Die Schulzeit im Gymnasium ist in den Bundesländern von neun auf acht Jahre verkürzt worden. In Nordrhein-Westfalen machen deshalb 2013 gleichzeitig zwei Jahrgänge ihr Abitur. Die Landesregierung prognostiziert für dieses Jahr insgesamt 179.000 Studienberechtigte mit Fachhochschul- und Hochschulreife – 50.000 mehr als in 2012.
Da ein Großteil der Studierenden der Universität Paderborn aus der Region kommt, stellt sich die Hochschulleitung auf eine weitere massive Steigerung der Studierendenzahlen in 2013 ein.

Schon in den vergangenen Jahren war die Zahl der Studierenden aus demografischen Gründen gestiegen. Mit dem sogenannten Hochschulpakt I hatte das Land von 2007 bis 2010 rund 26.000 zusätzliche Studienanfängerplätze geschaffen.
Dann folgte der Hochschulpakt II. Darin verpflichten sich die Hochschulen, von 2011 bis 2015 weitere Studierende aufzunehmen. Die Universität Paderborn hat sich verpflichtet, 2013 insgesamt 3.450 Erstsemester aufzunehmen (2011: 2950; 2012: 2950; 2014: 3.300; 2015: 2.950).

Die bisherigen Kapazitäten der Universität Paderborn waren für 2.074 Studienanfänger ausreichend. Für jeden zusätzlichen Studienanfänger bis zur vereinbarten Mindestaufnahmezahl (3.450 Erstsemester in 2013) zahlt das Land der Universität eine Prämie von 20.000 Euro verteilt auf vier Jahre. Bei rund 5.200 zusätzlichen Studienplätzen sind das etwa 104 Millionen Euro, die zur Verfügung stehen, um Studienangebot und Infrastruktur entsprechend auszubauen.
Die Finanzierung des Hochschulpakts II basiert auf Prognosen der Kultusministerkonferenz (KMK) aus dem Jahr 2009. Nachdem bereits in den Jahren 2009 und 2010 die tatsächlichen Studienanfängerzahlen in NRW deutlich über diesen Prognosezahlen gelegen haben, haben 119.500 Studienberechtigte im Jahr 2011 ein Studium aufgenommen – 22,4 Prozent mehr als prognostiziert. Um eine realistische Planungs- und Finanzierungsgrundlage zu erhalten, will die KMK bis ca. April 2012 eine neue Vorausberechnung der Studienanfängerzahlen vornehmen.
Auch an der Universität Paderborn wurden die bisherigen Prognosen deutlich überschritten. Bereits im Wintersemester 2011/2012 haben sich bedingt durch den Wegfall der allgemeinen Wehrpflicht und die doppelten Abiturjahrgänge in anderen Bundesländern 3.630 Erstsemester eingeschrieben – bereits mehr als für das Jahr 2013 vorausberechnet. Insgesamt, so schätzt die Hochschulleitung, wird sich die Gesamtzahl der Studierenden an der Universität 2013 auf ca. 20.000 summieren. Gemeinsam mit anderen NRW-Hochschulen hat die Universität Paderborn Bund und Länder dazu aufgefordert, die ohnehin knapp bemessenen Mittel des Hochschulpakts II entsprechend den tatsächlichen Studienanfängerzahlen zu erhöhen. Nur so kann die Universität ein adäquates Studienangebot für die zusätzlichen Erstsemester schaffen.

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