

Das Projekt beschäftigt sich anhand von Beispielen mit den theoretischen Voraussetzungen von Medienhistoriografie. Diese wird gegenwärtig in heterogener Form und auf Basis unterschiedlicher Medien-, Geschichts- und Historiografiebegriffe betrieben. Das Projekt fragt im Hinblick auf deren Zusammenhang danach, inwieweit der jeweilige Beobachter dabei mediengeschichtliche Entwicklungen als kontinuierlichen oder diskontinuierlichen Prozess beschreibt und ob er dies reflektiert. Verfolgt wird im Rahmen der Diskussion mehrerer Modelle eine theoretische Vermittlung zwischen den beiden Perspektiven. Die diesbezügliche Annahme ist, dass in Mediengeschichten theorieimmanente Automatismen zu identifizieren sind: einerseits als latente theoretische Prämissen, andererseits als Sinn konstituierende Mechanismen, die historische Übergänge zu fassen erlauben. Einen Ausganspunkt findet sich im Ansatz Hans Blumenbergs. Er findet im Begriff der Umbesetzung Ausdruck und setzt sich bezüglich der Beschreibbarkeit von Epochenschwellen vor allem mit dem Verhältnis von Kontinuität und Diskontinuität auseinander. Die Feststellung ihrer grundsätzlichen Wechselseitigkeit ist dabei ein wesentlicher Ausgangspunkt der Frage des Projekts nach den theoretischen Voraussetzungen der Beschreibbarkeit medienhistorischen Wandels.
Curriculum Vitae
Forschungsschwerpunkte:
Medienästhetik (Valéry, Benjamin), Medienhistoriografie, Theorien der Untoten, Hans Blumenberg (Metaphorologie, Historiografie, medientheoretische Bezüge)
Biographie:
WiSe 2001/02-SoSe 2007
Studium des 2-Fachbachelor-Studiengangs (Medienwissenschaften, Romanistik) an den Universitäten Paderborn und Santiago de Compostela
WiSe 2007/08-SoSe 2011
Studium des Masterstudiengangs „Mediale Kulturen“ (Institut für Medienwissenschaften) Universität Paderborn
seit SoSe 2011
Promotionsstipendiat am DFG-Graduiertenkolleg „Automatismen. Strukturentstehung außerhalb geplanter Prozesse in Informationstechnik, Medien und Kultur“ (Institut für Medienwissenschaften der Universität Paderborn). Arbeitstitel der Dissertation: „Medien und Umbesetzungen: Medienhistoriografie im Ausgang von Hans Blumenberg“
2005-2011
Tätigkeit als studentische Hilfskraft und Tutor (Institut für Medienwissenschaften, Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaften)
2010
Gründungsmitglied der nachwuchswissenschaftlichen Arbeitsgruppe theorie denken
2009
Gründungsmitglied der nachwuchswissenschaftlichen Arbeitsgruppe Digitalität und Gesellschaft
Publikationen:
2011
AG Digitalität und Gesellschaft: „Borniert analog. Zur ideologischen Dichotomie zwischen Digital Natives und Digital Immigrants“.
Vorträge:
2008
„Dogville als politische Kunst zwischen Bertolt Brecht und Jacques Rancière“ (Vortrag anlässlich der Tagung „Orbis Pictus – Theatrum Mundi. Welt. Bild. Theater. Perspektiven des 21. Jahrhunderts“, Universität Amsterdam, 26.-28.10.2008)
2008
„Das Erleben des Bildes ‚im Zeitalter der zerrissenen Einbildungskraft‘. Zur Lesbarkeit der Spur als Montagearbeit“ (mit Antonio Roselli; Vortrag anlässlich des Kolloquiums „Ethik im Diskurs der Künste“; Carl-Friedrich von Siemens-Stiftung, Münchenvom 6.-8.10.2008)
2007
„Bruch, Aufschiebung, Lücke: Signifikante Verschiebungen in der Kunst Thomas Demands“ (Vortrag anlässlich der Paderborner Medientage, Universität Paderborn, 13.-14.4.2007)
Lehraufträge:
WiSe 2011/12
Proseminar (mit Christian Köhler): „Zombologie: Das Seminar der lebenden Toten“ (Medienwissenschaften)
Kontakt
Matthias Koch
Universität Paderborn
Graduiertenkolleg Automatismen
Warburger Str. 100
33098 Paderborn
Telefon: 05251 / 60 - 3772
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