Weiterer Gastvortrag in Rahmen des "Studiums für Ältere"
Syrien- Brückenland zwischen Ost und West, Schnittpunkt von Völkern und Kulturen, Weltreichen und Religionen
Gastredner: Herr Walter Krause
Termin: 22. Januar 2013
Uhrzeit: 16.00 Uhr
Ort: Hörsaal D2
Seitdem im Nahen Osten auch in Syrien die Revolution ausbrach, ist dieses Land nicht mehr aus der Berichterstattung unserer Medien verschwunden. Und doch: Syrien, das immer abseits von den Strömen des Massentourismus lag, ist auch weiterhin ein unbekanntes Land geblieben, weiß doch keiner bei uns:
Dass Damaskus und Aleppo älter als Rom sind. Dass in Uggarit, einer ehemals bedeutenden Handelsstadt an der Küste Syriens, die Grundlagen unseres Alphabets entstanden. Dass in Syrien die Anhänger Jesu zum ersten Mal "Christen" genannt wurden. Dass in Syrien das Mönchtum im Asketentum eine besondere Ausprägung bekam. Dass Syrien das Land ist, das zum Zentrum des ersten moslemischen Weltreichs wurde. Dass die Ruinen der Oasenstadt Palmyra "zu den aufregendsten Kapiteln der Kunstgeschichte" gehören. Der Krak des Chevaliers als die Schönste aller Kreuzfahrerburgen gilt. Dass die Grenzen des heutigen Staates Syrien von Frankreich und England mit dem Lineal am "grünen Tisch" gezogen wurden usw. usw. ...
Ein wenig bekannter soll der Dia-Vortrag dieses Land machen, das seit Jahrtausenden im Spannungsfeld von Orient und Okzident liegt.
Vortrag in der Uni:
Experimente der Psychologie und ihre Geltung für den Alltag
„Experimente der Psychologie und ihre Geltung für den Alltag“ lautet das Thema eines Vortrags, den die Sozialpsychologin Prof. Dr. Ruth Rustemeyer am Dienstag, 4. Dezember, ab 16 Uhr im Hörsaal D2 der Universität Paderborn hält.
Bei der ersten Veranstaltung dieser Vortragsreihe im Rahmen des Studiums für Ältere ging es um „unangemessene Gefühle“ und ihre Bewältigung durch die Rational-Emotive Verhaltenstherapie, nach ihrem Begründer Albert Ellis auch Ellis-Methode genannt. Dabei werden irrationale Fehleinschätzungen wie „Keiner liebt mich“ oder „Mein Leben ist katastrophal“ mittels rationaler Bewertungen aufgehoben, die zu einem anderen Selbstkonzept und zur Stärkung der Persönlichkeit führen. In ihrem zweiten Vortrag im Wintersemester 2012/13 will Ruth Rustemeyer klassische Experimente der Psychologie vorstellen: u. a. das Gehorsamsexperiment von Stanley Milgram. 1961 rekrutierte der amerikanische Psychologe Hunderte von Freiwilligen und wies sie an, mutmaßlich todbringende Stromstöße an einen Darsteller zu verabreichen, der Schmerz und sogar Sterben vortäuschte. Schockierendes Ergebnis: 65 Prozent der Versuchsteilnehmer leisteten dem Befehl des Versuchsleiters Folge. „Warum verhalten sich Menschen so und welche Verbindungen gibt es zu unserem Alltag?“ Diese Fragen will Prof. Rustemeyer am 4. Dezember anhand des Gehorsamsexperiments und anderer Experimente beantworten.

Hans-Joachim Warnecke, Ruth Rustemeyer und Birgitt Lammert (rechts), ehrenamtliche Koordinatorin des Studiums für Ältere, im Hörsaal D2. Foto: Detlef Ihmels
Bei der ersten Veranstaltung der beliebten Vortragsreihe, die allen an Psychologie Interessierten offen steht, kündigte Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Warnecke, Hochschulbeauftragter für das Studium für Ältere, an: Auch im Sommersemester 2013 werde Ruth Rustemeyer wieder Vorträge zu psychologischen Themen halten. „Dann hoffentlich einen Vortrag pro Woche.“ Die in Paderborn lebende Expertin für Unterrichtsforschung und Unterrichtspsychologie, Berufs- und Karriereorientierung, Geschlechtstypik von Berufen, berufliche Selbstbilder sowie Selbstkonzeptforschung hatte sich 1991 an der Paderborner Universität habilitiert. Von 1991 bis 1995 war sie Professorin für Pädagogische Psychologie an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg im Breisgau und danach Professorin für Sozialpsychologie an der Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz. Inzwischen ist sie pensioniert. „Genau wie ich“, sagte Hans-Joachim Warnecke. „Aber Hochschullehrer sind wir immer noch.“
Runder Tisch „Studium für Ältere“
Termin: Dienstag, den 27. November
Uhrzeit: 16.00 Uhr
Ort: Raum H6.232
Aufgrund der großen Resonanz für die Einrichtung solch einer Plattform für einen Informations- und Erfahrungsaustausch mit Birgitt Lammert, Alfred Sabelleck und Katharina Braun. Am 30. Mai 2011 gab es ein erstes Treffen zur Gründung eines „Runden Tisches“ innerhalb des Studiums für Ältere an der Universität Paderborn.
