08.03.10

Ideenworkshop zur Erweiterung des Universitätscampus – Architekten-Teams aus ganz Deutschland arbeiten an einem Masterplan für die Uni Paderborn

In naher Zukunft soll die Universität Paderborn flächenmäßig durch mehrere Neubauten erweitert und ihr Bestand modernisiert werden. Am heutigen Montag startete an der Uni ein einwöchiger Workshop, in dem Teams aus Städteplanern und Landschaftsarchitekten konkurrierend an Ideen für die bauliche Entwicklung des Uni-Campus arbeiten. Ziel des von der Hochschule und dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) ausgelobten Wettbewerbs ist ein Masterplan, der die städtebaulichen und freiraumplanerischen Entwicklungspotenziale des Campus in Bauabschnitten aufzeigt.

„Die derzeitigen Bauplanungen sind von solch großem Umfang, dass sie den Campus entscheidend verändern werden. Deshalb möchten wir mit diesem Workshop ein Optimum für die bauliche Weiterentwicklung der Uni erreichen. Er soll eine Perspektive für die nächsten fünf bis zehn Jahre bieten“, erklärt Dr. Martina Gerdes-Kühn, Baudezernentin der Uni. Allein durch die vom Land bereitgestellten Mittel im Rahmen des Hochschulmodernisierungsprogramms (HMOP) soll die Fläche des Campus – bisher knapp 90.000 Quadratmeter – um 21 Prozent wachsen, einschließlich des Bauvorhabens Zukunftsmeile Fürstenallee. Im Rahmen des Ideenworkshops ist der Bedarf noch weiter gedacht: Die Architekten-Teams sind auch mit der Entwicklung von drei bis vier zusätzlichen Instituts- und Forschungsgebäuden mit insgesamt 20.000 weiteren Quadratmetern Fläche beauftragt.

Zur Aufgabe der vier Teams aus ganz Deutschland gehören noch sechs weitere Bausteine: Entwürfe für ein Institutsgebäude (12.600 Quadratmeter) und Parkpaletten mit 400 Stellplätzen im Rahmen des HMOP, für die Erweiterung der Bibliothek (um ca. 2.000 Quadratmeter) und der Mensa (um ca. 600 Quadratmeter), für die Freiraumplanung mit Anbindung an den Sportcampus und für die Neugestaltung des Haupteingangs.

Letztere ist gerade für Uni-Kanzler Jürgen Plato ein zentrales Anliegen. Die Uni soll in Zukunft einen erkennbaren Haupteingang bekommen, soll insgesamt sichtbarer in Stadt und Region werden. „Wer in fünf Jahren eine Postkarte von Paderborn sieht, der soll nicht nur den Dom als sichtbares Merkmal erkennen, sondern auch die Uni.“ Denkbar sei etwa der Bau eines „Wissenschaftsturms“ an der Uni-Front oder auch ein großes, illuminiertes Namensschild.

Ziel des Workshops ist, das Leitbild der Universität der Informationsgesellschaft, verbunden mit Schlagworten wie Kommunikation, Kooperation und Information, aber auch Interdisziplinarität, in ein räumlichbauliches Konzept zu transportieren. So soll die Uni weiterhin aus einzelnen Bauteilen konzipiert, aber gut vernetzt bleiben, damit sich Interdisziplinarität und Kooperationen räumlich gut verwirklichen lassen. Aus diesem Grund soll die Uni Paderborn auch eine Campus-Uni, eine Universität der kurzen Wege, bleiben.

In einem „Crashkurs“ vermittelten Kanzler Plato, Heinrich Micus, Niederlassungsleiter Bielefeld des BLB NRW, und Dr.-Ing. Bettina Heidberg von der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS), die den Ideenworkshop betreut, am Montag den Architekten die Situation der Uni. Schon am Nachmittag begannen die Workshop-Teilnehmer mit den Entwürfen. Nach einer Zwischenpräsentation am Dienstag, 9.3., findet am Freitag, 12.3., die Schlusspräsentation statt. Eine Empfehlungskommission aus Mitgliedern der Universität, des BLB, der Stadtverwaltung und des NRW-Innovationsministeriums sowie des NRW-Bauministeriums (siehe unten) entscheidet dann über das beste Konzept, das mit einem Preisgeld von 5.000 Euro belohnt wird. Als pauschales Honorar erhält jedes angereiste Team 15.000 Euro. Welche Bausteine des dann vorhandenen, unverbindlichen Masterplans tatsächlich realisiert werden, entscheiden dann Uni und BLB.

