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Experimentalvortrag Chemie

Photo: Universität Paderborn, Adelheid Rutenburges

Informationstechnik im Gebäude O

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Laborausblick Halle IW

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Laserprojektionen im HNF

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Manometer einer CO2-Löschanlage

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| Forschungsporträt

Die überzeitlichen Wahrheiten des Koran

Jun.-Prof. Dr. Muna Tatari erforscht, welche Impulse die Islamische Theologie in einer säkularen und pluralistischen Gesellschaft geben kann

Muna Tatari ist die erste Juniorprofessorin im neuen Seminar für Islamische Theologie (SIT) an der Fakultät für Kulturwissenschaften. In ihrem Fachgebiet Islamische Systematische Theologie deckt sie über die Epochen der 1400-jährigen Geschichte des Islam hinweg verschüttete Diskurse auf und beschäftigt sich mit der Frage, wie diese in Auseinandersetzung mit aktuellen philosophischen Konzepten und anderen Religionen fruchtbar für das (Zusammen-) Leben in unserer Gesellschaft gemacht werden können.

Ein Kernthema ihrer Forschung ist die Frage nach dem Verhältnis von Offenbarung und Vernunft, das nach Recherche der Wissenschaftlerin schon die Gelehrten des Mittelalters sehr ambivalent diskutiert haben. „Hier finden sich bereits vor der europäischen Aufklärung durchaus emanzipatorische Ansätze über die Wirksamkeit der menschlichen Vernunft, aber auch über deren Grenzen.“ Solche Ansätze will Muna Tatari weiterdenken, denn die Denkvoraussetzungen und auch Erwartungen an theologische Antworten auf die Fragen des Lebens haben sich bis heute stark verändert. „Ich versuche, die Balance zu halten zwischen der Erkenntnis, dass theologische Diskurse nie abgeschlossen sind, und dem gleichzeitigen Anspruch, verbindliche und normative Wahrheiten zu finden.“

Theologische Antworten auf die Fragen des Lebens

In diesem Spannungsfeld beschäftigt sich die muslimische Theologin unter anderem auch mit dem Thema Einheit und Differenz, also mit dem Verhältnis von Gott zur Schöpfung. Dazu gehören Gottesvorstellungen und Prophetentum als Kommunikation zwischen Gott und Mensch. Muna Tatari ist überzeugt, dass die Inhalte ihres Glaubens zwar nicht vollständig aus der Vernunft ableitbar, wohl aber plausibel und sinnvoll begründbar sind. Die Islamische Theologie, sagt sie, müsse sich den Herausforderungen moderner Wissenschaftsstandards ebenso stellen wie den Diskursen einer säkularen und pluralistischen Gesellschaft.

Die konstruktive Auseinandersetzung mit anderen Religionen kann Muna Tatari am Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften (ZeKK) leben: Dort stehen die drei an der Uni Paderborn vertretenen Theologien im Dialog und sind außerdem mit anderen kulturwissenschaftlichen Einrichtungen vernetzt. In diesem Zusammenhang untersucht die Theologin auch koranische Zugänge zu Jesus Christus in der Perspektive komparativer Theologie. Am SIT, das als eigenes Institut seit Oktober 2015 besteht, bereitet sie derzeit mit ihren wissenschaftlichen Mitarbeitern/innen die Studiengänge für das Lehramt vor. Im Moment wird Islamische Theologie bereits innerhalb des Masters „Theologie und Gesellschaft“ und des 2-fach-Bachelors „Komparative Theologie der Religionen“ gelehrt.

Text: Frauke Döll

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