Sehr gefreut haben wir uns über die große Resonanz für solch eine Plattform für einen Informations- und Erfahrungsaustausch. Beim nächsten „Runden Tisch“ am 27. November, um 16.00 Uhr, im Raum H6.232, möchten wir diese neue „Kommunikationsplattform“ weiter unterstützen und gestalterisch voran bringen. Die Moderation übernimmt Birgitt Lammert. Uns sind alle interessierten Gäste willkommen, auch wenn sie sich nicht als Gasthörer eingeschrieben haben.
Ihr Engagement ist erwünscht. Es gilt vielfältige Fragen zu klären und ein Kurzprotokoll zu erstellen. Weitere Themen sind u.a. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Fragen von Organisation und Zielsetzung. Bereits im Vorfeld können Themen von Ihnen benannt werden, die auf die Tagesordnung gesetzt werden sollten. Ansprechpartner: Alfred Sabelleck, Birgitt Lammert und Katharina Braun.
Weitere Termine: 08. Januar 2013
Im Namen des gesamten Teams möchten wir uns für das rege Interesse an der Einnführungsveranstaltung bedanken.
Wie angekündigt finden Sie hier die Präsentation des gestrigen Nachmittags.
Staffelwechsel der Leitung
Nach seiner Emeritierung leitete Prof. Dr. Peter Schneider fünf Jahre als Hochschulbeauftragter das Studium für Ältere an der Universität Paderborn, doch jetzt geht der 70-jährige endgültig in den Ruhestand. Bei der Einführungsveranstaltung für neue Studierende der Generation 60+ verabschiedete ihn sein Nachfolger Prof. Dr. Hans-Joachim Warnecke mit einem „guten Tropfen, der die Tränen weg drückt“.
Prof. em. Dr. Peter Schneider (links) und sein Nachfolger Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Warnecke (rechts)
Laut dem Internet-Lexikon Wikipedia bedeutet Emeritierung die „altersbedingte Entpflichtung eines Bischofs, Pastors oder Hochschullehrers von der Pflicht zur Wahrnehmung seiner Alltagsgeschäfte“. Der Erziehungswissenschaftler Peter Schneider hat die Entpflichtung wohl eher als Befreiung verstanden, die ihn in die Freiheit eines Unruheständlers entließ. Darum wurde er nach Erreichen des Pensionsalters nicht nur Hochschulbeauftragter für das Studium für Ältere in Paderborn, sondern auch Leiter des Forschungsprojekts „Neue Alterskultur“ an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn. Dort entwickelte er den Zertifikatsstudiengang „Bürgerschaftliche Kompetenz in Wissenschaft und Praxis“, den die Paderborner Uni im Rahmen des Studiums für Ältere anbietet. Dieser einzigartige Studiengang ohne akademischen Abschluss, aber mit Uni-Zertifikat, steht allen offen – einerlei, über welche Schulabschlüsse sie verfügen, und egal, wie alt sie sind. Doch vor allem richtet er sich an Unruheständler, die dazu qualifiziert werden sollen, „sich kompetent für die Gesellschaft zu engagieren“. Das sei nötiger denn je, sagte Peter Schneider Anfang Oktober im Hörsaal D2. Noch nie in der Geschichte der Menschheit seien gleichzeitig so viele Menschen so alt geworden, bei einem gleichzeitig dramatischen Geburtenrückgang. „Wird es einen Krieg der Generationen geben?“, fragte der emeritierte Professor die älteren Studierenden in dem fast bis auf den letzten Platz gefüllten Hörsaal. „Oder werden wir es schaffen, den Schatz im Silberhaar zu bergen?“ Damit sei das Potenzial der „immer länger jung bleibenden Alten“ gemeint, die sich auf Grundlage ihres beruflichen Wissens und ihres Erfahrungswissens „aktiv in die Gestaltung der Zukunft einmischen können – und müssen“.
