beim WDR-Rundfunkorchester, der Staatskapelle Weimar, den Bochumer Symphonikern etc. und eine umfangreiche pädagogische Tätigkeit, u.a. als stellvertretender Leiter der Musikschule Kassel 2007-2011, seit 2012 als Dozent für Gitarre und Musikproduktion im Fach Musik an der Universität Paderborn.

Der Komponist, Arrangeur und Dirigent Ferde Grofé (1892-1972) ist vor allem bekannt geworden durch seine Instrumentierungen der Klavierkompositionen von George Gershwin, unter anderem der "Rhapsody in Blue". Eigene größere Kompositionen veröffentlichte er erst später, darunter eine Reihe von musikalischen Reisebildern aus den USA, neben der im Konzert zu hörenden Grand Canyon Suite ähnliche Werke über das Death Valley, den Mississippi, den Hudson River, Hollywood und Niagara.

Samuel Barbers (1910-1981) Adagio for Strings gilt als sein populärstes Werk, ursprünglich verwendet als 2. Satz seines Streichquartetts op. 11. Wegen seiner emotionalen Intensität wurde es vielfach als Filmmusik verwendet, zuerst in "Der große Diktator" (1940), am bekanntesten wohl als Titelmusik im Antikriegsfilm "Platoon".

 

Vorverkauf (10 € / 6 €): Uni Paderborn, Raum S0.111 (Kunstsilo), Tel. 05251-603570 und Ticket-Center, Marienplatz 2a, Tel. 05251-299750

 

Auch die lokale Presse (hier NW und WV) war wie unser Publikum begeistert: "American Music in Reinkultur, bombastisch und filigran, spielt das Hochschulorchester...", "Violinsolo im Bartók-Stil...", "Schiels hochmotivierte Musiker im Zusammenwirken mit dem Teufelsgitarristen erzeugen faszinierende Spannungsbögen, die Zuhörer... bejubeln ... die unbedingt hörenswerten musikalischen und solistischen Leistungen."
"Thorsten Drücker beeindruckte durch ein mitreißendes und virtuoses Spiel. Ihm wie dem Orchester spürte man eine immense Spielfreude an.", "Die sensiblen Einsätze und den Spagat von melodischer Stringenz und plakativen Harmoniewechseln meisterten die Orchestermitglieder mit intensiver Konzentration,..."

Auszug aus unserem Programmheft:
Ferde Grofé (1892-1972)
Grand Canyon Suite

Ferde Grofé, US-amerikanischer Komponist, Arrangeur und Diri-gent französischer Abstammung, erlangte erste Berühmtheit als Arrangeur des Paul Whiteman Orchestra und dabei insbesondere für seine Instrumentierung der Rhapsody in Blue von George Gershwin. Erst nach diesem Erfolg wagte er sich an eigene größere Kompositionen, von denen heute allerdings nur noch seine „musi-kalischen Reisebilder“ ab und zu aufgeführt werden (neben der Grand Canyon Suite ähnliche Kompositionen über den Mississippi, das Death Valley, den Hudson River, die Niagara Falls usw.)
In der fünfsätzigen Grand Canyon Suite, 1931 von Whitemans Orchester uraufgeführt, vertont Grofé die überwältigende Schönheit  dieses Naturwunders. In Sunrise (Sonnenaufgang) entwickelt sich der in der Ferne zunächst nur zu ahnende Tagesanbruch nach und nach zu einem immer strahlenderen Orchesterklang, Painted Desert (Wüstenbild) changiert aquarellartig zwischen fader Reg-losigkeit der Wüstenlandschaft und brilliantem Farbenspiel der Fels-formationen. On the Trail (Auf dem Trampelpfad) beginnt mit einer humorvollen Violinkadenz, neben dem „I-ah“ des Esels, der einen schmalen, steilen, Kaktus bewachsenen Pfad hinunter getrieben wird, hört man eine schwelgerische Melodie, die uns eher an einen Siedlertreck denken lässt - oder gar an Karl Mays Winnetou..., in Sunset (Sonnenuntergang) kündet fernes Tiergeschrei vom vom nahenden Tagesende. Cloudburst (Wolkenbruch) beschreibt Grofé selber: „Der Sturm zieht herauf; Blitz; Donnergrollen in der Ferne; Regen, dann Wolkenbruch; der Sturm verzieht sich ganz plötzlich; hinter den Wolken zieht der Mond auf; die Landschaft erfreut sich wieder ihrer alten Erhabenheit.“

Samuel Barber (1910-1981)
Adagio for Strings

Samuel Barbers (1910-1981) Adagio for Strings gilt als sein popu-lärstes Werk, ursprünglich verwendet als 2. Satz seines Streich-quartetts op. 11. Wegen seiner emotionalen Intensität wurde es vielfach als Filmmusik verwendet, zuerst in Der große Diktator (1940) von Charly Chaplin, am bekanntesten wohl als Titelmusik im Antikriegsfilm Platoon, weiterhin in Der Soldat James Ryan, Die fabelhafte Welt der Amélie, Sophie Scholl - Die letzten Tage u.a.

Michael Daugherty (*1954)
Gee's Bend for electric guitar and orchestra (2009)

Michael Daugherty, der seit 1991 an der University of Michigan Komposition lehrt, schrieb eine Reihe von Werken, deren Titel auf Orte in den USA verweisen, so auch Gee's Bend für E-Gitarre und Orchester. Das kleine Städtchen Gee's Bend, Alabama, liegt in einer der ärmsten Gegenden des amerikanischen Südens. Bedingt durch die isolierte Lage von Gee's Bend haben die dortigen Bewoh-ner, Nachfahren der Südstaatensklaven, ganz eigene Traditionen und handwerkliche Kunstfertigkeiten entwickelt, u.a. die "Quilts of Gee's Bend", in einer Art Patchwork- bzw. Stepptechnik. In den letzten Jahren erlangten diese Quilts nationale Aufmerksamkeit und wurden in Museen als Kombination von Folk und zeitgenössischer Kunst ausgestellt. Die viersätzige Komposition Gee's Bend ist dem-entsprechend ein "Patchwork" aus amerikanischem Gitarren-Rock und Südstaaten-Folk kombiniert mit zeitgenössisch-klassischer Musik und bietet dem Solisten Gelegenheit zu Virtuosität und aus-drucksstarkem Spiel. Housetop ist ein spezielles Patchwork-Muster, das sehr vielen Quilts zugrunde liegt, Grandmother's Dream bezieht Daugherty auf die Lebensumstände der Bewohner von Gee's Bend, die über Generationen in dieser armen Region unter einfachsten Bedingungen auf dem Feld arbeiten mussten, Washboard beschreibt die Jahrhunderte alte Tradition des gemeinsamen Quiltens der Frauen von Gee's Bend. In Chicken Pickin' wird die "Patchwork-Kompositionsweise" vielleicht am deutlichsten. Neben anderen Kompositionsbausteinen verwendet Daugherty mehrere Spirituals, die auf kunstvolle Weise miteinander verwoben werden.

