Programm im Wintersemester 2012/2013

Konzerte des Hochschulorchesters Paderborn am 28. und 30. Januar 2013
  • Peter Tschaikowsky, Hamlet Ouvertüre op. 67b
  • Alexander Arutjunjan, Trompetenkonzert, Solist: Philip Schütz (Frankfurt a.M.)
  • Antonín Dvorák, Sinfonie Nr. 6 D-Dur

Eintrittspreise: 
28. + 30.01. (Audimax): 10,- € / 6,- € 

9. Familienkonzert des Hochschulorchesters Paderborn am 04. November 2012

„Wenn zwei sich streiten...“ - Edvard Grieg: Klavierkonzert

Am Sonntag, den 4. November 2012 findet im Audimax der Universität Paderborn das Familienkonzert „Wenn zwei sich streiten...“ mit Musik aus dem Klavierkonzert des norwegischen Komponisten Edvard Grieg (1843-1907) statt.
Es spielen Eckhard Wiemann (Klavier) und das Hochschulorchester der Universität Paderborn unter der Leitung seines Dirigenten Steffen Schiel.
Durch das Audimax der Universität flutet die Weite Skandinaviens, es erklingen schwungvolle Tänze und der Klaviervirtuose Eckhard Wiemann versetzt die großen und kleinen Zuhörer in ungläubiges Staunen. Das knapp einstündige Konzert wird moderiert, um in kindgerechter Weise an klassische Musik heranzuführen, aber auch den Erwachsenen wird die fröhliche Musik viel Freude bereiten.
Ausführende Hochschulorchester Paderborn Eckhard Wiemann, Klavier Moderation: Studierende des Faches Musik, Uli Lettermann Leitung: Steffen Schiel

Sonntag, 04.11.2012, 11 und 15 Uhr im Audimax der Universität
Eintritt: 4,- € (Kinder) / 6,- € (Erwachsene)
Kartenverkauf: Uni Paderborn, Raum S0.111 (Kunstsilo), Tel. 05251-603570; Ticket-Center, Marienplatz 2a, Tel. 05251-299750; Konzertkasse

Programm im Sommersemester 2012

Konzerte des Hochschulorchesters Paderborn am 25. und 26. Juni 2012

Edvard Grieg

  • Klavierkonzert a-Moll op. 16, Solist: Eckhard Wiemann
  • Peer Gynt
  • Sinfonie C-Moll

Edvard Grieg, der am 15. Juni 1843 in Bergen/Norwegen zur Welt kam und am 4. September 1907 dort starb, wurde als Kind von seiner Mutter Gesine Judithe Hagerup, einer vorzüglichen Pianistin und Pädagogin, im Klavierspiel unterrichtet. Er studierte von 1858 bis 1862 am Konservatorium in Leipzig Klavier und Komposition, zu seinen Lehrern zählten einige der hervorragendsten Kapazitäten der Musikpädagogik: Ignaz Moscheles (Klavier), Carl Reinecke und Moritz Hauptmann in Komposition. Während seines Aufenthalts in Leipzig bekam Edvard Grieg Kontakt mit den europäischen Musiktraditionen, vor allem studierte er die Werke von Mozart und Beethoven, aber auch die Kompositionen moderner Komponisten wie Mendelsohn, Schumann und Wagner. Er beendete das Studium  am Konservatorium 1862 mit hervorragenden Noten und ging zunächst zurück nach Bergen. Während seiner Leipziger Zeit erkrankte Grieg an Pleuritis (Rippenfellentzündung), einer Art Tuberkulose, von der er den Rest seines Lebens geprägt wurde. Seine linke Lunge kollabierte und dadurch litt er fortan unter einem schiefen Rücken und Atemproblemen.

