Das Konzept des Kompetenzzentrums Schreiben als Poster (pdf)
Schlüsselkompetenz Schreiben
Wissenschaftliche Texte zu verfassen ist in unserem Verständnis ein Handwerk, das erlernbar ist. In diesem Sinne unterstützen wir Studierende auf der Grundlage der prozessorientierten Schreibdidaktik beim Anfertigen ihrer Studienarbeiten und fördern eine schreibintensive Lehre.
Schreiben ist dabei zum einen eine Form der Kommunikation. Wir schreiben, um unsere Gedanken und unser Wissen anderen verständlich und strukturiert mitzuteilen. Neben dieser kommunikativen Funktion ist Schreiben aber auch ein zentrales Instrument des Denkens, des Lernens und der Selbstorganisation. Als solches dient es dazu, eigene Gedanken zu entwickeln und sie schreibbar zu machen. Ebenso unterstützt das Schreiben die Fähigkeit, den eigenen Lernprozess zu reflektieren, die einzelnen Arbeitsschritte handhabbar zu machen und die schriftlichen Arbeiten in der vorgesehenen Zeit zu bewältigen.
Die Fähigkeit, klar strukturierte und verständliche Texte zu verfassen, ist eine Schlüsselkompetenz, die nach dem Studium in nahezu allen Berufen vorausgesetzt wird. In den geistes- und sozialwissenschaftlichen Berufen gehört Schreiben zum täglichen Brot. Doch auch Ingenieur/innen und Techniker/innen verbringen einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit damit, Texte zu verfassen. Deshalb ist es wichtig, während des Studiums ein breites Repertoire an Schreibtechniken zu entwickeln, das auch für Schreibanforderungen im Beruf flexibel eingesetzt werden kann.
Wissenschaftliches Schreiben zu fördern, ist in diesem Sinne ein Kernelement eines exzellenten Studiums und unterstützt die im Bologna-Prozess geforderte Ausbildung von Schlüsselkompetenzen.
Unser Ansatz: Heterogenität wertschätzen
Wissenschaftliches Schreiben zu lernen ist Teil der akademischen Ausbildung. In diesem Sinne richten sich unsere Angebote an alle Studierenden, unabhängig von ihrem Leistungsniveau. Auf die heterogenen Anliegen und Bedürfnisse der Studierenden reagieren wir mit differenzierten Angeboten von der Schreibdiagnose über individuelle Beratung bis zu fachspezifischen und fachübergreifenden Workshops für jede Studienphase.
Schreiben bedeutet dabei sehr viel mehr als nur Aufschreiben. Zum Schreibprozess gehört neben dem Verfassen eines Textes eine Vielzahl weiterer Teilschritte von der Themenfindung über das Strukturieren bis zur Textüberarbeitung. Diese Teilschritte des wissenschaftlichen Arbeitens machen wir transparent und vermitteln zu jedem Schritt konkrete, praxisorientierte Handwerkstechniken. Unsere Erfahrung zeigt, dass sich auf diese Weise viele Probleme im Schreibprozess, die sich als unüberwindbare Hindernisse auftürmen, auf ein normales Maß zurückführen lassen und dadurch handhabbar werden.
Bei allen Angeboten berücksichtigen wir unterschiedliche Konventionen wissenschaftlicher Textproduktion, indem wir in fachspezifischen und fachübergreifenden Angeboten das Bewusstsein für die Unterschiede wissenschaftlicher Normen und Gepflogenheiten der verschiedenen Fachkulturen fördern.
Schreiben bleibt dennoch immer eine individuelle Angelegenheit. Es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten, mit eigenen, auch völlig unkonventionellen Strategien zum Ziel zu gelangen. Deshalb ist unser Ziel, bei allen Angeboten einen bewertungsfreien Raum zu schaffen, in dem Studierende ihr Arbeits- und Schreibverhalten reflektieren, verschiedene Methoden und Übungen zu den Teilschritten einer wissenschaftlichen Arbeit erproben und hieraus ihre individuell passenden Strategien entwickeln können. Dabei spielt auch Austausch mit anderen Studierenden eine zentrale Rolle, der beispielsweise durch selbstorganisierte Schreibgruppen intensiviert werden kann.

Das Kompetenzzentrum Schreiben existiert seit April 2008. Es wird seit Oktober 2011 aus dem Bund-Länder-Programm "Qualitätspakt Lehre" und aus Kompensationsmitteln finanziert. Von 2008 bis September 2011 wurde es aus Studienbeitragsmitteln finanziert.
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