Der 1976 in Gütersloh geborene Thorsten Drücker gehört zu den vielseitigsten Gitarristen seiner Generation. Er begann sein Studium der klassischen Gitarre mit erst 16 Jahren und erhielt sein erstes Diplom zwanzigjährig mit Auszeichnung. Es folgen weitere Studien und Meisterkurse bei namhaften klassischen Gitarristen wie Sonja Prunnbauer, Oscar Ghiglia und David Russell. Nach Abschluss seiner Studien mit dem Konzertdiplom der Musikhochschule Basel (internationale Meisterklasse Oscar Ghiglia) nahm er Ende 2003 die von der Fachpresse hochgelobte Solo-CD „Temporadas varias“ mit Werken von Manuel Maria Ponce auf.
Seit 2004 veröffentlicht Drücker als Komponist und Musikproduzent Alben für diverse Labels (Pop, Rock und Punk) und als Gitarrist. Er ist ständiger Gast als Solist und Orchestermusiker bei zahlreichen Orchestern, u.a. beim WDR-Rundfunkorchester Köln, den Nürnber-ger Symphonikern, den Bochumer Symphonikern und der Staats-kapelle Weimar. Am Staatstheater Kassel übernimmt er regelmäßig die musikalische Leitung am Schauspielhaus.
Die CD-Einspielung „Gee´s bend“ mit dem WDR-Rundfunkorches-ter mit den selten eingespielten Konzerten für klassische Gitarre und Orchester von Elmer Bernstein und Malcolm Arnold sowie mit der Weltersteinspielung des E-Gitarrenkonzertes von Michael Daugherty (die erste CD-Aufnahme mit Solokonzerten, bei der ein Gitarrist sowohl klassische als auch E-Gitarre spielt), wird von der Fachpresse hoch gelobt: „Drücker ist in allen drei Konzerten exzel-lent“ (Gitarre & Laute); „Ein Album der Sonderklasse!“ (Agas).
Neben klassischer Gitarre und E-Gitarre (Rock, Pop, Jazz) spielt er auch Lapsteel (Hawaii-Gitarre), Banjo, Cister, Mandoline, Bass, singende Säge, Schlagzeug und er singt.
Thorsten Drücker ist Dozent der Hochschule für Musik Detmold mit Dienstort Universität Paderborn. Hier lehrt er Gitarre, E-Gitarre, schulpraktisches Instrumentalspiel und Musikproduktion.

Programm im Sommersemester 2015

Konzerte des Hochschulorchesters Paderborn
am 22. und 24. Juni 2015

+ Fauré: Pavane op. 50
+ Schumann: Klavierkonzert op.54, Solistin: Ah Ruem Ahn
+ Schubert Sinfonie Nr.4 c-Moll (Die Tragische)
+ Partzsch: Systemflirts

Das Hochschulorchester Paderborn wagt in diesem Semester einen ganz besonderen Spagat: neben drei traditionellen Kompositionen von Schubert, Fauré und Schumann erklingt mit SYSTEMFLIRTS eine Uraufführung, bei der zum Hochschulorchester nicht nur ein elektronisch verfremdetes Fagott und eine MIDI-Blockflöte treten, sondern zusätzlich noch ein Orchester aus iPads. Beim Klavierkonzert von Robert Schumann wird der Solopart von der koreanischen Pianistin Ah Ruem Ahn gespielt, die vor zwei Jahren in der Carnegie Hall debütierte. Die Leitung der Konzerte am 22. und 24. Juni im Audimax der Universität hat der Dirigent Steffen Schiel, Beginn ist um 20:00 Uhr.

Die koreanische Pianistin Ah Ruem Ahn, Solistin bei Schumanns Klavierkonzert, studierte bei Prof. Elena Margolina in Hannover und bei Prof. Bob Versteegh an der Hochschule für Musik Detmold, wo sie ihr Konzertexamen mit Auszeichung abschloss. Wertvolle künstlerische Impulse erhielt Ahn von renommierten Klavierpädadogen und Pianisten wie z.B. Andras Schiff. 2013 debütierte sie in der Carnegie Hall in New York, in der laufenden Saison gastiert sie beim Urguay National Orchestra, beim Orchester des spanischen Rundfunks und beim Orquestra Sinfonica Universidade de Saõ Paulo. Weitere Konzertengagements führen sie zum Abu Dhabi Music Festival, zum Rubinstein Festival in Łodz sowie zum International Keyboard Festival in New York, Tourneen durch Spanien und Südamerika. Ah Ruem Ahn ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe, u.a. Gewinnerin des 17. Paloma O'Shea Santander Klavierwettbewerbes in Spanien 2012 sowie Gewinnerin des Grand Prix und von drei Sonderpreise beim Grand Prix Animato in Paris 2010. Seit 2011 unterrichtet Ah Ruem Ahn an der Hochschule für Musik Detmold.

Gabriel Faurés Pavane op. 50 und die "Tragische Sinfonie" Nr.4 von Robert Schumann tragen sehr romantische Züge, natürlich in völlig unterschiedlicher Klangsprache. Sie umrahmen Schumanns Klavierkonzert, ehe die Komposition SYSTEMFLIRTS vom Paderborner Komponisten Jörg Partzsch erklingt. Partzsch entwickelt ein multimediales Kunstprojekt, in dem konträre Klangwelten gegenübergestellt werden, sich verbinden, zitieren, wettstreiten und in immer neuen Kombinationen erscheinen. Jörg Partzsch spielt dabei selber Fagott und MIDI-Flöte, das iPad-Orchester wird gebildet von Studierenden des Fachs Musik an der Universität Paderborn.

Ah Ruem Ahn, Klavier
Jörg Partzsch, Fagott und MIDI-Flöte

Leitung: Steffen Schiel

Vorverkauf (10 € / 6 €):Uni Paderborn, Raum S0.111 (Kunstsilo),Tel. 05251-603570 und Ticket-Center, Marienplatz 2a, Tel. 05251-299750


Kritik des WV hier

Programm im Wintersemester 2014/2015

Konzerte des Hochschulorchesters Paderborn
am 2. und 4. Februar 2015

Ege Banaz, Klarinette
Leitung: Steffen Schiel

Montag, 2. und Mittwoch, 4. Februar 2015
20 Uhr - Audimax der Universität

Vorverkauf (10 € / 6 €): Uni Paderborn, Raum S0.111 (Kunstsilo), Tel. 05251-603570 und Ticket-Center, Marienplatz 2a, Tel. 05251-299750

Das Hochschulorchester Paderborn ehrt in seinen Semesterkonzerten zwei Komponisten anlässlich ihrer runden Geburtstage: Jean Sibelius' 150. und Peter Tschaikowskys 175. Geburtstag feiert das Orchester mit den berühmten Kompositionen „Finlandia“ und „Capriccio Italien“, dazu gesellen sich Ausschnitte aus Sibelius' Bühnenmusik zu Arvid Järnefelds Drama „Kuolema“ („Der Tod“) und das 1. Klarinettenkonzert von Carl Maria von Weber. Die Leitung der Konzerte am 2. und 4. Februar hat der Dirigent Steffen Schiel.

Nach dem populären Konzert „Finale“ zur Fußball-WM in Brasilien spielt das Hochschulorchester Paderborn in diesem Semester wieder ein klassisches Konzertprogramm. Dabei stehen zwei Jubilare im Vordergrund: Jean Sibelius und Peter Tschaikowsky. „Finlandia“ ist sicherlich die bekannteste und am häufigsten gespielte Komposition von Sibelius, die den finnischen Freiheitskampf zu mehreren historischen Ereignissen in Verbindung setzt und in Finnland bis heute große Bedeutung hat. Die Bühnenmusik zu „Kuolema“ hat eine bewegte Entstehungsgeschichte mit mehreren Umarbeitungen hinter sich, bis heute im Konzertleben gehalten hat sich vor allem der berühmte „Valse triste“.