Im Zuge der allgemeinen Besinnung auf nationale Identität im 19. Jahrhundert  gewann Skandinavien aus musikalischer Perspektive eine besondere Bedeutung. Man erkannte dort eine von der Kunstmusik bislang ungenutzte Quelle, die nordischen Volksweisen. Grieg zählt sicher zu den bedeutendsten Vertretern bzw. gilt gar als Begründer dieser skandinavischen Schule, indem er den “weichlichen, vermendelssohnten Skandinavismus” der älteren Generation überwand. Auf dem Weg zu seinem Ziel, norwegische Musik zu schreiben, war er Realist genug um einzusehen, daß er ins Ausland fahren mußte, um in Kontakt mit einem Milieu zu kommen, das ihm die Möglichkeit für eine Entwicklung als Komponist eröffnete. Grieg fuhr deswegen nach Kopenhagen, der einzigen skandinavischen Stadt mit einem Kulturleben auf hohem internationalem Niveau. Dort traf er auf Niels W. Gade, der Griegs erstes wirkliches Vorbild wurde. Nachdem er seine einzige Klaviersonate und seine erste Violinsonate komponiert hatte, nahm er die beiden Stücke mit zu Gade, um dessen Meinung darüber zu hören. Man sagte, wenn Gade so richtig inspiriert wurde, trank er viel Wasser. An jenem Tag trank der alte Meister vier große Karaffen. 
In Kopenhagen traf Grieg auch seine Kusine Nina Hagerup wieder. In Bergen waren sie zusammen aufgewachsen, aber als Nina 8 Jahre alt war, zog sie mit ihrer Familie nach Kopenhagen. Nina war eine hervorragende Pianistin, aber es war vor allem ihre Stimme, die Grieg faszinierte. Er war von Nina so angetan, daß sie Weihnachten 1864 eine geheime Verlobung eingingen - angeblich während sie Schumanns Frühlingssinfonie vierhändig zusammen spielten. Beide Familien standen der Verbindung ablehnend gegenüber, so dass trotz der wohl offensichtlichen Liebe zwischen Edvard und Nina keine der Familien dabei war, als sie am 11. Juni 1867 heirateten.
Im gleichen Jahr zogen Edvard und Nina nach Kristiania, dem heutigen Oslo, um die Stadt als ein Zentrum für norwegische Musik zu etablieren. Grieg wirkte dort fast zehn Jahre lang als Konzertveranstalter, Dirigent und Musikpädagoge. Nach dem Tod ihrer 13 Monate alten Tochter Alexandra - sie starb während eines Aufenthalts bei Griegs Familie in Bergen an einer Hirnhautentzündung am 21. Mai 1869 - begaben sich Edvard und Nina als “Künstlerpärchen” auf Konzertreisen in die Musikmetropolen Europas. Die weitere “Entwurzelung” Griegs durch den Tod beider Eltern 1875, sich anschließende depressive Zustände und eine künstlerische Stagnation in den folgenden Jahren gipfelten in einer Lebenskrise, als Grieg 1883 seine Frau Nina vorübergehend verließ. Vor allem Griegs Freund Frants Beyer half Edvard und Nina wieder zueinander zu finden, überzeugte sie, dass sie ein eigenes Haus bräuchten, in das sie nach ihren anstrengenden Konzertreisen heimkehren könnten und half ihnen dabei, ein Grundstück auf Hop, außerhalb von Bergen, zu kaufen. Im April 1885 zogen Edvard und Nina auf Troldhaugen ein.
Obwohl Grieg vom Peters Verlag für seinen Kompositionen gut bezahlt wurde, war die rege Konzerttätigkeit seine größte Einnahmequelle, das Tourneeleben war aber in seiner körperlichen Verfassung mit nur einer funktionierenden Lunge wohl zu anstrengend. Während eins Aufenthalts im Hotel Norge in Bergen, wo Edvard und Nina auf das Schiff nach England warteten, um am Musikfest in Leeds teilzunehmen, musste Grieg in ein Krankenhaus in Bergen gebracht werden, wo er am 4. September 1907 an Erschöpfung starb.
 

Peer Gynt Suite Nr. 2, op. 55

Griegs Bühnenmusik zu Henrik Ibsens Drama Peer Gynt hat, zumindest zu Griegs Lebzeiten, nicht die Anerkennung erfahren, die der Komponist sich erhoffte. Diverse Umarbeitungen, Ergänzungen und Varianten zeugen von Griegs langjähriger Beschäftigung mit dem Werk. Viele dieser Partitur-Varianten sind nicht erhalten und erschweren heute die adäquate Aufführung der kompletten Bühnenmusik. Fakt ist, dass Grieg mit seinem Verleger Peters über eine Veröffentlichung der Gesamtpartitur erfolglos verhandelte, so dass 1888 die erste Peer Gynt Suite, 1892 nach der Neuinszenierung in Oslo (mit Überarbeitungen) die  zweite Peer Gynt Suite im Druck erschienen. Grieg erhoffte sich durch die Verbreitung dieser „Highlights“ aus der Bühnenmusik, die tatsächlich einen riesigen Erfolg hatten, dass doch das gesamte Werk im Druck erscheinen würde, das Gegenteil war aber der Fall: Peters wollte seinen eigenen Notenausgaben keine Konkurrenz machen.