Text und Foto (Universität Paderborn): Frauke Döll

Uni-Kanzler Jürgen Plato (links) und Heinrich Micus, Niederlassungsleiter Bielefeld des Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW begrüßten als Auslober des Ideenwettbewerbs die Architekten-Teams.

Uni-Kanzler Jürgen Plato (links) und Heinrich Micus, Niederlassungsleiter Bielefeld des Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW begrüßten als Auslober des Ideenwettbewerbs die Architekten-Teams.

 


 

Die Zusammensetzung der Empfehlungskommission:

Prof. Eckhard Gerber

Städteplaner/Landschaftsarchitekt

Heinz Paus

Bürgermeister Stadt Paderborn

Martin Lürwer, Birgit Rohe

Stadtplanungsamt, Stadt Paderborn

Heinz Krommen, Michael Hoppe

Innovationsministerium NRW (MIWFT)

Mirjam Kerkhoff, Peter Paul Kebbe

Ministerium Bau und Verkehr NRW (MBV)

Jürgen Plato

Kanzler Universität Paderborn

Prof. Dr. Nikolaus Risch

Präsident Universität Paderborn

Dr. Martina Gerdes-Kühn

Universität Paderborn

Ferdinand Tiggemann

BLB NRW, Zentrale

Heinrich Micus

BLB NRW, Niederlassungsleiter Bielefeld

Catrin Hedwig

BLB NRW, Niederlassung Bielefeld

 


 

Übersicht Baumaßnahmen der Universität Paderborn

Seit Jahren arbeitet der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW gemeinsam mit der Hochschulleitung intensiv daran, die Universität in Anbetracht steigender Studierendenzahlen strategisch auszubauen – um Studierenden, Forschung und Lehre buchstäblich mehr Raum zu geben. Zu den Baumaßnahmen der vergangenen und kommenden Jahre hier eine Zusammenfassung.

2000:

Errichtung des Gebäudes W als Drittmittelgebäude

2004:

Aufstockung und Erweiterung des Sportinstituts

2004:

Errichtung des Zwischentraktes P1-P4 (Gebäudeteile P)

Seit 2005:

Erhöhung der Zahl an Seminarraumplätzen um zwanzig Prozent

Seit 2005:

Durch Umzüge oder Umnutzungen von z. B. Werkstätten und Laboratorien wurden insgesamt zwölf neue Seminarräume mit rund 700 Sitzplätzen geschaffen, bis Ende 2009 noch einmal vier Seminarräume mit 120 Sitzplätzen.

2007:

Multifunktions-Hörsaal G mit 450 Sitzplätzen in Betrieb

2007:

Parkplatz mit 130 Stellplätzen am W-Gebäude (Südring/Pohlweg)

 
Weitere Umbauarbeiten und Sanierungsmaßnahmen:
 

2004:

Modernisierung des Uni-Foyers

2004:

Modernisierung der Mensa (2004),

2007:

Neugestaltung der Caféteria

2008:

Teilmodernisierung der Bibliothek

12/2009:

Aufstockung und Erweiterung NW-Gebäude abgeschlossen: 40 Büros, drei Seminarräume à 30 Sitzplätze. 800 m², 2.8 Mio. €

Im NW-Erweiterungsbau sowie im Gebäude K sollen auch die Chemiker während der Sanierung des Gebäudes J untergebracht werden.

Im Bau oder geplant

Bis ca. 10/2010: Gebäude K

Die Chemiker erhalten vom BLB NRW mit dem Gebäude K derzeit ein neues, hochtechnisiertes Laborgebäude. Hier werden 420 Studierende und 55 Mitarbeitende des Department Chemie studieren, forschen und lehren.

Die Uni beteiligt sich mit 3,3 Millionen Euro – je zu einem Drittel aus dem Hochschulpakt 2020, der leistungsorientierten Mittelverteilung und aus Studienbeiträgen – an der Sanierung J und dem Neubau K mit einem Gesamtbauvolumen von 21 Millionen Euro.

Bis 10/2012: Gebäude J komplett kernsaniert. Dann weitere Büro- und Seminarräume sowie Hörsäle und Räume für studentisches Arbeiten. Profitieren werden insbesondere die stark ausgelasteten Fakultäten für Kulturwissenschaften sowie für Wirtschaftswissenschaften.

12/2009: Gebäude O – 1. Spatenstich Dienstag, 19.1.2010 (Einrichtung Baustelle Dez. 2009)

Informationen zum „Bauteil O“ – Gebäude für Forschung, Lehre und Infrastruktur:

Die Weiterentwicklung und strategische Ausrichtung der Universität Paderborn als „Die Universität der Informationsgesellschaft“, sowie der weitere Ausbau der Qualität von Forschung und Lehre bilden die Grundlage für den Bau des Bauteils O durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW.