Beim 1. Klarinettenkonzert von Carl Maria von Weber begleitet das Hochschulorchester den türkischen Klarinettisten Ege Banaz. 1991 in Izmir in eine Musikerfamilie geboren studierte er ab 2006 an der Staatlichen Universität Izmir, nach dem Bachelorabschluss in der Türkei absolvierte er zunächst den Masterstudiengang an der Hochschule für Musik Detmold bei Prof.Thomas Lindhorst und bereitet sich jetzt dort auf sein Konzertexamen vor. Ege Banaz hat u.a. den Ersten Preis beim GWK Wettbewerb in Münster und den internationalen Klarinetten-Wettbewerb in Marsyas gewonnen. Er hat als Solist zahlreiche Klarinettenkonzerte aufgeführt, tritt in Rezitals und Kammermusikkonzerten auf und ist Mitglied verschiedener Orchester und Orchesterakademien, darunter dem Staatlichen Orchester Izmir, dem Turkey Youth Philharmonic Orchestra, dem Twin Ports Wind Ensemble und dem World Peace Orchestra.

In seinem „Capriccio Italien“ verwendet Peter Tschaikowskys italienische Volksmusik, die er sehr kunstvoll verarbeitet. Von der russischen Konzertkritik heftig kritisiert war das Werk beim Moskauer Publikum ein großartiger Erfolg. In Deutschland hat eine besonders eingängige Melodie Eingang in die Schlagerwelt der 1970er Jahre gefunden: Mit dem Titel „Bianca“ war der Freddy Breck 25 Wochen in den deutschen Charts vertreten.

 

 

Programm im Sommersemester 2014

FINALE

von Beethoven bis Brazil

Schluss-Sätze berühmter Sinfonien und
Musik aus Südamerika

Die Konzerte am Mittwoch, 02. und Donnerstag, 03. Juli beginnen jeweils um 20.00 Uhr im Audimax der Universität Paderborn.

Wie weit „unsere Jungs“ bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien kommen werden, ist nicht vorhersehbar. Sicher aber ist: das Hochschulorchester Paderborn spielt in diesem Sommer FINALE - und davon gleich mehrere!

Das Hochschulorchester Paderborn unter der Leitung seines Dirigenten - oder vielleicht muss es dieses Mal besser heißen: mit dem coaching seines Trainers Steffen Schiel - nimmt Sie mit in die aufgeheizte, brasilianisch schwungvolle Atmosphäre der Konzerte zum Abschluss des Sommersemesters. Dabei erwarten Sie die Schluss-Sätze (Finale) mehrerer berühmter Sinfonien, unter anderem die Finalsätze aus der 1. Sinfonie von Robert Schumann, der 3. Sinfonie von Johannes Brahms und der 9. Sinfonie von Antonín Dvorák „Aus der neuen Welt“. Taktisches Geplänkel, Ballgeschiebe zum Kraft Sparen, rote Karten und defensives Zeitspiel wird es im Audimax allerdings nicht geben, dafür umso mehr emotionale Ausbrüche, atemberaubende Tonstafetten und hoffentlich besonders gutes Zusammenspiel. Dafür war das Orchester wie immer im Trainingslager - ohne Paparazzi und störende Werbetermine...

Natürlich dürfen brasilianische Rhythmen nicht fehlen! Was liegt da näher als „Aquarela do Brasil“ des brasilianischen Komponisten Ary Barroso ins Programm zu nehmen? Berühmt geworden ist diese Musik in der Kurzform „Brazil“ wie so viele Songs durch Walt Disney, der die Musik in seinem Film „Saludos Amigos“ in den 1940er-Jahren verwendete. 
Ebenfalls ein Standard geworden ist „Tico Tico“, das in der Aufführung mit Solotrompete weit erfolgreicher werden dürfte als das jahrelang unschlagbare Tiki-Taka der spanischen Fußballmannschaften! Besonders großen Anteil am Erfolg durch ständigen Ballbesitz und sehr, sehr schnelles Kurzpassspiel hat David Salomon Jarquín, Solist des Konzertes. Der gebürtige Nicaraguaner studierte an der Hochschule für Musik Detmold und hat mit seinem Trompetenspiel nicht nur zahlreiche Preise gewonnen, sondern sogar einen der berühmtesten Trompeten-Solisten unserer Zeit, Maurice André (1933-2012), zu Tränen gerührt!

Wie ähnlich sich sinfonische Musik und Fußballspiele sind, erleben Sie bei einer live moderierten Halbzeit Beethoven „gegen“ Hochschulorchester. 

David Salomon Jarquín, Trompete
Leitung: Steffen Schiel

Vorverkauf (10 € / 6 €):
Uni Paderborn, Raum S0.111 (Kunstsilo), Tel. 05251-603570 und Ticket-Center, Marienplatz 2a, Tel. 05251-299750


Hier die Kritiken von NW und WV

Programm im Wintersemester 2013/2014

Konzerte des Hochschulorchesters Paderborn am 03. und 05. Februar 2014

  • Benjamin Britten: Kanadischer Karneval
  • Edward Elgar: Cellokonzert op. 85
    Solist:Felix Vogelsang, Cello
  • Charles Villiers Stanford: Sinfonie Nr. 3 f-Moll "Die Irische"

Das Hochschulorchester Paderborn mit seinem Dirigenten Steffen Schiel widmet sich in seinen Semesterabschlusskonzerten Musik aus Großbritannien. Hinter dem Titel „Reif für die Insel“ verbergen sich Kompositionen von Benjamin Britten, Edward Elgar und Charles Stanford. Solist in Elgars Cellokonzert ist der gebürtige Paderborner Felix Vogelsang, heute stellvertretender Solocellist in Lugano (Schweiz). Die Konzerte am Montag, den 3. und Mittwoch, den 5. Februar 2014 im Audimax der Universität beginnen jeweils um 20.00 Uhr.

Felix Vogelsang, sechs Jahre lang Schüler von Claus Hütterott an der Städtischen Musikschule, war von 2001-2004 Assistent in der Klasse Prof. Wicks an der Musikhochschule Hannover. Nach Orchestererfahrungen u.a. im “European Union Youth Orchestra”, im “Detmolder Kammerorchester” und in der “Radiophilharmonie der NDR Hannover” wurde er von Künstlerpersönlichkeiten wie Mstislav Rostropowitsch und Sir Colin Davis darin unterstützt, sich zunächst dem freien Musizieren zu widmen. Seine Konzerttätigkeit führte in durch ganz Europa, nach Chile und Südafrika sowie in die USA, wo er im April 2002 mit dem Pianisten Christopher Cooley sein New York-Debut gab. 2005 spielte er als Solist mit dem Deutschen Kammerorchester in der Berliner Philharmonie. Er ist Preisträger verschiedener internationaler Wettbewerbe, u.a. des “International Shostakovich Concours”, des “Internationalen Violoncello Wettbewerbs Liezen” und des „International Charles Hennen Concours“. Seit August 2004 ist er stellvertretender Solocellist des “Orchestra della Svizzera Italiana” in Lugano. Als Mitglied des „Quartetto Energie Nove“ ist er international bei den wichtigsten Festivals wie dem „Edinburgh Festival“ oder der „Stagione dei Concerti“ in Mailand vertreten. Seine enge Zusammenarbeit mit dem Schweizer Radio und Fernsehen führte zu mehreren Fernsehproduktionen und CD-Aufnahmen. Die Einspielung der Quartettwerke Prokofieffs wurden von dem Magazin „The Strad“ in den höchsten Tönen gelobt. Als Mitglied des PE-Fördervereins spielt Felix Vogelsang ein Violoncello von DonNicolo Amati aus dem Jahre 1730. Mit dem Hochschulorchester Paderborn spielt er das Konzert für Violoncello und Orchester von Edward Elgar. 

