Interdisziplinäre Arbeitstagung
"Verflechtungen. Medien - Bildung - Dispositive" vom 31.01.13 bis zum
02.02.13 im Haus der Wissenschaft in Braunschweig.
Die Tagung
„Verflechtungen. Medien - Bildung - Dispositive“ bringt Fachkräfte aus
den Disziplinen Medien-, Sozial-, Erziehungswissenschaften und
Medienpädagogik in einem Dialog zusammen, um vom 31. Januar bis zum 02.
Februar 2013 aktuelle Fragen und Problemlagen der
Medienbildungsforschung zu diskutieren.
Ziel ist es, neue
Forschungsfragen und -ansätze für die Medienbildungsforschung zu
erschließen sowie einen interdisziplinären Dialog zum Zusammenhang von
Medienkultur und Bildung anzuregen. Im Hinblick darauf ist das Konzept
der Arbeitstagung, die wechselseitigen Beziehungen zwischen Medien und
Bildung auf theoretischer Ebene über das von Michel Foucault geprägte
Konzept des Dispositivs neu zu denken.
Die interdisziplinäre Tagung
wird in Kooperation mit dem DFG-Graduiertenkolleg Automatismen der
Universität Paderborn, vom Studiengang Medienwissenschaften der
Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) und der
Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM) ausgerichtet. Begleitet wird
die Tagung von der öffentlichen Podiumsdiskussion „Bloß nichts mit Medien!?“
(am 01.02.2012, 19 Uhr im Haus der Wissenschaft Braunschweig), an der
zusätzlich Lehrende, RepräsentantInnen der Bildungspolitik und -praxis
sowie der Schüler- und Elternschaft eingeladen sind mitzudiskutieren.
Weitere Informationen zum Konzept und zum Programm der Tagung finden Sie hier. Ansprechpartner sind die Kollegiaten Julius Othmer und Andreas Weich.
Plakat
Aiming to bring together media scholars from the United States, Canada, and Germany, the conference continues a series of symposia that began in 2007. After "Re-Reading McLuhan. An International Conference on Media and Culture in the 21st Century" (2007), "Media Theory on the Move. Transatlantic Perspectives on Media and Mediation" (2009) and "Media Theory in North America and German-Speaking Europe" (2010), the conference scheduled for 2012 focuses on "traffic".
Media products and signs travel just like things and people; constantly flowing, they overcome space and time, partly on communal and partly on specific networks. Traffic is the sum of its parts, made up of an infinite number of acts of transport and transfer. It is, however, more than that, because traffic has its own logic and forms its own structures and rules. Scientists from different fields will follow the tracks of Harold Innis and discuss the media as a form of traffic.
Weitere Informationen | Programm (PDF) | Flyer (PDF) | Plakat (PDF) | CfP (PDF)
Das Symposium 'Bühne: Realität, Geschichte und Aktualität raumbildender Prozesse' untersucht, wie Bühne als raumzeitliche Bedingung theatraler Prozesse und rezeptorischer Erfahrung theoretisch beschreibbar ist. Die Frage ist, welche Signaturen von Bühne historische und zeitgenössische Theater- und Tanzperformances nahe legen.
Wissenschaftler und Künstler widmen sich Theaterformen, die über die Dimensionalität herausgehen und beispielsweise zeiträumliche oder zeitörtliche Verschiebungen von Bewegungsfolgen als Konzept raumbildender Prozesse erfahrbar machen. Sie befragen die Bühne als ein Geschehen, das seinen Ort und seine Zeit nicht a priori hat, sondern erst sucht.