In dem etwa 100 Meter langen Gebäude ist im Erdgeschoss und in der Ebene 1 ein Zentrum für die Lehre mit zwei Hörsälen (240 und 117 Plätze) und drei Seminarräumen (60, 60 und 32 Plätze) geplant, das auch für Kongresse und sonstige Hochschulveranstaltungen genutzt werden kann. In der Ebene 2 wird die Infrastruktur für ein Hochleistungs-Rechenzentrum nach den neuesten sicherheitstechnischen und versorgungstechnischen Anforderungen eingeplant, sodass dort zukünftig das Zentrum für Informations- und Medientechnologie (IMT) und das Paderborn Center for Parallel Computing (PC²) entsprechend dem aktuellen Stand der Technik untergebracht werden kann. In den Ebenen 3 und 4 werden eine Vielzahl von fachspezifischen Labor- und Seminarräume errichtet, die für die Forschung und Lehre und die Unterbringung eines neuen Instituts vorgesehen sind. Auf allen Ebenen des Gebäudes werden in großflächig angelegten Flurbereichen Flächen für Studentisches Arbeiten und Lernen eingerichtet.

Bis Juli 2011 soll das zusätzliche, 15 Millionen Euro teure, Uni-Gebäude fertig gestellt sein. Hiervon investiert der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW 10 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Uni beläuft sich hier auf 5 Millionen Euro.

Die Planung und Ausführung der Baumaßnahme erfolgt durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb Bielefeld in Zusammenarbeit mit der Universität Paderborn.

Bis Mitte 2013 fertig (siehe auch Seite 4):

Darüber hinaus hat die Uni 34,8 Millionen Euro aus dem Hochschulmodernisierungsprogramm der Landesregierung für drei Ersatzgebäude mit insgesamt 9.560 qm Nutzfläche erhalten.

Zusätzlich:

- Zukunftsmeile Fürstenallee
- weitere Sanierungsmaßnahmen

Gebäudeplan der Universität Paderborn – Baumaßnahmen

Gebäudeplan der Universität Paderborn – Baumaßnahmen

 

 

 

Bauliche Entwicklung der Universität Paderborn seit 2009

Jahr der Fertigstellung

Maßnahme

Flächenzu-
wachs

Kosten

Art der Finanzierung

2009

Aufstockung und Anbau Halle NW

800 m²

2.8 Mio. €

DFG- Programmpauschale,
Zinsen

2010

Neubau Laborgebäude K

2.465 m²

13,8 Mio. €

Mietbudget des Landes, 1,1 Mio. € Studienbeiträge, 1,1 Mio.€ Hochschulpakt, 1,1 Mio. € LOM, BLB

2010

Sanierung Sanitäranlagen Sport

0 m²

1,1 Mio.€

Konjunkturpaket 2, BLB

2010

Erweiterung Kälteversorgung

0 m²

1,4 Mio. €

Konjunkturpaket 2

2011

Neubau Gebäude O

3.150 m²

15 Mio. €

Mietbudget des Landes, DFG- Programmpauschale, Zinsen, Studienbeiträge

2011

Zukunftsmeile Fürstenallee

3.000 m²

11.5 Mio. €

Land, Universität, Stadt Paderborn, Kreis PB

2012

Grundsanierung Gebäude J

0 m²

7,0 Mio. €

Mietbudget des Landes, BLB

2011

Ersatzgebäude als Seminargebäude, Parkpalette als Ersatz überbauter Kfz-Stellplätze

1.760 m²

10,5 Mio. €

HMOP, 6% Eigenanteil Universität

2012

Ersatzgebäude als Anbau an die Halle IW

800 m²

3,2 Mio. €

HMOP, 6% Eigenanteil Universität

2013

Ersatzgebäude als Neubau

7.000 m²

21,1 Mio €

HMOP, 6% Eigenanteil Universität

Mit den laufenden Sanierungsmaßnahmen werden bis 2013 über 100 Mio. € in die bauliche Entwicklung, Sanierung und Instandhaltung der Universitätsliegenschaften investiert.

Diese Investitionen zeigen die Dynamik und die Aufbruchstimmung, die an der Universität Paderborn herrscht und seit Jahren gepflegt wird.

Abkürzungen:

BLB:

Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW

DFG:

Deutsche Forschungsgemeinschaft

HMOP:

Hochschulmodernisierungsprogramm

LOM:

Leistungsorientierte Mittelverteilung

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