Zu dieser äußerst populären Komposition von Edward Elgar gesellen sich zwei unbekanntere Werke: Benjamin Brittens Konzertouvertüre „Canadian Carnival“, eine zuweilen recht süffisante musikalische Bearbeitung kanadischer Volkslieder, zu der Britten auf einer langen Nordamerikareise (ab 1938) angeregt wurde, und die 3. Sinfonie des irischen Komponisten der Romantik Charles Villiers Stanford, von dem hierzulande vielleicht seine geistlichen Chorkompositionen bekannt sind, leider aber nicht seine sieben Sinfonien, die sechs „Irischen Rhapsodien“, seine Opern, Konzerte und Kammermusiken. Im Konzert erklingt seine 3. Sinfonie, deren Beinamen „Die Irische“ sich aus der Verwendung mehrerer irischer Volksliedern erklärt. Eintrittspreise: 03. + 05.02. (Audimax): 10,- € / 6,- Informationen zum Kartenvorverkauf 

 10. Familienkonzert des Hochschulorchesters Paderborn am 24. November 2013

„Wie heißt das Zauberwort?“ 

Am Sonntag, den 24. November 2013 feiert das Hochschulorchester Paderborn ein kleines Jubiläum: zum zehnten Mal spielt das Orchester ein Konzert für Familien. Studierende des Fachs Musik an der Universität Paderborn moderieren das Konzert, als Solistin ist erneut die Sängerin Lea Maria Kruse dabei, die die beiden Musikstücke „Das Mädchen aus dem 4. Stock“ und „Supercalifragilistischexpialigetisch“ (aus dem Musicalfilm „Mary Poppins“) zu besonderen Höhepunkten werden lässt. Die beiden Aufführungen im Audimax der Universität beginnen um 11.00 und 15.00 Uhr, die Leitung hat der Dirigent Steffen Schiel. „Wie heißt das Zauberwort?“ Diese Frage - oft mit einem gewissen Unterton in der Stimme - hat wohl jedes Kind schon einmal gehört. Im Familienkonzert des Hochschulorchesters lautet die gewünschte Antwort allerdings nicht „bitte“. Wie bestimmte Signalwörter in Musik eingebaut sein können oder was sich mit dem „Zauberwort“ Supercalifragilistischexpialigetisch so alles anstellen lässt, das präsentieren die Musikstudierenden mit Lea Maria Kruse und dem Hochschulorchester wie immer in lockerer Atmosphäre im Audimax der Universität. Das Konzert eignet sich besonders für Grundschulkinder mit ihren Familien, erfahrungsgemäß haben aber auch ältere Kinder viel Freude an den Familienkonzerten des Hochschulorchesters! Termin: Sonntag, 24. November 2013 

Sonntag, 24.11.2013, 11 und 15 Uhr im Audimax der Universität Eintritt: 4,- € (Kinder) / 6,- € (Erwachsene) Kartenverkauf: Uni Paderborn, Raum S0.111 (Kunstsilo), Tel. 05251-603570; Ticket-Center, Marienplatz 2a, Tel. 05251-299750; Konzertkasse

Hier die Kritiken von NW und WV

Programm im Sommersemester 2013

Konzerte des Hochschulorchesters Paderborn am 08. und 10. Juli 2013 

Unbegreifliches mit dem Hochschulorchester Paderborn

  • Elmer Bernstein, Gitarrenconcerto
  • Leonard Bernstein, Candide Overture
  • Smoke on the water
  • My fair lady
  • The Girl in 14G
  • Musik aus Les Misérables, Mary Poppins, West Side Story u.a.
  • Solisten:
      • Lea Maria Kruse, Gesang
      • Thorsten Drücker, Gitarre

 Eintrittspreise:
08.07. (Audimax): 10,- € / 6,- € / 10.07. (Paderhalle): 12,- € / 8,- €

Das Hochschulorchester Paderborn unter der Leitung seines Dirigenten Steffen Schiel nutzt die Konzerte zum Abschluss des Sommersemesters für eine Melange aus abwechslungsreichen, unterhaltsamen und überraschenden Kompositionen, in denen die Grenzen zwischen Operette, Musical und einem Schuss Filmmusik verschwimmen. Als Solisten sind die Sopranistin Lea Maria Kruse und der Gitarrist Thorsten Drücker zu hören. Die Konzerte am Montag, 8. Juli (Audimax) und Mittwoch, 10. Juli (PaderHalle) beginnen jeweils um 20.00 Uhr.

Die verschwimmenden Grenzen der musikalischen Genres symbolisiert die Musik zu Candide von Leonard Bernstein (1918-1990) besonders anschaulich: die Urfassung als zweiaktige Operette (1956) entpuppte sich als Flop, die Ergänzung einiger neuer Gesangseinlagen und vor allem die textliche Umarbeitung zu einem einaktigen Musical (1974) wurde ein Riesenerfolg. Im Konzert erklingt die Ouvertüre zu Candide.

Das Konzert für Gitarre und Orchester von Elmer Bernstein gibt dem Gitarristen Thorsten Drücker, seit vergangenem Wintersemester Dozent für Gitarre und E-Gitarre im Fach Musik an der Uni Paderborn, Gelegenheit zu Virtuosität und ausdrucksstarkem Spiel. Drückers vita ist geprägt durch Vielseitigkeit im Instrumentarium - klassische Gitarre, E-Gitarre (Rock/Pop/Jazz), Banjo, Hawaii-Gitarre, Mandoline, Bouzouki, singende Säge - und in unterschiedlichsten Engagements: diverse Fernsehauftritte für ARD, ZDF, MDR, NDR, etc. (sowohl Rock/Pop/Jazz als auch Klassik), Gastengagements als Solist und Orchestermusiker u.a. am Staatstheater Kassel, Staatskapelle Weimar, Bochumer Symphoniker, Staatstheater Hannover, Nürnberger Symphoniker, WDRRundfunkorchester etc. sowie eine umfangreiche pädagogische Tätigkeit, u.a. als stellvertretender Leiter der Musikschule Kassel 2007-2011. Elmer Bernstein (1922-2004), nicht verwandt mit Leonard Bernstein, ist namentlich weniger bekannt als „Lenny“, seine Musik ist aber wohl bekannter als sein Name. Berühmte Filmmusiken stammen aus seiner Feder, so z.B. „Der Gefangene von Alcatraz“, „Ghostbusters“ und nicht zuletzt „Die glorreichen Sieben“.
Die Grenzen zwischen Operette und Musical überspringt auch Lea Maria Kruse spielend, und auch im Pop-Genre ist sie zuhause: das Paderborner Publikum kennt sie u.a. bereits als Sopranistin der a cappella-Formation „voisix“, die seit 2011 begeistert gefeiert wird. Im Konzert mit dem Hochschulorchester singt Lea Kruse u.a. Songs aus „Mary Poppins“ und „Les Misérables“ - und klärt das Publikum über die Unannehmlichkeiten als Mieter in einem Musikerhaus auf („Das Mädchen vom 4. Stock“).