Klavierkonzert a-Moll op. 16

„In den Konzertsaal taugt es nicht“, es ist gerade gut genug, „Brillenschlangen in Träume zu lullen oder rhythmische Gefühle in abgerichteten Bären zu erwecken“. So urteilte Hugo Wolf 1885 über Griegs Klavierkonzert. Es ist das einzige Solo-Konzert Griegs, entstanden in Søllerød, wo Grieg nach der Hochzeit mit Nina in Urlaub war. Das Publikumsurteil zeigt, wie erfolgreich gerade diese Komposition Griegs war und ist. Bereits der Beginn des Konzertes, Paukenwirbel, Tutti-Akkord und eine kraftvolle Klavierkaskade ziehen die Zuhörer in ihren Bann. Das Hauptthema, eine kurze volkstümliche Melodie wird zunächst zart vom Orchester vorgetragen und dann vom Solisten übernommen, der es durch unterschiedliche emotionale Abstufungen führt. Solo- und Tuttiteile werden im Verlauf nicht abwechselnd vorgetragen, wie es traditionell üblich war, sondern in einer einheitlichen Entwicklung verschmolzen.

Der zweite Satz, Adagio, ist eine großangelegte gesangliche Linie, die direkt in den dritten Satz überleitet. Das tänzerische, folkloristische Hauptthema basiert auf dem “Halling”, einem Springtanz über Bordun-Bässen, und wird im Verlauf geradezu pathetisch gesteigert. Auch hier zeigt sich Griegs reiche Tonsprache zwischen Überschwang und Träumerei.

Sinfonie c-Moll (1863/64)

Nachdem Grieg während seiner Leipziger Zeit nur kleine Formen komponiert hatte (vor allem Charakterstücke für Klavier und Sololieder), ermunterte ihn Nils W. Gade in Kopenhagen zur Komposition einer Sinfonie. Grieg machte sich voller Eifer an die Arbeit und vollendete den ersten Satz bereits nach zwei Wochen. Die restlichen drei Sätze beschäftigten ihn allerdings noch fast ein Jahr, so dass er das Werk im Mai 1864 abschloss. Noch ganz der klassischen Tradition verpflichtet verwendet Grieg die Tonartenkonzeption von Beethovens fünfter Sinfonie (c Moll, As-Dur, c-Moll, C-Dur) und im ersten Satz die traditionelle Sonatenhauptsatzform, nur steht das zweite Thema in der Reprise aufgehellt in C-Dur, statt des formal zu erwartenden c-Moll. Der elegische Rondo-ähnliche zweite Satz zeigt Griegs schon in so jungen Jahren ausgeprägte Kunst der feinen Kolorierung. Der dritte Satz lebt vom Kontrast eines kraftvollen, mitreißenden umrahmenden Teiles zu einem liedhaften Mittelteil, der wie ein Ständchen aus der norwegischen Volksmusik wirkt. Wie der Einleitungssatz ist auch das Finale der traditionellen Sonatensatzform verpflichtet, wiederum mit persönlicher Klangsprache Griegs, vor allem im zweiten Thema.

1867 vermerkte Grieg auf dem Titelblatt der Partitur „Darf nie aufgeführt werden!“ obwohl er nach den ersten Aufführungen der Sinfonie doch Gefallen an dem Werk geäußert hatte - auch wenn es einer stilistisch eigentlich längst überwundenen Schaffensphase entsprungen sei. Erst 1981 hob die Bibliothek von Bergen als Erbe des Autographs das Aufführungsverbot auf. Öffentlich bekannt waren bis dahin nur die beiden Mittelsätze, die Grieg unter dem Titel „Deux Pièces symphoniques op. 14“ in einer Bearbeitung für Klavier zu vier Händen herausgegeben hatte.