Weitere Informationen | Plakat (PDF)Workshop der AG Medienwissenschaft und Wissenschaftsforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft in Kooperation mit den Graduiertenkollegs Konstanz („Das Reale in der Kultur der Moderne“), Paderborn („Automatismen“), Potsdam („Sichtbarkeit und Sichtbarmachung“) und der Graduiertenschule in Siegen („Locating Media/Situierte Medien“)
Universität Konstanz
27.5. und 28.5.2011
Keynote: Andrew Pickering
In den letzten Jahren ist die Akteur-Netzwerk-Theorie verstärkt für die Medienwissenschaft entdeckt worden. Der Workshop will diese Entwicklung aufgreifen, gleichzeitig aber zu einer deutlicheren Standortbestimmung beitragen, indem er das Verhältnis zwischen Medienwissenschaft und Wissenschaftsforschung noch einmal grundlegend befragt. Dazu soll der Fokus erweitert und auch verwandte Ansätze aus den Science and Technology Studies (STS) einbezogen werden. Wie beschreiben die STS die Produktion von Wissen? Welche Rolle spielen Medien bei der Herstellung von Referenz? Und wie kann man an die Konzeptionen von Geoffrey Bowker, Bruno Latour, John Law, Annemarie Mol, Andrew Pickering, Susan Leigh Star und Hans-Jörg Rheinberger anschließend Medien, Apparate und Materialitäten unterscheiden? Der Workshop soll nicht letzte Antworten auf diese Fragen geben, sondern Diskussionen anstoßen und das Blickfeld erweitern. Die Produktivität der STS findet dabei nicht zuletzt im Format des Workshops Berücksichtigung. Neben Lektüren und Diskussionen von Texten aus dem Kontext der STS werden eigene Arbeiten vorgestellt, die versuchen, diese Ansätze für die Medienwissenschaften produktiv zu machen.
Es gibt einen Reader mit den Texten, die im Workshop besprochen werden, sowie ergänzender Literatur – Zugang bei Anmeldung.
8./9. April 2011
Universität
Paderborn, Gebäudeteil E, 2. Stock, Raum 339
Mit Automatismen zwangsläufig verbunden – der griechische Wortstamm
,auto-’ spricht es aus – ist die Frage nach dem Selbst und nach den
Bedingungen, die es hervorbringen. Gefasst als Abläufe, die sich einer
bewussten Kontrolle weitgehend entziehen, wirken Automatismen gleichwohl
strukturbildend. Automatismen setzen ein ‚Selbst’ einerseits voraus:
andererseits ist zu fragen, wie ein ‚Selbst’ entsteht, wie es sich
stabilisiert und reproduziert, und welchen Anteil hieran wiederum
Automatismen haben.
Das Paderborner Graduiertenkolleg „Automatismen – Strukturentstehung
außerhalb geplanter Prozesse in Informationstechnik, Medien und Kultur“
nimmt mit seiner Tagung die Reibungsfl ächen des Automatismen-Konzepts
in den Blick. Ziel der Tagung ist es zu untersuchen, wie sich
Mechanismen der Selbstkonstitution im Wechselspiel zwischen Subjekt,
Gesellschaft und Medientechnologien vollziehen.
Weitere Informationen | Plakat (PDF) | Flyer (PDF) | Reader (PDF)
Praktiken, Wertungen und Automatismen in der Forschung zu Gegenwartsliteratur
Workshop am 20./21.Juli 2010 in Paderborn
Doktorand/inn/en-Workshop des GK Automatismen der Uni PB in Kooperation mit dem Göttinger Promotionskolleg "Wertung und Kanon" und der Münsteraner Graduate School "Practices of Literature".
In den vergangenen ein, zwei Jahrzehnten ist die Hemmschwelle, sich innerhalb der Literaturwissenschaften mit neuesten literarischen Texten auseinanderzusetzen, auffällig gesunken. Das zeigt sich zum einen an dem festen Platz im Curriculum, den die Gegenwartsliteratur an vielen literaturwissenschaftlichen Instituten mittlerweile innehat, zum anderen an den anwachsenden Mengen von Forschungsarbeiten zu neuester Literatur und der Gründung entsprechender wissenschaftlicher Organe. Bislang zu kurz gekommen ist aber eine grundlegende und systematische Diskussion über den methodischen Umgang mit neuesten Texten. Meistens wird diesen Texten auf dieselbe Weise begegnet wie längst kanonisierten. Aber anders als bei Texten, von denen uns eine größere zeitliche Distanz trennt, ist der Status neuester Literatur noch völlig ungeklärt: Noch ist unentschieden, welche Texte auch in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren gelesen werden, welche Wertungen sie durchlaufen werden usw. Das gegenwartsliterarische Feld befindet sich ja stets in der Formierungsphase.