Das Hochschulorchester ergänzt Musical-Medleys („West Side Story“, „My Fair Lady“) und rundet damit den unterhaltsamen Konzertabend ab.

Programm im Wintersemester 2012/2013

Konzerte des Hochschulorchesters Paderborn am 28. und 30. Januar 2013

  • Peter Tschaikowsky, Hamlet Ouvertüre op. 67b
  • Alexander Arutjunjan, Trompetenkonzert, Solist: Philip Schütz (Frankfurt a.M.)
  • Antonín Dvorák, Sinfonie Nr. 6 D-Dur

Eintrittspreise: 
28. + 30.01. (Audimax): 10,- € / 6,- € 

9. Familienkonzert des Hochschulorchesters Paderborn am 04. November 2012

„Wenn zwei sich streiten...“ - Edvard Grieg: Klavierkonzert

Am Sonntag, den 4. November 2012 findet im Audimax der Universität Paderborn das Familienkonzert „Wenn zwei sich streiten...“ mit Musik aus dem Klavierkonzert des norwegischen Komponisten Edvard Grieg (1843-1907) statt.
Es spielen Eckhard Wiemann (Klavier) und das Hochschulorchester der Universität Paderborn unter der Leitung seines Dirigenten Steffen Schiel.
Durch das Audimax der Universität flutet die Weite Skandinaviens, es erklingen schwungvolle Tänze und der Klaviervirtuose Eckhard Wiemann versetzt die großen und kleinen Zuhörer in ungläubiges Staunen. Das knapp einstündige Konzert wird moderiert, um in kindgerechter Weise an klassische Musik heranzuführen, aber auch den Erwachsenen wird die fröhliche Musik viel Freude bereiten.
Ausführende Hochschulorchester Paderborn Eckhard Wiemann, Klavier Moderation: Studierende des Faches Musik, Uli Lettermann Leitung: Steffen Schiel

Sonntag, 04.11.2012, 11 und 15 Uhr im Audimax der Universität
Eintritt: 4,- € (Kinder) / 6,- € (Erwachsene)
Kartenverkauf: Uni Paderborn, Raum S0.111 (Kunstsilo), Tel. 05251-603570; Ticket-Center, Marienplatz 2a, Tel. 05251-299750; Konzertkasse

Programm im Sommersemester 2012

Konzerte des Hochschulorchesters Paderborn am 25. und 26. Juni 2012

Edvard Grieg

  • Klavierkonzert a-Moll op. 16, Solist: Eckhard Wiemann
  • Peer Gynt
  • Sinfonie C-Moll

Edvard Grieg, der am 15. Juni 1843 in Bergen/Norwegen zur Welt kam und am 4. September 1907 dort starb, wurde als Kind von seiner Mutter Gesine Judithe Hagerup, einer vorzüglichen Pianistin und Pädagogin, im Klavierspiel unterrichtet. Er studierte von 1858 bis 1862 am Konservatorium in Leipzig Klavier und Komposition, zu seinen Lehrern zählten einige der hervorragendsten Kapazitäten der Musikpädagogik: Ignaz Moscheles (Klavier), Carl Reinecke und Moritz Hauptmann in Komposition. Während seines Aufenthalts in Leipzig bekam Edvard Grieg Kontakt mit den europäischen Musiktraditionen, vor allem studierte er die Werke von Mozart und Beethoven, aber auch die Kompositionen moderner Komponisten wie Mendelsohn, Schumann und Wagner. Er beendete das Studium  am Konservatorium 1862 mit hervorragenden Noten und ging zunächst zurück nach Bergen. Während seiner Leipziger Zeit erkrankte Grieg an Pleuritis (Rippenfellentzündung), einer Art Tuberkulose, von der er den Rest seines Lebens geprägt wurde. Seine linke Lunge kollabierte und dadurch litt er fortan unter einem schiefen Rücken und Atemproblemen.

Im Zuge der allgemeinen Besinnung auf nationale Identität im 19. Jahrhundert  gewann Skandinavien aus musikalischer Perspektive eine besondere Bedeutung. Man erkannte dort eine von der Kunstmusik bislang ungenutzte Quelle, die nordischen Volksweisen. Grieg zählt sicher zu den bedeutendsten Vertretern bzw. gilt gar als Begründer dieser skandinavischen Schule, indem er den “weichlichen, vermendelssohnten Skandinavismus” der älteren Generation überwand. Auf dem Weg zu seinem Ziel, norwegische Musik zu schreiben, war er Realist genug um einzusehen, daß er ins Ausland fahren mußte, um in Kontakt mit einem Milieu zu kommen, das ihm die Möglichkeit für eine Entwicklung als Komponist eröffnete. Grieg fuhr deswegen nach Kopenhagen, der einzigen skandinavischen Stadt mit einem Kulturleben auf hohem internationalem Niveau. Dort traf er auf Niels W. Gade, der Griegs erstes wirkliches Vorbild wurde. Nachdem er seine einzige Klaviersonate und seine erste Violinsonate komponiert hatte, nahm er die beiden Stücke mit zu Gade, um dessen Meinung darüber zu hören. Man sagte, wenn Gade so richtig inspiriert wurde, trank er viel Wasser. An jenem Tag trank der alte Meister vier große Karaffen. 

In Kopenhagen traf Grieg auch seine Kusine Nina Hagerup wieder. In Bergen waren sie zusammen aufgewachsen, aber als Nina 8 Jahre alt war, zog sie mit ihrer Familie nach Kopenhagen. Nina war eine hervorragende Pianistin, aber es war vor allem ihre Stimme, die Grieg faszinierte. Er war von Nina so angetan, daß sie Weihnachten 1864 eine geheime Verlobung eingingen - angeblich während sie Schumanns Frühlingssinfonie vierhändig zusammen spielten. Beide Familien standen der Verbindung ablehnend gegenüber, so dass trotz der wohl offensichtlichen Liebe zwischen Edvard und Nina keine der Familien dabei war, als sie am 11. Juni 1867 heirateten.

Im gleichen Jahr zogen Edvard und Nina nach Kristiania, dem heutigen Oslo, um die Stadt als ein Zentrum für norwegische Musik zu etablieren. Grieg wirkte dort fast zehn Jahre lang als Konzertveranstalter, Dirigent und Musikpädagoge. Nach dem Tod ihrer 13 Monate alten Tochter Alexandra - sie starb während eines Aufenthalts bei Griegs Familie in Bergen an einer Hirnhautentzündung am 21. Mai 1869 - begaben sich Edvard und Nina als “Künstlerpärchen” auf Konzertreisen in die Musikmetropolen Europas. Die weitere “Entwurzelung” Griegs durch den Tod beider Eltern 1875, sich anschließende depressive Zustände und eine künstlerische Stagnation in den folgenden Jahren gipfelten in einer Lebenskrise, als Grieg 1883 seine Frau Nina vorübergehend verließ. Vor allem Griegs Freund Frants Beyer half Edvard und Nina wieder zueinander zu finden, überzeugte sie, dass sie ein eigenes Haus bräuchten, in das sie nach ihren anstrengenden Konzertreisen heimkehren könnten und half ihnen dabei, ein Grundstück auf Hop, außerhalb von Bergen, zu kaufen. Im April 1885 zogen Edvard und Nina auf Troldhaugen ein.