Peter Schneiders Nachfolger Hans-Joachim Warnecke ist emeritierter Professor für Technische Chemie und Chemische Verfahrenstechnik. Acht Jahre war er Dekan der Fakultät für Naturwissenschaften. Dort hatte er es nicht nur mit Chemikern und Physikern zu tun, sondern auch mit Sport-, Ernährungs- und Medizinwissenschaftlern aus der Abteilung „Sport & Gesundheit“. Insofern sei er darin geübt, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Diese Aussicht habe er weiterhin genießen wollen, sagte der aus Berlin stammende Chemiker humorig. Deshalb habe er sofort das Angebot der Hochschulleitung angenommen, der neue Hochschulbeauftragte für das Studium für Ältere zu werden, das alle Fakultäten einbezieht. Er teile die Einschätzung von Professor Schneider, betonte Professor Warnecke, dass die derzeitige Generation 60+ die Zukunft aktiv mitgestalten müsse. Allerdings verstehe er auch, dass das Gros der älteren Studierenden in diesem Hörsaal einfach bloß hier sein möchte: „Bildung aus reinem Vergnügen.“ Und die wenigen, die sich möglicherweise mitgestaltend betätigen würden, seien nicht unbedingt für das große gesamtgesellschaftliche Ganze gefragt, auf das Peter Schneider abziele, sondern vielleicht eher für den relativ kleinen Kosmos dieser Universität: „Was wird sein, wenn der Studenten-Berg in ein paar Jahren abgebaut ist? Was machen wir dann mit den leeren Hörsälen?“ Auch dazu müsse die derzeitige Generation 60+ Zukunftsvisionen entwickeln. „Warum nicht hier und jetzt im Studium für Ältere? Denn künftige Generationen unseres Alters werden voraussichtlich gar keine Zeit mehr dazu haben, weil sie ihren Lebensunterhalt verdienen müssen.“
Makro- oder Mikrokosmos – ganzheitlich denkende Menschen haben immer beides im Blick, einerlei ob sie Erziehungswissenschaftler oder Naturwissenschaftler sind. Deshalb waren sich der scheidende und der neue Hochschulbeauftragte in einem absolut einig: in ihrer Dankbarkeit für die Großzügigkeit der Paderborner Hochschulleitung. „Im Gegensatz zu anderen Universitäten“, sagte Peter Schneider, „haben hier Verwaltung wie Rektorat das Studium für Ältere immer unterstützt. Den Zertifikatsstudiengang hätte ich nirgendwo anders einführen können.“ Dazu müsse er ergänzen, sagte Hans-Joachim Warnecke: „Zertifikate bekommt man überall, auch in einem Kochkurs. Aber dieses Uni-Zertifikat ist wirklich etwas wert.“
Zum Abschied schüttelten sich die beiden Professoren herzlich die Hand. Eine Träne verdrückte der scheidende Hochschulbeauftragte nicht. Aber er gestand etwas traurig, dass er sich nun mit dieser Flasche Rotwein begnügen müsse, um sich geistig fit zu halten, weil Rotwein in Maßen genossen, ja angeblich dazu beitragen könne, das Gehirn anzuregen. Doch er wäre nicht Peter Schneider, wenn er nicht einen leidenschaftlichen Appell an das Auditorium hinzugefügt hätte: „Trinken Sie nicht nur Rotwein, gestalten Sie auch die Zukunft!“
Cornelia Filter
Der neue Studienführer ist online:
Bitte beachten Sie, dass Sie sich zu einigen der von uns angebotenen Sonderveranstaltungen anmelden müssen! Näheres finden Sie links unter dem Punkt "Termine und Veranstaltungen" oder in unserem neuen Studienführer.