Steffen Schiel

Eckhard Wiemann schloss sein Studium bei Karl-Heinz Kämmerling (Hannover), Dominique Merlet (Paris) und Aloys Kontarsky (Köln) 1987 mit dem Konzertexamen ab. Neben seiner Unterrichtstätigkeit zunächst an der Städtischen Musikschule Paderborn und seit dem Jahr 2000 an der Universität Paderborn (Klavier und Schulpraktisches Klavierspiel) übt er eine rege Konzerttätigkeit als Solist - mehrfach auch schon mit dem Hochschulorchester Paderborn - und Begleiter aus, zunehmend mit dem Schwerpunkt Liedbegleitung in den Bereichen Chanson, Jazz und Pop. Weitere Projekte seiner vielfältigen Arbeit waren u.a. "George Plays Gershwin" - Musik-Kabarett (1998), "Marsch Movie" - Komposition für Blasorchester (2006), "Olivia" - Musicalkomposition beim Zeltsommer Paderborn (2008), "Frédérics Garten" - Crossover zwischen Chopin und Elektro, Community Dance Project Paderborn (2010), Bühnenmusik zu "Jedermann" (H.v. Hofmannsthal) beim Dalheimer Sommer (2011, Inszenierung Wolfgang Kühnhold) sowie "Bach Goes Vodou" - Crossover beim Festival Musica Sacra Paderborn (2011)


Programm im Wintersemester 2011/2012

Konzerte des Hochschulorchesters Paderborn am 23. und 25. Januar 2012

  • Carl Nielsen, 2. Sinfonie ("Die vier Temperamente")
  • Walter Steffens, SEMIRAMIS, Konzert für Sopranino und Orchester; Solist: Florian Käune
  • György Ligeti , Poème Symphonique für 100 Metronome

György Ligeti: Poème Symphonique für 100 Metronome

Poème Symphonique (1962) für 100 Metronome gehört wohl zu den größten Provokationen des österreichischen Komponisten ungarischer Herkunft György Ligeti (1923-2006). Die Partitur enthält nur einige Anweisungen "wie man die Metronome beschaffen, einstellen sowie aufziehen soll". Das Stück besteht aus einem einzigen großen Spannungsbogen: zu Beginn ist ein kontinuierlich scheinender Gesamtklang zu hören, der mit dem Stehenbleiben der ersten Metronome langsam ausdünnt. Allmählich schälen sich komplexe Rhythmen heraus, diese Strukturen werden deutlicher, um dann mit abnehmender Komplexität differenzierter zu werden. Bei nur noch wenigen tickenden Instrumenten nimmt die Differenziertheit wieder ab, das rhythmische Muster wird regelmäßiger. Wenn nur noch ein Metronom tickt ist das Muster vollkommen periodisch.

Die Uraufführung fand im September 1963 im Rathaus von Hilversum bei der Abschlussveranstaltung einer Musikwoche statt. Der Kontrast zwischen dem steifen, feierlichen Zeremoniell und dem musikalischen Affront hätte kaum größer sein können und war typisch für die gesellschaftlichen Umbrüche der 60er Jahre. "Der Bürgermeister von Hilversum und der spanische Botschafter hielten jeder eine Festrede. Beide sprachen über die hohen spirituellen Werte der musikalischen Kunst", erinnerte sich Ligeti, der die anschließende Premiere selbst "dirigierte". Zehn Ausführende in Frack und Abendkleid enthüllten die 100 Metronome und setzten sie genau nach Vorschrift in Gang. Als das letzte abgelaufen war, gab es zunächst "beklemmende Stille", dann "bedrohliche Protestschreie". Die anwesenden Honoratioren waren entsetzt, der Hilversumer Senat verhinderte sogar die Ausstrahlung der Fernsehaufzeichnung.

Die 100 Metronome wurden vom Hersteller Wittner (Isny/Allgäu) freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank!