Obwohl Grieg vom Peters Verlag für seinen Kompositionen gut bezahlt wurde, war die rege Konzerttätigkeit seine größte Einnahmequelle, das Tourneeleben war aber in seiner körperlichen Verfassung mit nur einer funktionierenden Lunge wohl zu anstrengend. Während eins Aufenthalts im Hotel Norge in Bergen, wo Edvard und Nina auf das Schiff nach England warteten, um am Musikfest in Leeds teilzunehmen, musste Grieg in ein Krankenhaus in Bergen gebracht werden, wo er am 4. September 1907 an Erschöpfung starb.

 

Peer Gynt Suite Nr. 2, op. 55

Griegs Bühnenmusik zu Henrik Ibsens Drama Peer Gynt hat, zumindest zu Griegs Lebzeiten, nicht die Anerkennung erfahren, die der Komponist sich erhoffte. Diverse Umarbeitungen, Ergänzungen und Varianten zeugen von Griegs langjähriger Beschäftigung mit dem Werk. Viele dieser Partitur-Varianten sind nicht erhalten und erschweren heute die adäquate Aufführung der kompletten Bühnenmusik. Fakt ist, dass Grieg mit seinem Verleger Peters über eine Veröffentlichung der Gesamtpartitur erfolglos verhandelte, so dass 1888 die erste Peer Gynt Suite, 1892 nach der Neuinszenierung in Oslo (mit Überarbeitungen) die  zweite Peer Gynt Suite im Druck erschienen. Grieg erhoffte sich durch die Verbreitung dieser „Highlights“ aus der Bühnenmusik, die tatsächlich einen riesigen Erfolg hatten, dass doch das gesamte Werk im Druck erscheinen würde, das Gegenteil war aber der Fall: Peters wollte seinen eigenen Notenausgaben keine Konkurrenz machen.

Klavierkonzert a-Moll op. 16

„In den Konzertsaal taugt es nicht“, es ist gerade gut genug, „Brillenschlangen in Träume zu lullen oder rhythmische Gefühle in abgerichteten Bären zu erwecken“. So urteilte Hugo Wolf 1885 über Griegs Klavierkonzert. Es ist das einzige Solo-Konzert Griegs, entstanden in Søllerød, wo Grieg nach der Hochzeit mit Nina in Urlaub war. Das Publikumsurteil zeigt, wie erfolgreich gerade diese Komposition Griegs war und ist. Bereits der Beginn des Konzertes, Paukenwirbel, Tutti-Akkord und eine kraftvolle Klavierkaskade ziehen die Zuhörer in ihren Bann. Das Hauptthema, eine kurze volkstümliche Melodie wird zunächst zart vom Orchester vorgetragen und dann vom Solisten übernommen, der es durch unterschiedliche emotionale Abstufungen führt. Solo- und Tuttiteile werden im Verlauf nicht abwechselnd vorgetragen, wie es traditionell üblich war, sondern in einer einheitlichen Entwicklung verschmolzen.

Der zweite Satz, Adagio, ist eine großangelegte gesangliche Linie, die direkt in den dritten Satz überleitet. Das tänzerische, folkloristische Hauptthema basiert auf dem “Halling”, einem Springtanz über Bordun-Bässen, und wird im Verlauf geradezu pathetisch gesteigert. Auch hier zeigt sich Griegs reiche Tonsprache zwischen Überschwang und Träumerei.

Sinfonie c-Moll (1863/64)

Nachdem Grieg während seiner Leipziger Zeit nur kleine Formen komponiert hatte (vor allem Charakterstücke für Klavier und Sololieder), ermunterte ihn Nils W. Gade in Kopenhagen zur Komposition einer Sinfonie. Grieg machte sich voller Eifer an die Arbeit und vollendete den ersten Satz bereits nach zwei Wochen. Die restlichen drei Sätze beschäftigten ihn allerdings noch fast ein Jahr, so dass er das Werk im Mai 1864 abschloss. Noch ganz der klassischen Tradition verpflichtet verwendet Grieg die Tonartenkonzeption von Beethovens fünfter Sinfonie (c Moll, As-Dur, c-Moll, C-Dur) und im ersten Satz die traditionelle Sonatenhauptsatzform, nur steht das zweite Thema in der Reprise aufgehellt in C-Dur, statt des formal zu erwartenden c-Moll. Der elegische Rondo-ähnliche zweite Satz zeigt Griegs schon in so jungen Jahren ausgeprägte Kunst der feinen Kolorierung. Der dritte Satz lebt vom Kontrast eines kraftvollen, mitreißenden umrahmenden Teiles zu einem liedhaften Mittelteil, der wie ein Ständchen aus der norwegischen Volksmusik wirkt. Wie der Einleitungssatz ist auch das Finale der traditionellen Sonatensatzform verpflichtet, wiederum mit persönlicher Klangsprache Griegs, vor allem im zweiten Thema.

1867 vermerkte Grieg auf dem Titelblatt der Partitur „Darf nie aufgeführt werden!“ obwohl er nach den ersten Aufführungen der Sinfonie doch Gefallen an dem Werk geäußert hatte - auch wenn es einer stilistisch eigentlich längst überwundenen Schaffensphase entsprungen sei. Erst 1981 hob die Bibliothek von Bergen als Erbe des Autographs das Aufführungsverbot auf. Öffentlich bekannt waren bis dahin nur die beiden Mittelsätze, die Grieg unter dem Titel „Deux Pièces symphoniques op. 14“ in einer Bearbeitung für Klavier zu vier Händen herausgegeben hatte.

Steffen Schiel

Eckhard Wiemann schloss sein Studium bei Karl-Heinz Kämmerling (Hannover), Dominique Merlet (Paris) und Aloys Kontarsky (Köln) 1987 mit dem Konzertexamen ab. Neben seiner Unterrichtstätigkeit zunächst an der Städtischen Musikschule Paderborn und seit dem Jahr 2000 an der Universität Paderborn (Klavier und Schulpraktisches Klavierspiel) übt er eine rege Konzerttätigkeit als Solist - mehrfach auch schon mit dem Hochschulorchester Paderborn - und Begleiter aus, zunehmend mit dem Schwerpunkt Liedbegleitung in den Bereichen Chanson, Jazz und Pop. Weitere Projekte seiner vielfältigen Arbeit waren u.a. "George Plays Gershwin" - Musik-Kabarett (1998), "Marsch Movie" - Komposition für Blasorchester (2006), "Olivia" - Musicalkomposition beim Zeltsommer Paderborn (2008), "Frédérics Garten" - Crossover zwischen Chopin und Elektro, Community Dance Project Paderborn (2010), Bühnenmusik zu "Jedermann" (H.v. Hofmannsthal) beim Dalheimer Sommer (2011, Inszenierung Wolfgang Kühnhold) sowie "Bach Goes Vodou" - Crossover beim Festival Musica Sacra Paderborn (2011)