(zum Aufrufen bitte klicken) |
Studium für Ältere: Studienführer fürs Wintersemester erschienen Im Wintersemester 2012/13 bietet die Universität Paderborn wieder das Studium für Ältere an. Der neue Studienführer ist erschienen. Druckfrisch präsentierten ihn zwei Frauen, die ihn maßgeblich gestaltet haben: Katharina Braun, dafür auch in ihrer Freizeit aktive studentische Hilfskraft, und Birgitt Lammert, ehrenamtliche Koordinatorin zwischen der Paderborner Uni und dem Bürger-Engagement in Paderborn. Ältere Bürgerinnen und Bürger besuchen nun schon seit vielen Jahren gemeinsam mit jungen Studierenden reguläre Uni-Lehrveranstaltungen als Gasthörende. Unter sich sind sie nur im Zertifikatsstudium „Bürgerschaftliche Kompetenz in Wissenschaft und Praxis“. Dieses richte sich an eine Zielgruppe, „die sich im Rentenalter nicht nur individuell weiterbilden möchte, sondern sich für die Gesellschaft engagieren und ihr etwas zurückgeben will“, erklärte Birgitt Lammert bei der Vorstellung des Studienführers. In der Einführungsveranstaltung am Dienstag, 2. Oktober, 14 Uhr, Hörsaal D 2, geht es deshalb wie gewohnt um beides: um das Studium für Ältere im Allgemeinen sowie um den Zertifikatsstudiengang im Besonderen. Was es darüber hinaus zu wissen gibt, ist dem Studienführer zu entnehmen. „Vor allem aber, dass das Studium für Ältere allen offen steht“, betont Birgitt Lammert: „Die Zulassung als Gasthörer ist nicht an einen Schulabschluss wie das Abitur oder ähnliches gebunden.“ Die oft geäußerte Kritik, dass Alte den Jungen die raren Studienplätze streitig machen, hält Katharina Braun für unbegründet. Sie studiert Erziehungswissenschaft und hat die Erfahrung gemacht, dass Gasthörende überfüllte Hörsäle meiden. Außerdem müssten die Älteren 100 Euro pro Semester als Gasthörergebühr bezahlen, ohne Kosten für Klausuren und Diplome zu verursachen, sagt sie und gibt zu bedenken, dass es sich „lediglich um ein Prozent aller Studierenden“ handele. Katharina Braun würde sich freuen, wenn es mehr wären. Denn: „Die Älteren lehren uns Jüngere, dass es beim Lernen nicht nur um Abschlüsse gehen muss, sondern auch um die Freude am Lernen gehen kann.“ Der Wintersemester-Studienführer liegt als Broschüre abholbereit im Service-Center der Uni und im Rathaus-Büro vom Marktplatz für Bürger-Engagement, sowie an verschiedensten Auslagen stadtweit www.uni-paderborn.de/studium/studium-fuer-aeltere sowie www.paderborn.de/marktplatz-ehrenamt. Die Gasthörerscheine sind im Service-Center bereitgestellt oder können unter braunk[at]campus.uni-paderborn angefordert werden. |
Uni-Zertifikat „Bürgerschaftliche Kompetenz“ verliehen
Gute Nachricht vom Dekan: Auch im Wintersemester wieder Studium für Ältere

Zertifikatsstudent Manfred Wellbrock, Prof. Dr. Peckhaus (Dekan der Fakultät Kulturwissenschaften), Prof. Dr. Schneider (v.l.)
Zum Abschluss des Sommersemesters wurde im Rahmen des Studiums für Ältere an der Paderborner Universität das Zertifikat „Bürgerschaftliche Kompetenz in Wissenschaft und Praxis“ verliehen. Prof. Dr. Volker Peckhaus, Dekan der Fakultät für Kulturwissenschaften, kündigte bei dieser Gelegenheit an: Im Wintersemester werde das Studium für Ältere fortgesetzt. Der bisherige Hochschulbeauftragte dafür, Prof. em. Dr. Peter Schneider, stehe zwar nicht mehr zur Verfügung – doch: „Wir sind gerade dabei, die Nachfolgefrage ordentlich über die Bühne zu bringen.“