Walter Steffens: Semiramis - Konzert für Sopraninoblockflöte und Orchester

Walter Steffens (*1934) übte neben seiner kompositorischen eine langjährige pädagogische Tätigkeit aus, zuletzt von 1971 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 als Professor für Komposition und Musiktheorie an der Hochschule für Musik Detmold. Einen Schwerpunkt seines kompositorischen Schaffens bildet neben den Opern die Musik zu Bildern. Der Vermittlung zwischen Bildender Kunst und Musik hat er sich mit über hundert Bildvertonungen u.a. zu Werken von Bosch, Rubens, Chagall, Picasso, Klee und Munch gewidmet.

Semiramis, Tochter der Göttin Derketo und eines schönen syrischen Jünglings,  wurde nach ihrer Geburt ausgesetzt, von Hirten gefunden und von Simmas, dem kinderlosen Oberhirten des Königs, großgezogen. Während ihrer Ehe mit Menon, dem Statthalter Syriens, verliebte sich der alternde König Ninos in sie und bot ihrem Gatten die Hand seiner Tochter, wenn er ihm seine Frau abtrete. Als Menon ablehnte, drohte er, ihn blenden zu lassen, worauf sich dieser erhängte und Ninos die Witwe Semiramis zu seiner Königin machte. Nach dem Tode Ninos erbaute Semiramis, um den Ruhm ihres Gatten zu übertreffen, Babylon. Die Hängenden Gärten der Semiramis waren den Berichten griechischer Autoren nach eine aufwändige Gartenanlage in Babylon und eines der Sieben Weltwunder der Antike. Die griechische Sagengestalt der Semiramis wird manchmal mit der assyrischen Königin Schammuramat gleichgesetzt.

Carl Nielsen: Sinfonie Nr. 2 „Die vier Temperamente“

Der dänische Komponist Carl Nielsen (1865-1931) gehört zu den wichtigsten Komponisten Skandinaviens. Aus einer kinderreichen Familie von der Insel Fünen stammend, studierte er am Konservatorium in Kopenhagen Violine und erhielt mehrere Stipendien. Er machte sich als Liedkomponist einen Namen, indem er Texte von Jens Peter Jacobsen vertonte und schrieb 1892 seine erste Sinfonie sowie mehrere Opern, z.B. Saul og David und Maskerade. Auch entdeckte er das dänische Volkslied wieder, erhielt ab 1901 finanzielle Unterstützung vom dänischen Staat und wurde zum 2. Kapellmeister am Königlichen Theater ernannt, anschließend unterrichtete er am Konservatorium in Kopenhagen.

In den Jahren 1901 und 1902 komponierte Nielsen seine 2. Sinfonie, in der er einen Bilderzyklus vertont, den er vermutlich in einem Dorfgasthaus in Seeland gesehen hat. Der erste Satz, Allegro collerico, porträtiert einen hoch zu Ross sitzenden, mit dem Schwert wütend um sich schlagenden - eben cholerischen - Mann. Der zweite Satz, Allegro comodo e flemmatico, ist der gemächliche Walzer eines jungen Mannes, der seine Zeit mit viel „Nichtstun“ verbringt. Nach dem schwermütigen Andante malincolico folgt im letzten Satz das lebhafte Allegro sanguineo, welches von der Darstellung eines gedankenlos voran stürmenden Mannes geprägt ist, der meint, die ganze Welt gehöre ihm und sämtliche gebratenen Tauben der Umgebung hätten ohne sein Zutun in seinen Mund zu fliegen.

Nielsen wollte seine 2. Sinfonie keineswegs als Programmmusik verstanden wissen, sondern lediglich als musikalische Umsetzung verschiedener Stimmungen.

Steffen Schiel (Ligeti, Steffens)
Josefine Hoffmann (Nielsen)

Florian Käune (*1991) hat seine hohe Begabung an der Blockflöte und sein großes musikalisches Verständnis mehrfach bei den Wettbewerben „Jugend musiziert“ und „Jugend komponiert“ unter Beweis gestellt und ist jeweils auf Bundesebene als Preisträger ausgezeichnet worden. Als Schüler des Komponisten und Musikpädagogen Jörg Partzsch errang er im vergangenen Jahr mit seiner Eigenkomposition „Der Traumfänger“ in beiden Wettbewerben einen ersten Preis. Seit Oktober ist er Student an der Hochschule für Musik Detmold. Darüber hinaus ist er als Fagottist Mitglied des Paderborner Hochschulorchesters. Seine langjährige Mitgliedschaft im Paderborner Domchor und Erfahrungen in Ensembleleitung diverser Besetzungen für Alte Musik runden seinen musikalischen Werdegang ab.