Programm im Wintersemester 2011/2012

Konzerte des Hochschulorchesters Paderborn am 23. und 25. Januar 2012

  • Carl Nielsen, 2. Sinfonie ("Die vier Temperamente")
  • Walter Steffens, SEMIRAMIS, Konzert für Sopranino und Orchester; Solist: Florian Käune
  • György Ligeti , Poème Symphonique für 100 Metronome

 

György Ligeti: Poème Symphonique für 100 Metronome

Poème Symphonique (1962) für 100 Metronome gehört wohl zu den größten Provokationen des österreichischen Komponisten ungarischer Herkunft György Ligeti (1923-2006). Die Partitur enthält nur einige Anweisungen "wie man die Metronome beschaffen, einstellen sowie aufziehen soll". Das Stück besteht aus einem einzigen großen Spannungsbogen: zu Beginn ist ein kontinuierlich scheinender Gesamtklang zu hören, der mit dem Stehenbleiben der ersten Metronome langsam ausdünnt. Allmählich schälen sich komplexe Rhythmen heraus, diese Strukturen werden deutlicher, um dann mit abnehmender Komplexität differenzierter zu werden. Bei nur noch wenigen tickenden Instrumenten nimmt die Differenziertheit wieder ab, das rhythmische Muster wird regelmäßiger. Wenn nur noch ein Metronom tickt ist das Muster vollkommen periodisch.

Die Uraufführung fand im September 1963 im Rathaus von Hilversum bei der Abschlussveranstaltung einer Musikwoche statt. Der Kontrast zwischen dem steifen, feierlichen Zeremoniell und dem musikalischen Affront hätte kaum größer sein können und war typisch für die gesellschaftlichen Umbrüche der 60er Jahre. "Der Bürgermeister von Hilversum und der spanische Botschafter hielten jeder eine Festrede. Beide sprachen über die hohen spirituellen Werte der musikalischen Kunst", erinnerte sich Ligeti, der die anschließende Premiere selbst "dirigierte". Zehn Ausführende in Frack und Abendkleid enthüllten die 100 Metronome und setzten sie genau nach Vorschrift in Gang. Als das letzte abgelaufen war, gab es zunächst "beklemmende Stille", dann "bedrohliche Protestschreie". Die anwesenden Honoratioren waren entsetzt, der Hilversumer Senat verhinderte sogar die Ausstrahlung der Fernsehaufzeichnung.

Die 100 Metronome wurden vom Hersteller Wittner (Isny/Allgäu) freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank!

Walter Steffens: Semiramis - Konzert für Sopraninoblockflöte und Orchester

Walter Steffens (*1934) übte neben seiner kompositorischen eine langjährige pädagogische Tätigkeit aus, zuletzt von 1971 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 als Professor für Komposition und Musiktheorie an der Hochschule für Musik Detmold. Einen Schwerpunkt seines kompositorischen Schaffens bildet neben den Opern die Musik zu Bildern. Der Vermittlung zwischen Bildender Kunst und Musik hat er sich mit über hundert Bildvertonungen u.a. zu Werken von Bosch, Rubens, Chagall, Picasso, Klee und Munch gewidmet.

Semiramis, Tochter der Göttin Derketo und eines schönen syrischen Jünglings,  wurde nach ihrer Geburt ausgesetzt, von Hirten gefunden und von Simmas, dem kinderlosen Oberhirten des Königs, großgezogen. Während ihrer Ehe mit Menon, dem Statthalter Syriens, verliebte sich der alternde König Ninos in sie und bot ihrem Gatten die Hand seiner Tochter, wenn er ihm seine Frau abtrete. Als Menon ablehnte, drohte er, ihn blenden zu lassen, worauf sich dieser erhängte und Ninos die Witwe Semiramis zu seiner Königin machte. Nach dem Tode Ninos erbaute Semiramis, um den Ruhm ihres Gatten zu übertreffen, Babylon. Die Hängenden Gärten der Semiramis waren den Berichten griechischer Autoren nach eine aufwändige Gartenanlage in Babylon und eines der Sieben Weltwunder der Antike. Die griechische Sagengestalt der Semiramis wird manchmal mit der assyrischen Königin Schammuramat gleichgesetzt.

Carl Nielsen: Sinfonie Nr. 2 „Die vier Temperamente“

Der dänische Komponist Carl Nielsen (1865-1931) gehört zu den wichtigsten Komponisten Skandinaviens. Aus einer kinderreichen Familie von der Insel Fünen stammend, studierte er am Konservatorium in Kopenhagen Violine und erhielt mehrere Stipendien. Er machte sich als Liedkomponist einen Namen, indem er Texte von Jens Peter Jacobsen vertonte und schrieb 1892 seine erste Sinfonie sowie mehrere Opern, z.B. Saul og David und Maskerade. Auch entdeckte er das dänische Volkslied wieder, erhielt ab 1901 finanzielle Unterstützung vom dänischen Staat und wurde zum 2. Kapellmeister am Königlichen Theater ernannt, anschließend unterrichtete er am Konservatorium in Kopenhagen.

In den Jahren 1901 und 1902 komponierte Nielsen seine 2. Sinfonie, in der er einen Bilderzyklus vertont, den er vermutlich in einem Dorfgasthaus in Seeland gesehen hat. Der erste Satz, Allegro collerico, porträtiert einen hoch zu Ross sitzenden, mit dem Schwert wütend um sich schlagenden - eben cholerischen - Mann. Der zweite Satz, Allegro comodo e flemmatico, ist der gemächliche Walzer eines jungen Mannes, der seine Zeit mit viel „Nichtstun“ verbringt. Nach dem schwermütigen Andante malincolico folgt im letzten Satz das lebhafte Allegro sanguineo, welches von der Darstellung eines gedankenlos voran stürmenden Mannes geprägt ist, der meint, die ganze Welt gehöre ihm und sämtliche gebratenen Tauben der Umgebung hätten ohne sein Zutun in seinen Mund zu fliegen.

Nielsen wollte seine 2. Sinfonie keineswegs als Programmmusik verstanden wissen, sondern lediglich als musikalische Umsetzung verschiedener Stimmungen.

Steffen Schiel (Ligeti, Steffens)
Josefine Hoffmann (Nielsen)

Florian Käune (*1991) hat seine hohe Begabung an der Blockflöte und sein großes musikalisches Verständnis mehrfach bei den Wettbewerben „Jugend musiziert“ und „Jugend komponiert“ unter Beweis gestellt und ist jeweils auf Bundesebene als Preisträger ausgezeichnet worden. Als Schüler des Komponisten und Musikpädagogen Jörg Partzsch errang er im vergangenen Jahr mit seiner Eigenkomposition „Der Traumfänger“ in beiden Wettbewerben einen ersten Preis. Seit Oktober ist er Student an der Hochschule für Musik Detmold. Darüber hinaus ist er als Fagottist Mitglied des Paderborner Hochschulorchesters. Seine langjährige Mitgliedschaft im Paderborner Domchor und Erfahrungen in Ensembleleitung diverser Besetzungen für Alte Musik runden seinen musikalischen Werdegang ab.

