Fragen und Antworten zum Doppelabiturjahrgang für Studieninteressierte

Studien(platz)situation

Wird das Studienangebot bis 2013 ausgebaut und wenn ja, wie viele Studienplätze werden zusätzlich bereitgestellt?

Gegenüber dem Land Nordrhein-Westfalen hat sich die Uni Paderborn im sogenannten Hochschulpakt II verpflichtet, von 2011 bis 2015 zusätzliche Studierende aufzunehmen – bis 2013 rund 3.000. Da die Prognose der Studienanfängerzahlen aber bereits im Jahr 2011 deutlich überschritten wurde, werden weitere zusätzliche Studienplätze für 2013 notwendig sein. Wir schätzen, dass die Zahl der Studierenden bis dahin von 15.200 über aktuell 17.400 (WS 2011/2012) auf ca. 20.000 steigt.

Werden alle Studiengänge zulassungsbeschränkt?

Zulassungsbeschränkungen entstehen immer dann, wenn die Anzahl der Studienbewerberinnen und –bewerber die Anzahl der Studienplätze übersteigt. Mit einer festen Aufnahmegröße will die Universität die Studierbarkeit der betreffenden Fächer gewährleisten. In diesen Fällen entscheidet zum Beispiel dann die Abiturnote über die Zulassung zum Studium (NC). Auch jetzt gibt es in den Kulturwissenschaften und im Lehramt Studiengänge, die zulassungsbeschränkt sind. In den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) dagegen bleiben Studienplätze oft unbelegt. Diese werden voraussichtlich auch 2013 zulassungsfrei bleiben.

Kann ich mein Studium in der Regelstudienzeit absolvieren oder wird es sich aufgrund von überfüllten Lehrveranstaltungen verlängern?

Die Regelstudienzeit ist eine Richtgröße für die Sicherstellung eines Lehrangebots durch die Universität, damit das Studium in einem vorgegebenen Zeitrahmen abgeschlossen werden kann. Dennoch kann sich die Regelstudienzeit mitunter von der durchschnittlichen Studiendauer unterscheiden, da individuelle Faktoren die Studienzeit verlängern (z.B. Wiederholung von Prüfungen, Fachwechsel, Auslandsaufenthalt, Krankheit). In Bezug auf die Anzahl und Auswahl der Lehrveranstaltungen sind die Fakultäten bemüht, so weit wie möglich ein entsprechend großes Angebot vorzuhalten, damit  das Studium in der Regelstudienzeit abgeschlossen werden kann. Es kann aber sein, dass nicht immer alle Lehrveranstaltungen nach dem Lieblingsdozenten oder der bevorzugten Zeit gewählt werden können. Für den Fall, dass eine Veranstaltung zwingend in einem bestimmten Semester belegt werden muss,  wird es – wie bisher auch – die Möglichkeit geben, einen Härtefallantrag zu stellen.

Ich habe Angst, dass künftig besonders streng geprüft wird, um die Studierendenzahlen zu senken. Ist diese Angst begründet?

Es wird immer die Absicht von den Lehrenden an der Hochschule sein, ihre Studierenden erfolgreich durch das Studium zu begleiten und sie nicht zum Studienabbruch zu führen. Insofern werden die Prüfungen weiterhin so konzipiert sein, dass sie den notwendigen Leistungsstand innerhalb eines Studienfachs abfragen.

Ich mache mir Sorgen, dass ich später keinen passenden Master-Studienplatz erhalte. Ist mit verschärften Zulassungsbeschränkungen und Zugangsvoraussetzungen bei den Master-Studiengängen zu rechnen?

