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In den frühen Abendstunden leuchtet die Universität – ein Blick vom Südring auf das Hörsaal-Gebäude L. Bildinformationen anzeigen
Die Tage werden kürzer. So geht es nach den Vorlesungen oder der Arbeit öfter im Dunkeln durch den Innenhof der Universität nach Hause. Bildinformationen anzeigen
So ruhig wie nachts ist es im Hörsaal C1 nur selten. Bildinformationen anzeigen
Der Innenhof des Gebäudes Q. Bildinformationen anzeigen
Noch ist es leer, am nächsten Morgen herrscht hier wieder geschäftiges Treiben – das Foyer des L-Gebäudes. Bildinformationen anzeigen

Die Universität Paderborn bei Nacht

In den frühen Abendstunden leuchtet die Universität – ein Blick vom Südring auf das Hörsaal-Gebäude L.

Foto: Universität Paderborn, Felix Winkelnkemper

Die Universität Paderborn bei Nacht

Die Tage werden kürzer. So geht es nach den Vorlesungen oder der Arbeit öfter im Dunkeln durch den Innenhof der Universität nach Hause.

Foto: Universität Paderborn, Felix Winkelnkemper

Die Universität Paderborn bei Nacht

So ruhig wie nachts ist es im Hörsaal C1 nur selten.

Foto: Universität Paderborn, Felix Winkelnkemper

Die Universität Paderborn bei Nacht

Der Innenhof des Gebäudes Q.

Foto: Universität Paderborn, Felix Winkelnkemper

Die Universität Paderborn bei Nacht

Noch ist es leer, am nächsten Morgen herrscht hier wieder geschäftiges Treiben – das Foyer des L-Gebäudes.

Foto: Universität Paderborn, Felix Winkelnkemper

| Pressemitteilung

thyssenkrupp-CFO Guido Kerkhoff: Gastredner an der Universität Paderborn im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wirtschaftswissenschaftliches Denken und Handeln“

„Die Rolle des Finanzchefs (CFO) in Restrukturierungsprozessen“ war das Thema der diesjährigen Podiumsdiskussion. Die Veranstaltung war eine Kooperation der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn mit der Schmalenbach-Gesellschaft. Höhepunkt war der Auftritt des thyssenkrupp-Finanzchefs (CFO) Guido Kerkhoff, eingeladen von Dekanin Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane und Studiendekan Prof. Dr. H.-Hugo Kremer. Neben den Genannten waren auf dem Podium mit dabei Prof. Dr. Sönke Sievers, Lehrstuhl für BWL, intern. Rechnungslegung, Prof. Dr. André Uhde, Lehrstuhl für BWL, Finanzierung und Investition, Georg Giersberg, FAZ-Wirtschaftsredakteur und Moderator, sowie die durch zwei Vorstandsmitglieder – Kerkhoff und Sureth-Sloane – vertretene, mitveranstaltende Schmalenbach-Gesellschaft.

Georg Giersberg, Alumnus der Universität Paderborn und Wirtschaftswissenschaftler, hatte sich bereits im vergangenen Jahr durch eine souveräne und humorvolle Gesprächsführung mit Gastredner Dr. Frederick G. Pferdt von Google für einen erneuten Einsatz als Moderator bei Guido Kerkhoff empfohlen. Giersberg ging mit seiner ersten Frage an den Top-Manager, wie sich die Arbeit eines CFO heute darstelle, ins Volle und lenkte die Aufmerksamkeit des studentisch-akademischen Publikums sogleich auf den Gast. Technik und Tempo hätten alles verändert, antwortete Kerkhoff und konkretisierte: „Das schließt auch die Geldströme und den Währungsfluss mit ein.“ Ferner gestalte sich die Arbeit heutzutage viel weniger hierarchisch, bedingt auch dadurch, dass stets ein enormer Grad an Fachwissen in Gestalt von ständig wechselnden Mitarbeitern an den Tisch geladen werden müsste: „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen aktiv dabei sein.“ Giersberg fragte, ob das frühere Postulat „Führung durch Wissen“ nach wie vor Gültigkeit habe, was Kerkhoff trocken-humorvoll so beantwortete: „Wissen schadet nicht!“ Doch könne heute ein Einzelner nicht mehr alles wissen: „Ich erhebe an mich nicht den Anspruch, alles wissen zu müssen.“

Folgen der Digitalisierung im Finanzwesen

Mit Blick auf die zahlreich erschienenen Studierenden warf Giersberg dann die Frage auf, ob die in vergangenen Zeiten geforderte Spezialisierung auf bestimmte wirtschaftswissenschaftliche Fachgebiete auch heute noch gelte? Das hänge heute eher von Fall zu Fall ab, tatsächlich sei beides gefordert, sowohl Spezialwissen als auch breit aufgestellt zu sein, entgegnete Kerkhoff: „Am besten erreichbar, wenn man möglichst viele Abteilungen im Unternehmen kennenlernt.“