Programm im Sommersemester 2011

TEMPERAMENTE - Konzerte des Hochschulorchesters Paderborn am 04. und 06. Juli 2011

  • Opernarien und "Orchester-Zwischenmusiken" mit Kerstin Maria Wüller , Sopran
    • Aus Carmen (Bizet): Zwischenmusik nach dem 2. Akt sowie Arie der Micaela: Je dis... (3. Akt)
    • Aus La Traviata (Verdi): Preludio 1. Akt sowie Arie der Violetta: E strano...sempre libera (Finale 1. Akt)
    • Aus Gianni Schicci (Puccini): Arie der Lauretta: O mio babbino caro...
  • Carl Nielsen, 2. Sinfonie ("Die vier Temperamente")

Eintrittspreise: 04.07. (Audimax): 8,- € / 5,- € 06.07. (PaderHalle): 12,- € / 8,- € Das Hochschulorchester Paderborn unter der Leitung seines Dirigenten Steffen Schiel spielt in diesem Semester zwei Konzerte mit dem Titel TEMPERAMENTE. Opernarien und Zwischenmusiken von Bizet, Verdi und Puccini sowie die 2. Sinfonie des Dänen Carl Nielsen, die den Untertitel „Die vier Temperamente“ trägt, erklingen am 4. Juli im Audimax und am 6. Juli in der PaderHalle, Beginn ist jeweils um 20.00 Uhr. Solistin des Abends ist die Sopranistin Kerstin Maria Wüller, die nach Künstlerischer Reifeprüfung und Konzertexamen and der Hochschule für Musik Detmold Opernengagements an der Studiobühne Bremen, an der Berliner Kammeroper und am Theatre La Vilette Paris hatte. Neben ihrer Konzerttätigkeit (mehrere CD-Einspielungen sowie Rundfunkaufnahmen und -produktionen beim NDR, HR, WDR und RAI) ist sie als Gesangspädagogin tätig, seit 2001 auch im Fach Musik an der Universität Paderborn. Im Konzertprogramm stellt Kerstin Wüller drei Arien unterschiedlich temperamentvoller Frauen vor: Micaela aus Bizets „Carmen“, die hin und hergerissen ist zwischen Mutlosigkeit und Hass auf Carmen, die ihr den Liebsten Don José genommen und aus ihm einen ehrlosen Banditen gemacht hat, Violetta aus „La Traviata“ von Verdi, die in ihrer Arie „E strano“ voll verliebten Überschwangs ist, im weiteren Verlauf der Handlung dann aber einsehen muss, dass sie als Kurtisane nicht in den gehobenen Stand ihres Alfredo einheiraten kann, sowie Lauretta aus Puccinis „Gianni Schicchi“, die in ihrer herzerweichenden Arie „O mio babbino caro“ ihr „liebstes Papilein“ anfleht, ihren Rinuccio heiraten zu dürfen - andernfalls müsse sie sich in den Fluss Arno stürzen. Umrahmt werden die Arien durch Instrumentalmusiken aus den drei Opern, so u.a. der berühmten Ouvertüre zu Carmen. Der Däne Carl Nielsen (1865-1931) ist in Deutschland nahezu unbekannt, gehört jedoch, wie sein Kollege Jean Sibelius, zu den wichtigsten Komponisten Skandinaviens. Seine 2. Sinfonie komponiert Nielsen in den Jahren 1901/02. Er vertont in ihr einen Bilderzyklus, den er vermutlich in einem Dorfgasthaus in Seeland gesehen hat: Allegro collerico (ein hoch zu Ross sitzender, mit dem Schwert wütend um sich schlagender Mann), Allegro comodo e flemmatico ist der gemächliche Walzer des jungen Mannes, der seine Zeit mit viel „Nichtstun“ verbringt. Nach dem schwermütigen Andante malincolico folgt im letzten Satz das lebhafte Allegro sanguineo, welches von der Darstellung eines gedankenlos voranstürmenden Mannes geprägt ist, der meint, die ganze Welt gehöre ihm und sämtliche gebratenen Tauben der Umgebung hätten ohne sein Zutun in seinen Mund zu fliegen. 8. Familienkonzert des Hochschulorchesters Paderborn am 17. Juli 2011, 11.00 und 15.00 Uhr

  • Hugo Alfvén - Midsommarvaka

Eintrittspreise:
6,- € / 4,- €

Programm im Wintersemester 2010/2011

METAMORPHOSEN - Konzerte des Hochschulorchesters Paderborn am 17. und 19. Januar 2011

  • Paul Dukas: Der Zauberlehrling
  • J.S. Bach / Uli Lettermann: Konzert für Sopransaxophon und Orchester nach BWV 1056
  • Paul Hindemith: Sinfonische Metamorphosen nach Themen von Carl Maria von Weber

  • Sprecher: Gero Friedrich
    Sopransaxophon: Uli Lettermann
    Leitung: Steffen Schiel

Das Hochschulorchester Paderborn spielt in diesem Semester zwei Konzerte im Audimax der Universität mit einem ungewöhnlichen Programm: METAMORPHOSEN benennt dabei die Umwandlung bzw. Bearbeitung künstlerischen Materials. Am Montag, 17.01. und Mittwoch, 19.01.2011 beginnen die Konzerte jeweils um 20.00 Uhr. Das Mittwochskonzert wird als Benefizkonzert mit veranstaltet von den drei Paderborner Rotary-Clubs, der Erlös ist bestimmt für das Kinderhospiz Bethel. Das bekannteste Werk des französischen Komponisten ist Der Zauberlehrling. Er gestaltet die gleichnamige Ballade von Johann Wolfgang von Goethe um in ein musikalisches Drama, in dem die verschiedenen Protagonisten durch einprägsame Themen dargestellt und die Handlung der Ballade geradezu lautmalerisch skizziert wird. In den Konzerten wird Goethes Ballade, rezitiert von Gero Friedrich, direkt mit der Komposition von Dukas verknüpft. Johann Sebastian Bachs Konzert BWV 1056 hat Bach bereits selbst in verschiedene Gewänder gekleidet. Violine, Cembalo und Oboe markieren Bachs Suche nach einem geeigneten Soloinstrument. Vielleicht wäre es das Sopransaxophon gewesen - wenn er es schon gekannt hätte. Uli Lettermann hat in seiner Bearbeitung den Orchesterklang erweitert, ihn auf das Sopransaxophon zugeschnitten. Er hat sich erlaubt, Bachs Komposition wiederum zu verändern, Harmonien werden gewendet, erweitert – und der Jazz hält Einzug. Besonders im zweiten und dritten Satz wird dies offensichtlich, wenn Improvisation hier und rhythmische Energie dort das Werk neu entstehen lassen. Paul Hindemith vollendete seine Sinfonischen Metamorphosen nach Themen von Carl Maria von Weber im Sommer 1943. Im Aufbau einer klassischen Sinfonie entsprechend liegen dem Werk drei Weber’sche Klavierwerke und seine Overtura Chinesa zugrunde. Hindemith verfremdet die Originalwerke durch harmonische Ergänzungen, äußerst einfallsreiche Instrumentierung und rhythmische Variation. Eine Nähe zum Jazz zeigt sich zudem in einer durch Synkopen geprägten Passage der Blech- und Holzbläser, vielleicht ein Bezug zu den USA, wo Hindemith seit 1940 lebte. Eintrittspreise: 17.01.: 8,- € / 5,- € 19.01.: 15,- € / 5,- € (7,- € der nicht ermäßigten Karten gehen an das Kinderhospiz Bethel)


Kritiken und Details über dieses Winterkonzerts

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