Das Angebot an Master-Studienplätzen wird seit Jahren kontinuierlich ausgebaut. Ziel ist, interessierten und leistungsfähigen Studierenden nach ihrem Bachelor-Abschluss auch die Möglichkeit eines Master-Studiums zu bieten. Wenn Beschränkungen eingeführt werden, dann beruhen diese entweder auf begrenzten Studienplatzkapazitäten (Zulassungsbeschränkung) oder auf Qualitätsmerkmalen wie Abschlussnote oder Studieninhalte (Zugangsvoraussetzung). Eine Verschärfung der Regelungen für den Doppelabiturjahrgang ist dabei nicht angedacht.

Wie kann ich die Zeit überbrücken, wenn ich keinen Studienplatz bekommen habe?

Wer den Wunschstudienplatz nicht bekommen hat, kann die Zeit bis zur nächsten Bewerbungs- bzw. Einschreibungsrunde anderweitig sinnvoll nutzen. Zum Beispiel gibt es zahlreiche Möglichkeiten, einen freiwilligen Dienst zu absolvieren (z. B. Bundesfreiwilligendienst, Freiwilliges Soziales Jahr, Freiwilliges Ökologisches Jahr, Europäischer Freiwilligendienst u. v. m), ein  Praktikum durchzuführen oder im Ausland die Sprachkenntnisse auszubauen. Diese Zeit wird nicht nur besondere Erlebnisse und neue Erfahrungen bereit halten, sondern auch die Persönlichkeit festigen und die berufliche Orientierung zu stärken. Denkbar ist natürlich auch, ein zulassungsfreies (vielleicht verwandtes) Studienfach zu wählen und sich mit dem Unileben und dem Studieren vertraut zu machen. Damit können bereits grundlegende Studiertechniken erworben werden, die bei einem späteren Fachwechsel zugutekommen können.

Wird es auch Lehrveranstaltungen an Samstagen geben?

Um mehr Studieninteressierten in bestimmten Studienfächern ein Studium zu ermöglichen, könnten auch Lehrveranstaltungen zu Randzeiten (z. B. Montagvormittag und Freitagnachmittag) und eventuell auch an Samstagen angeboten werden. Wie stark solche Rand- und Sonderzeiten genutzt werden, wird sich bei der Veranstaltungsplanung für das WS 2013/14 zeigen.

Personalsituation

Wird mehr Personal in der Lehre eingestellt?

In der Vereinbarung mit dem Land NRW hat die Uni festgelegt, die finanziellen Mittel aus dem Hochschulpakt II mindestens zur Hälfte für Personalkosten zu verwenden. Derzeit wird der Personalbedarf in den einzelnen Fakultäten noch ermittelt. Nach den Prognosen wird das Personal in den Jahren 2013 bis 2015 von derzeit 2.020 auf ca. 2.300, also um etwa 14 Prozent, aufgestockt.

Wird die Qualität der Lehre und der Betreuung durch die Arbeitsbelastung der Hochschullehrenden leiden?

Die Hochschulleitung setzt sich dafür ein, dass das Betreuungsverhältnis sich nicht verschlechtert. Kürzlich wurde das Lehrkonzept der Hochschule „Heterogenität als Chance“ vom Bundesprogramm „Qualität der Lehre“ ausgezeichnet. Das Konzept sieht differenzierte Beratungs- und Betreuungsangebote vor, die Studierende mit ihren unterschiedlichen Bildungsbiographien vor allem in den Übergangsphasen ihres Studiums unterstützen sollen. Für die Umsetzung werden vom Bund in den nächsten fünf Jahren zusätzlich ca. 11 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mit diesem Geld wurden kürzlich 35 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt.

Raumsituation

Werden zusätzliche Räume zur Verfügung stehen?

Ja, die Uni Paderborn arbeitet schon seit ein paar Jahren daran, dass es mehr Seminarräume, Hörsäle, Büros und Labore auf dem Campus gibt. Sie investiert dafür bis 2013 über 100 Millionen Euro. Zum einen werden davon neue Gebäude gebaut, zum anderen alte Gebäude umgebaut und saniert. Eine Übersicht über die Bauprojekte gibt es auch auf diesen Webseiten.