Mit der nächsten Frage lenkte Giersberg auf ein Thema, das im Folgenden die Diskussionen zwischen den anwesenden Wissenschaftlern und Studierenden beherrschte: „Wie verändert Digitalisierung die Finanzarbeit in einem Konzern?“ Für den CFO eine unaufhaltsame Entwicklung mit Folgen: „Die klassischen Bereiche wie Rechnungs- und Steuerwesen sind von der Digitalisierung am meisten betroffen. Hier kann vieles automatisiert werden.“ Giersberg darauf: „Bringt Digitalisierung Ordnung ins Geschäft?“ Kerkhoff: „Klares Ja. Viele Prozesse, die in der Vergangenheit hätten manuell abgearbeitet werden müssen, sind heute schlicht überflüssig geworden. Nicht nur wir, sondern auch die großen Wirtschaftsprüfungsunternehmen sind heute in kürzester Zeit in der Lage, selbst aufwändige Finanzprozesse zu prüfen.“
 

Verhältnis von Investitionen und Produktivität

Fragen, ob in Deutschland zu wenig Investitionsbereitschaft und eine zu geringe Produktivität herrschten, beantwortete der erfahrene Finanzchef so: „Wir brauchen heute häufig eher mehr Flexibilität als nur höhere Produktivität bei der Modernisierung von Anlagen.“ Und was die Frage nach mehr Investitionen betreffe, investierten deutsche Unternehmen vielleicht weniger in Deutschland, aber doch erheblich mehr in den ausländischen Wachstumsmärkten: „Der deutsche Markt ist an vielen Stellen gesättigt und bietet daher weniger Wachstumschancen als andere Märkte.“

Nach den Fragen Giersbergs zur gerechten Entlohnung für Manager wurde die Diskussion durch Einbeziehung der Professoren Sureth-Sloane, Sievers und Uhde auf eine breitere Grundlage gestellt. Dabei ging es im Wesentlichen um das Joint Venture mit dem Unternehmen Tata Steel und die Folgen für die Gesellschaft, besonders die Arbeitsplätze: „Die Mitarbeiter müssen bei solchen Restrukturierungsprozessen mitgenommen werden.“
 

Steueroptimierung oder Steuervermeidung?

Allgemeines Aufhorchen erzielte Giersberg mit der Frage an die Dekanin, ob so ein Joint Venture ein Grund sei, den Steuerort nach Amsterdam zu verlegen: „Ja“, antwortete Sureth-Sloane, das könne es durchaus, wobei beim Thema „Amsterdam“ mit Blick auf die „Paradise Papers“ bei Manchem wohl die Glocken läuteten. Doch seien die Niederlande aus vielen Gründen ein hoch attraktiver Standort, nicht zuletzt deswegen, weil die Niederlande über ein besonders großes weltweites Netz aus Doppelbesteuerungsabkommen verfügen. Dieses Netz und umfassende Möglichkeiten, von den niederländischen Finanzbehörden bei steuerlich unklaren Sachverhalten verlässliche Aussagen zu erhalten, vermeiden Mehrfachbesteuerung und bieten Rechtssicherheit. “Bei thyssenkrupp haben steuerliche Gründe für die Entscheidung, den Standort des geplanten Joint Ventures im Stahlbereich mit Tata Steel in die Niederlande zu legen, jedoch keine Rolle gespielt. Die Niederlande haben hier keine steuerlichen Vorteile geboten. Es ging um einen für beide Partner neutralen Standort mit guter Infrastrukturanbindung“, so Kerkhoff.

Kerkhoff äußerte schließlich seine allgemeinen Ansichten zur Frage „Steueroptimierung oder Steuervermeidung durch Verlegung ins Ausland“ folgendermaßen: „Aus juristischer Sicht gibt es da nichts zu beanstanden. Es ist eine wesentliche Aufgabe des CFO, die Steuersituation des Unternehmens im legalen Rahmen zu optimieren.“ Die weitere Diskussion unter Einbeziehung des gesamten Auditoriums drehte sich anschließend im Wesentlichen um den Stellenwert von „Künstlicher Intelligenz“, die Optimierung von Finanzkennzahlen und die Digitalisierung weiterer Bereiche im Finanzwesen.

Studiendekan Prof. Dr. H.-Hugo Kremer schloss die Veranstaltung mit Dankesworten an den thyssenkrupp-Manager: „Sie haben uns überzeugt durch Ihre authentische, bodenständige Art, komplizierte Zusammenhänge zu erläutern.“
 

Text/Foto: Dr. Reinhard Schwarz

Die Universität der Informationsgesellschaft