dOCUMENTA (13) – eine „Geistesverfassung“– Von der Weltkunstausstellung zum ökofeministischen Thinktank
Die Kasseler Kunstausstellungsreihe documenta muss sich seit dem Verlust ihrer wichtigsten Funktion – der autoritären Definition des ästhetischen Kanons der Gegenwart – innerhalb des aktuellen Kunstbetriebs immer wieder neu positionieren. Die 13. Version hat die künstlerische Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev in ein erweitertes Format überführt, das über das einer Ausstellung weit hinausgeht: Sie definiert ihre „ökofeministische“ documenta als eine „Geisteshaltung“: als einen „Thinktank“, aus dem das Verhältnis von Kultur und Politik neu bestimmt werden soll. Wenige Wochen vor Eröffnung der dOCUMENTA (13) will der Vortrag dieses zeitlich, räumlich und ästhetisch expandierende Kulturprojekt mit Blick auf die Institutionsgeschichte kritisch befragen.
Harald Kimpel, Dr. phil., geb. 1950. Studium Kunstpädagogik, Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Europäische Ethnologie in Kassel und Marburg. Wiss. Mitarbeiter beim Kulturamt der Stadt Kassel. Kurator und Autor mit Schwerpunkt auf zeitgenössischer Kunst und kulturgeschichtlichen Themen.
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