Programm im Sommersemester 2011

TEMPERAMENTE - Konzerte des Hochschulorchesters Paderborn am 04. und 06. Juli 2011

  • Opernarien und "Orchester-Zwischenmusiken" mit Kerstin Maria Wüller , Sopran
    • Aus Carmen (Bizet): Zwischenmusik nach dem 2. Akt sowie Arie der Micaela: Je dis... (3. Akt)
    • Aus La Traviata (Verdi): Preludio 1. Akt sowie Arie der Violetta: E strano...sempre libera (Finale 1. Akt)
    • Aus Gianni Schicci (Puccini): Arie der Lauretta: O mio babbino caro...
  • Carl Nielsen, 2. Sinfonie ("Die vier Temperamente")
Eintrittspreise:
04.07. (Audimax): 8,- € / 5,- €
06.07. (PaderHalle): 12,- € / 8,- €

Das Hochschulorchester Paderborn unter der Leitung seines Dirigenten Steffen Schiel spielt in diesem Semester zwei Konzerte mit dem Titel TEMPERAMENTE. Opernarien und Zwischenmusiken von Bizet, Verdi und Puccini sowie die 2. Sinfonie des Dänen Carl Nielsen, die den Untertitel „Die vier Temperamente“ trägt, erklingen am 4. Juli im Audimax und am 6. Juli in der PaderHalle, Beginn ist jeweils um 20.00 Uhr.

Solistin des Abends ist die Sopranistin Kerstin Maria Wüller, die nach Künstlerischer Reifeprüfung und Konzertexamen and der Hochschule für Musik Detmold Opernengagements an der Studiobühne Bremen, an der Berliner Kammeroper und am Theatre La Vilette Paris hatte. Neben ihrer Konzerttätigkeit (mehrere CD-Einspielungen sowie Rundfunkaufnahmen und -produktionen beim NDR, HR, WDR und RAI) ist sie als Gesangspädagogin tätig, seit 2001 auch im Fach Musik an der Universität Paderborn.

Im Konzertprogramm stellt Kerstin Wüller drei Arien unterschiedlich temperamentvoller Frauen vor: Micaela aus Bizets „Carmen“, die hin und hergerissen ist zwischen Mutlosigkeit und Hass auf Carmen, die ihr den Liebsten Don José genommen und aus ihm einen ehrlosen Banditen gemacht hat, Violetta aus „La Traviata“ von Verdi, die in ihrer Arie „E strano“ voll verliebten Überschwangs ist, im weiteren Verlauf der Handlung dann aber einsehen muss, dass sie als Kurtisane nicht in den gehobenen Stand ihres Alfredo einheiraten kann, sowie Lauretta aus Puccinis „Gianni Schicchi“, die in ihrer herzerweichenden Arie „O mio babbino caro“ ihr „liebstes Papilein“ anfleht, ihren Rinuccio heiraten zu dürfen - andernfalls müsse sie sich in den Fluss Arno stürzen.
Umrahmt werden die Arien durch Instrumentalmusiken aus den drei Opern, so u.a. der berühmten Ouvertüre zu Carmen.

Der Däne Carl Nielsen (1865-1931) ist in Deutschland nahezu unbekannt, gehört jedoch, wie sein Kollege Jean Sibelius, zu den wichtigsten Komponisten Skandinaviens. Seine 2. Sinfonie komponiert Nielsen in den Jahren 1901/02. Er vertont in ihr einen Bilderzyklus, den er vermutlich in einem Dorfgasthaus in Seeland gesehen hat: Allegro collerico (ein hoch zu Ross sitzender, mit dem Schwert wütend um sich schlagender Mann), Allegro comodo e flemmatico ist der gemächliche Walzer des jungen Mannes, der seine Zeit mit viel „Nichtstun“ verbringt. Nach dem schwermütigen Andante malincolico folgt im letzten Satz das lebhafte Allegro sanguineo, welches von der Darstellung eines gedankenlos voranstürmenden Mannes geprägt ist, der meint, die ganze Welt gehöre ihm und sämtliche gebratenen Tauben der Umgebung hätten ohne sein Zutun in seinen Mund zu fliegen.