Peter Schneider freute sich über diese gute Nachricht. Das sei keine Selbstverständlichkeit. Wegen der ohnehin schon überfüllten Hörsäle seien Ältere in anderen Hochschulen nicht unbedingt willkommen. Er bedankte sich herzlich bei Volker Peckhaus. Denn in der Fakultät für Kulturwissenschaften, die der Professor für Wissenschaftstheorie als Dekan leitet, schreiben sich nicht nur 80 Prozent der älteren Studierenden als Gasthörer ein; ihr obliegt auch die Organisation des Studiums für Ältere, denen alle Fachbereiche offen stehen. Dem scheidenden Hochschulbeauftragten (will meinen: federführenden Manager) Prof. Schneider ist das gemeinsame Lernen von Alt und Jung ein Herzensanliegen. Angesichts des demografischen Wandels, betonte der Erziehungswissenschaftler, müsse man gesellschaftspolitische Wege für das künftige Miteinander der Generationen suchen. Finden könne man sie nur generationsübergreifend. „Monokulturen für Alte wie Altersheime haben keine Zukunft.“ Es gelte, „den Schatz im Silberhaar zu heben“. Auch zum Nutzen der Jungen, beispielsweise durch Bildungspatenschaften. Gerade junge Menschen in familiären, schulischen oder beruflichen Krisen benötigten kundige und verlässliche ältere Ansprechpartner. „Das könnte die Grundlage eines neuen Generationenvertrags sein.“
Bildungspatenschaften vermittelt in Paderborn der „Marktplatz für Bürger-Engagement“ (www.paderborn.de/markplatz-ehrenamt), den Birgitt Lammert mit Unterstützung der Stadt gegründet hat. Als Koordinatorin des Studiums für Ältere vernetzt Lammert Stadt und Uni, seit sie den von Prof. Schneider entwickelten Zertifikatsstudiengang „Bürgerschaftliche Kompetenz in Wissenschaft und Praxis“ absolvierte. Denn dieser qualifiziert ältere Menschen (auch ohne Hochschulreife, aber gern mit Ehrenamtserfahrung) als „Führungskräfte für bürgerschaftliche Arbeit“. Einziger Absolvent im Sommersemester 2012 ist Manfred Wellbrock. Seine Abschlussarbeit schrieb er über – kaum zu glauben! – Skat. bzw. über das Skatspiel und seine Bedeutung für den Erwerb von Schlüsselqualifikationen wie Sozialkompetenz, Zuverlässigkeit und logisches Denken. Im Prinzip geht es also um Bildungspatenschaften.
„Ich bin so alt wie die damalige EWG und heutige EU, Junggeselle mit vier Kindern, das heißt geschieden“, erzählte Wellbrock humorig. Der ursprünglich als Elektriker Ausgebildete und zum Kaufmann Weitergebildete lernte Skat bereits im zarten Alter von fünf Jahren. Nachdem er es seinen eigenen Kindern beigebracht hatte, baute er Skatgruppen für Kinder aus bildungsfernen Familien auf – „früher Hilfsschüler genannt“. Und siehe da: Die als unpünktlich und unzuverlässig Verschrienen kamen „immer eine viertel Stunde zu früh“! So viel Spaß machte ihnen das Freizeitangebot; so gut tat es ihnen, dass ein Erwachsener sich intensiv um sie bemühte und ihnen sogar etwas zutraute. Wellbrock stolz: „Einer von meinen Zöglingen wurde mit 13 Jahren deutscher Skat-Vizemeister, der jüngste aller Zeiten. Ein anderer ist heute Bankdirektor.“ Dass es den Zertifikatsstudiengang gibt, erfuhr der temperamentvolle Sauerländer auf einer Flugreise. Eine im Flieger kostenlos verteilte Zeitung berichtete über „das vorbildliche Studium für Ältere an der Paderborner Uni“. Pro Semester besuchte Manfred Wellbrock wöchentlich 13 Vorlesungen und Seminare. Im Auto fuhr er von seiner Heimatstadt Sundern aus die 130 Kilometer nach Paderborn und wieder zurück: „Jeden Tag mit Freude.“ Anfänglich allerdings hatte er „ein bisschen Angst“ – vor den jungen Studierenden. „Aber die akzeptieren uns Ältere voll und ganz.“
Prof. Dr. Schneider
Als er dem erfolgreichen Absolventen das Zertifikat überreichte, sagte der Dekan: „Heutigen Studierenden wird von klein auf lebenslanges Lernen nahe gelegt. Sie personifizieren, wohin das führt, lieber Herr Wellbrock!“ Prof. Peckhaus bedankte sich ausdrücklich bei Prof. Schneider. Dieser habe als Initiator und Leiter des Zertifikatsstudiengangs verdeutlicht, dass es beim Studium für Ältere „nicht nur um Bildung allein der Bildung wegen gehen muss, sondern auch um die Nutzung von Erfahrungswissen, Fertigkeiten und Kenntnissen für bürgerschaftliches Engagement gehen kann“.

Birgitt Lammert, Manfred Wellbrock, Prof. Dr. Peckhaus, Prof. Dr. Schneider bei der Übergabe des Zertifikats (v.l.)
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