Der Workshop will Doktorand/inn/en und Postdocs ansprechen, die zur Gegenwartsliteratur arbeiten und interessiert sind, gemeinsam methodische Zugänge zu Gegenwartsliteratur zu diskutieren. Wir wollen uns in einer Art Selbstbefragung mit unseren eigenen wissenschaftlichen Praktiken in der Forschung (und Lehre) befassen. Zu klären wird dabei sein, welcher Methoden und Begriffe wir uns bedienen, wie diese sich etabliert haben und welche Ergebnisse sie zeitigen. Welche Wertungen führen unsere Praktiken — vielleicht unreflektiert — mit? Wie verläuft beispielsweise die Auswahl der Texte, zu denen geforscht wird und die in die Seminarpläne aufgenommen werden? Mit welchen theoretischen Ansätzen wird vornehmlich gearbeitet und wie geht die Auswahl dieser Ansätze vonstatten? Inwieweit laufen all diese Prozesse automatisiert ab, ohne bewusste Steuerung der wissenschaftlich Arbeitenden?
Außerdem wollen wir darüber nachdenken, ob die wissenschaftliche Arbeit mit Gegenwartsliteratur nach Methoden verlangt, die neben dem konkreten Text auch dessen Produktions-, Distributions- und Rezeptionsbedingungen zu erfassen versuchen. Drängt nicht gerade der Umgang mit noch nicht kanonisierten Texten dazu, literarisches Handeln als soziales Handeln in institutionalisierten Rollen zu verstehen und entsprechend das gesamte literarische Feld, den Literaturbetrieb, in den Blick zu nehmen? Wie aber kann die literaturwissenschaftliche Praxis der Dynamik, die dieses Feld beherrscht, methodisch gerecht werden?
Im Workshop soll die Reflexion der eigenen wissenschaftlichen Praktiken begleitet werden von einem gemeinsamen Nachdenken über mögliche neue Methoden bzw. Neukombinationen vorhandener Methoden, die wiederum die Praktiken innerhalb des literarischen Feldes, des Literaturbetriebs, zu reflektieren vermögen. Die Teilnehmer/innen werden gebeten, in kurzen Vorträgen aus ihrer eigenen wissenschaftlichen Praxis zu berichten und dabei zu zeigen, welcher vorhandener methodischer Ansätze er/sie sich bedient und inwiefern er/sie diese in der eigenen Arbeit reflektiert. Die Vorträge sollen vor allem dazu dienen, ein intensives »Werkstattgespräch« über eigene Erfahrungen in der wissenschaftlichen Praxis mit Gegenwartsliteratur und methodische Tücken zu eröffnen.
27.-29.05.2010, Universität Paderborn
Die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) hat den Anspruch, ‚das Soziale neu zu versammeln‘ und in der kultur- und sozialwissenschaftlichen Forschung etablierte Grenzziehungen zu überwinden. Sie fordert einen neuartigen, strikt empirischen Blick auf die Verflechtungen zwischen Natur, Kultur, Gesellschaft und Technik. Zu diesem Zweck proklamiert sie ein generalisiertes Symmetrieprinzip, das jegliche a priori-Unterschiede zwischen Entitäten einebnet.
Mit diesen Positionen hat die ANT in den letzten Jahren für kontroverse Diskussionen gesorgt, die weit über die Wissenschafts- und Technikforschung hinaus gehen. Der Workshop schließt an diese Debatte an und bietet Raum, um über die ANT, ihren Blick auf Prozesse der Strukturentstehung sowie Anschlussmöglichkeiten zu etablierten Theorieangeboten zu diskutieren. Dabei stehen folgende Themen- und Fragenkomplexe im Vordergrund:
1. Worin liegt der spezifische analytische Zugewinn des Symmetriekonzeptes auch außerhalb der Technikforschung? Welche Prozesse werden sichtbar, die vorher nicht sichtbar waren? Welche Erkenntnisse fallen durch die Aufhebung der ‚modernen Unterscheidung‘ möglicherweise unter den Tisch?
2. Daran anknüpfend soll das Akteurskonzept der ANT in den Fokus gerückt werden: Wodurch sind die Netzwerke begrenzt, wenn prinzipiell alle Entitäten zu Akteuren werden können? Welche Rolle spielen Materialitäten im Konzept einer verteilten Handlungsmacht? Wenn sich die Analyseperspektive auf Verflechtungen konzentriert, um so die Subjekt-Objekt-Unterscheidung zu umgehen, ist zu fragen wie sensibel die ANT eigentlich für die konkreten Figurationen von Akteuren und deren spezifisches Handlungspotential sein kann.