8. Familienkonzert des Hochschulorchesters Paderborn am 17. Juli 2011, 11.00 und 15.00 Uhr

  • Hugo Alfvén - Midsommarvaka
Eintrittspreise:
6,- € / 4,- €


Programm im Wintersemester 2010/2011

METAMORPHOSEN - Konzerte des Hochschulorchesters Paderborn am 17. und 19. Januar 2011

  • Paul Dukas: Der Zauberlehrling
  • J.S. Bach / Uli Lettermann: Konzert für Sopransaxophon und Orchester nach BWV 1056
  • Paul Hindemith: Sinfonische Metamorphosen nach Themen von Carl Maria von Weber

  • Sprecher: Gero Friedrich
    Sopransaxophon: Uli Lettermann
    Leitung: Steffen Schiel

Das Hochschulorchester Paderborn spielt in diesem Semester zwei Konzerte im Audimax der Universität mit einem ungewöhnlichen Programm:
METAMORPHOSEN benennt dabei die Umwandlung bzw. Bearbeitung künstlerischen Materials. Am Montag, 17.01. und Mittwoch, 19.01.2011 beginnen die Konzerte jeweils um 20.00 Uhr. Das Mittwochskonzert wird als Benefizkonzert mit veranstaltet von den drei Paderborner Rotary-Clubs, der Erlös ist bestimmt für das Kinderhospiz Bethel.

Das bekannteste Werk des französischen Komponisten ist Der Zauberlehrling. Er gestaltet die gleichnamige Ballade von Johann Wolfgang von Goethe um in ein musikalisches Drama, in dem die verschiedenen Protagonisten durch einprägsame Themen dargestellt und die Handlung der Ballade geradezu lautmalerisch skizziert wird. In den Konzerten wird Goethes Ballade, rezitiert von Gero Friedrich, direkt mit der Komposition von Dukas verknüpft.

Johann Sebastian Bachs Konzert BWV 1056 hat Bach bereits selbst in verschiedene Gewänder gekleidet. Violine, Cembalo und Oboe markieren Bachs Suche nach einem geeigneten Soloinstrument. Vielleicht wäre es das Sopransaxophon gewesen - wenn er es schon gekannt hätte. Uli Lettermann hat in seiner Bearbeitung den Orchesterklang erweitert, ihn auf das Sopransaxophon zugeschnitten. Er hat sich erlaubt, Bachs Komposition wiederum zu verändern, Harmonien werden gewendet, erweitert – und der Jazz hält Einzug. Besonders im zweiten und dritten Satz wird dies offensichtlich, wenn Improvisation hier und rhythmische Energie dort das Werk neu entstehen lassen.

Paul Hindemith vollendete seine Sinfonischen Metamorphosen nach Themen von Carl Maria von Weber im Sommer 1943. Im Aufbau einer klassischen Sinfonie entsprechend liegen dem Werk drei Weber’sche Klavierwerke und seine Overtura Chinesa zugrunde. Hindemith verfremdet die Originalwerke durch harmonische Ergänzungen, äußerst einfallsreiche Instrumentierung und rhythmische Variation. Eine Nähe zum Jazz zeigt sich zudem in einer durch Synkopen geprägten Passage der Blech- und Holzbläser, vielleicht ein Bezug zu den USA, wo Hindemith seit 1940 lebte.

Eintrittspreise:
17.01.: 8,- € / 5,- €
19.01.: 15,- € / 5,- € (7,- € der nicht ermäßigten Karten gehen an das Kinderhospiz Bethel)


Kritiken und Details über dieses Winterkonzerts

Kartenverkauf

Wenn Sie uns gerne hören möchten:
Der Vorverkauf startet jeweils vier Wochen vor Konzertbeginn bei der Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Paderborn (Tel. 05251-603570; Kunstsilo S 0.111; nur Audimaxkonzert) sowie beim Ticket-Center, Marienplatz 2a (Tel. 05251-299750).
In der Konzertwoche befindet sich mittags auch ein Vorverkaufsstand im Mensafoyer.
Selbstverständlich können Sie auch an der Abendkasse ab 19:30Uhr Karten erwerben.


Hier zu den Kritiken/Begleittexten der Konzerte.

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