Werden auch in der Bibliothek mehr studentische Arbeitsplätze eingerichtet? Wird genügend Literatur zur Verfügung stehen?

Im Zuge der Baumaßnahmen erhält die Universitätsbibliothek im sanierten J-Gebäude neue Flächen. Durch Umbaumaßnahmen sollen die bisherigen Räumlichkeiten der Bibliothek als Arbeits- und Lernort attraktiver gestaltet werden. Dabei werden auch zusätzliche studentische Arbeitsplätze entstehen.

Wohnsituation

Werden mehr Plätze im Wohnheim des Studentenwerks Paderborn zur Verfügung gestellt?

Das Studentenwerk Paderborn stellt derzeit am Hochschulstandort Paderborn vier Wohnanlagen mit knapp 1100 Wohnplätzen zur Verfügung. Geplant ist, 260 neue Wohnheimplätze in Campus-Nähe zusammen mit Investoren einzurichten. Zusätzlich entsteht am Pohlweg, in unmittelbarer Nähe zur Universität, ein neues Wohnheim. Das so genannte Energie-Effizienzhaus 55, gefördert durch ein Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau, ist das erste privat finanzierte Studentenwohnheim in Paderborn.

Neben Wohnheimplätzen verfügt Paderborn als Studentenstadt auch über zahlreiche WGs. Zudem hat sowohl das Studentenwerk Paderborn als auch der AStA eine private Zimmervermittlung aufgebaut.

Verpflegungssituation

Wird es ausreichend Möglichkeiten geben, sich in den Pausen zu versorgen?

Da die Studierendenzahl in den nächsten Jahren noch weiter steigen wird, ist jetzt eine Erweiterung der Mensa geplant, die pünktlich 2013 fertig sein soll. Zu den bisher 900 Plätzen in der Mensa sollen dann 600 dazukommen. Mit dem Ausbau soll sich auch die Anzahl der ausgegebenen Essen um die Hälfte, also auf ca. 6.000 Essen täglich, erhöhen. Neben der Mensa gibt es aber auch jetzt schon weitere Versorgungsangebote: Cafeteria, Imbisse, einen Pub und einen kleinen Laden.

Verkehrsmittel

Werden ausreichend öffentliche Verkehrsmittel vorhanden sein, um zur Uni zu kommen?

Gemeinsam mit der Stadt setzt sich die Universität Paderborn für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ein. Bereits jetzt hat das Busunternehmen PaderSprinter sieben neue Busse angeschafft, die dazu beitragen werden, die Verkehrssituation im Jahr 2013 zu entlasten. Die Uni steht im intensiven Austausch mit den ansässigen Busunternehmen, um über weitere Maßnahmen nachzudenken (z. B. Erhöhung der Taktfrequenz, größere Busse)

Jobsituation

Werden sich meine Berufsaussichten verschlechtern, wenn viele Studierende mit mir das Studium beginnen und beenden?

Bei der Auswahl eines Studiengangs spielen auch Berufs- und Arbeitsmarktchancen eine wichtige Rolle. Da aber gerade die Arbeitsmarktsituation von vielen nationalen wie internationalen Faktoren beeinflusst wird, ist eine pauschale Prognose über mehrere Semester hinweg selten möglich. Natürlich gibt es immer wieder Branchen, die dringend Nachwuchs suchen: Derzeit ist das nach wie vor der MINT-Bereich, also Studiengänge wie Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaften. Dafür bringt aber nicht jeder die notwendigen Interessen und die erforderliche Eignung mit. Es ist daher wichtig, die eigenen Neigungen zu berücksichtigen und sich – gerade bei Nicht-MINT-Studiengängen durch Praktika, Auslandsaufenthalte oder Studienschwerpunkte von anderen Absolventinnen und Absolventen abzuheben.

Weitere Fragen?

Ansprechpartner: Zentrale Studienberatung

Der Fragenkatalog wird nach Bedarf erweitert.

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