3. Wechselseitige Anschlussmöglichkeiten zwischen der ANT und anderen Theorieprogrammen werden im dritten Themenkomplex in den Mittelpunkt gestellt. Erwünscht sind Beiträge, die untersuchen ob ‚Blinde Flecken‘ der jeweiligen Konzepte mittels eines Theorie-Mix aufgefangen werden können. Das Ziel wäre eine Schärfung und Erweiterung bisheriger Analysemöglichkeiten. Zu denken ist etwa an die von John Law häufig betonten Affinitäten der ANT zu Michel Foucaults ‚Macht‘-Begriff, sowie an Ansätze der Multi-sited Ethnography oder Niklas Luhmanns Systemtheorie.
Die Idee des Workshops entstammt der Arbeit des DFG-Graduiertenkollegs ‚Automatismen’, das ‚Strukturentstehungen außerhalb geplanter Prozesse in Informationstechnik, Medien und Kultur’ untersucht. Die ANT, die ebenfalls in erster Linie Prozesse der Entstehung in den Blick nimmt und dabei deren Unvorhersehbarkeit und Unplanbarkeit betont, weckte vor diesem Hintergrund schnell unser Interesse. Dabei regte sie zu zahlreichen Fragen, aber auch Einsprüchen an, die wir nun im Workshop vertiefen und zur Debatte stellen möchten.
Im Verhältnis von Menschen und Technologien gewinnt gegenwärtig das Unkontrollierbare an Terrain: Intelligente Objekte handeln autonom und selbstorganisiert. In Simulationen wird versucht, das Unkontrollierbare kontrollierbar zu machen und in die Technologien zu integrieren. Künstlerische Praxen wiederum binden Unbeherrschbares an die Menschen zurück und schließen diese an die Welt der Modelle an.
Die Tagung diskutiert diese Entwicklungen unter der Überschrift der „Unsichtbaren Hände“. Diese beschreibt das Phänomen, dass Handlungen unbeabsichtigte, nicht kalkulierbare Wirkungen haben. Die Prozesse wirken im Rücken der Beteiligten, unterhalb ihrer Bewusstseinsschwelle. Mit dem Konzept der Automatismen wird parallel dazu die Frage aufgeworfen, inwiefern sich in der verteilten Aktivität Vieler spontane Strukturentstehung beobachten lässt. Automatismen etablieren sich jenseits bewusster Planung und zentraler Steuerung.
Konkret widmet sich die Tagung der Frage, in welchen Situationen der Medien-, Technik- oder Diskursgeschichte Automatismen wirksam wurden. Auf welche historischen ‚Fälle‘ wirft die Perspektive der Automatismen ein neues Licht? Auf welche Weise haben Planung/Bewusstsein und Automatismen jeweils zusammengewirkt?
Ergänzt werden die Vorträge durch das Kurzfilmprogramm „Automatische Körper“, das Automatismen in unterschiedlichen Perspektiven erlebbar macht: automatische Gesten ruinieren eine Ehe, Dinge geraten wie von selbst in Bewegung, Reflex und Lust gehen handgreifliche Verbindungen ein, die Trennung zwischen Mensch und Maschine wird schmerzhaft aufgehoben.
Das Graduiertenkolleg Automatismen beschäftigt sich seit Mai 2008 mit Strukturentstehung außerhalb geplanter Prozesse in Kultur, Medien und Informationstechnologie. Die erste von den Kollegiaten organisierte Tagung legt den Fokus auf die Ver- bindung ökonomischer Tauschmodelle zu kultur-, sozial- und medienwissenschaftlichen Ansätzen von Zirkulation, Austausch oder dem Aushandeln von Bedeutung. Um der Vielschichtigkeit des interdisziplinären Zugangs gerecht zu werden, wollen wir folgende Themenkomplexe diskutieren: Auftreten und Grenzen verteilten Handelns in Kulturproduktion und -distribution im Kontrast zu verteilten Systemen im technischen Sinn; Aspekte formaler Einschreibung und Standardisierung durch Zirkulation; sowie Tauschverhältnisse zwischen Medien und Körpern.
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