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Experimentalvortrag Chemie

Photo: Universität Paderborn, Adelheid Rutenburges

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Laserprojektionen im HNF

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| Forschungsporträt

Mehrsprachigkeit als Ressource wertschätzen

Prof. Dr. Constanze Niederhaus lehrt das Modul „Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte“

Wie muss Unterricht gestaltet sein, dass er neben dem fachspezifischen Lernen auch sprachförderlich ist? Constanze Niederhaus, Germanistik-Professorin an der Fakultät für Kulturwissenschaften, ist Expertin für Deutsch als Zweitsprache und Mehrsprachigkeit und will angehende Lehrerinnen und Lehrer fit für das Unterrichten in mehrsprachigen Klassen machen.

„Nicht erst seit den aktuellen Flüchtlingsbewegungen ist Deutschland ein Einwanderungsland: Ein Drittel aller Kinder hat inzwischen Zuwanderungsgeschichte. Lehrerinnen und Lehrer müssen sich darauf einstellen und für das Unterrichten in mehrsprachigen Klassen vorbereitet werden. Mein Ziel ist, dass jede Lehrerin und jeder Lehrer Sprachbildung und -förderung als Aufgabe wahrnimmt, egal, welches Unterrichtsfach und an welcher Schulform sie oder er unterrichtet“, erklärt Constanze Niederhaus.

Dieses Ziel will die Wissenschaftlerin unter anderem mit der Klärung zum Teil noch bestehender Irrtümer erreichen: „Es ist etwa noch eine weit verbreitete Ansicht, dass in zugewanderten Familien zuhause Deutsch gesprochen werden muss. Studien sprechen jedoch eindeutig dagegen: Für den kindlichen Spracherwerb ist es von Vorteil, wenn Kinder sowohl in ihrer Muttersprache als auch im Deutschen gefördert werden. Hingegen kann ein sogenannter ‚Sprachwechsel‘ der Eltern für Kinder von Nachteil sein.“ Mehrsprachigkeit müsse also nicht nur als selbstverständlich anerkannt, sondern auch als Ressource betrachtet und wertgeschätzt werden: „Es ist für die Kinder wichtig, dass Lehrer diese Wertschätzung im Unterricht auch rüberbringen. Es hat zum Beispiel schon unglaublich positive Effekte, die Sprachen der Schülerinnen und Schüler in den Unterrichte einzubeziehen.“    

Sprachliche Hürden im Matheunterricht

Lehramtsstudierende müssten also neben dem Fachwissen und fachdidaktischen Know-how vor allem eine wertschätzende Grundhaltung entwickeln – gegenüber anderen Sprachen und Kulturen. Um ihre Studierenden sprachsensibel zu machen, vermittelt Constanze Niederhaus nicht nur, wie das Sprachenlernen funktioniert, sondern auch, welche sprachlichen Hürden ihre Unterrichtsfächer bergen. „Wenn ein Mathelehrer Textaufgaben stellt, sollte er sich fragen, wo es Schwierigkeiten geben könnte und wie er sicherstellen kann, dass die Aufgabe sprachlich auch verstanden wird.“

Das heiße nicht, erklärt die Sprachforscherin, dass alle Texte stark vereinfacht oder gar ganz vermieden werden sollten. Im Gegenteil:  Auch der Fachunterricht solle genutzt werden, Lesen und Schreiben zu üben. Dabei sollten die Anforderungen immer leicht über den Kompetenzen der Schüler liegen, damit sie dazu lernen. „Außerdem soll natürlich der jeweilige Wortschatz in den Fächern, z. B. chemisches Fachvokabular, eingeübt werden.“

Vernetzung mit Bildungsakteuren

Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte (das sogenannte DaZ-Modul) ist inzwischen ein Pflichtmodul für alle Lehramtsstudierenden in NRW. Constanze Niederhaus begrüßt diese Entwicklung und versucht, die wenigen verpflichtenden Lehreinheiten möglichst effektiv und lernwirksam für die Studierenden auszugestalten. Ihr Ziel ist es, das Angebot auszubauen und für Studierende weitere Möglichkeit zu schaffen, Kompetenzen im Bereich Deutsch als Zweitsprache bzw. Sprachbildung und Mehrsprachigkeit  zu erwerben – vielleicht sogar ein eigenes Fach zu entwickeln, um Spezialistinnen und Spezialisten auszubilden.

Der Bedarf an Qualifizierung sei grundsätzlich nicht nur im Studium gegeben, sondern auch in der zweiten und dritten Phase der Lehramtsausbildung, also im Referendariat und für bereits ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer: „Damit diese Lehrerinnen und Lehrer unsere Angebote wahrnehmen können, ist es wichtig, dass wir unsere Aktivitäten in der Sprachbildung sichtbar machen.“ Daher haben Constanze Niederhaus und ihr Team das DaZNetzOWL gegründet, ein Netzwerk aus Akteuren der Bildungsregion Ostwestfalen-Lippe: Dieses Netzwerk soll den Rahmen für einen Austausch von Studierenden, Lehrer/innen und Forscher/innen, z. B. über eine Mailingliste und einen monatlichen Stammtisch, bieten. Nähere Informationen zum DaZNetzOWL

Text: Frauke Döll

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