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Der Übergang zwischen den Gebäuden H und Q. Show image information
Einblick in die Labore des Gebäudes K. Show image information
Chemiestudierende arbeiten im Labor. Show image information
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Lernen mit Ausblick im Gebäude Q. Show image information

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Der Übergang zwischen den Gebäuden H und Q.

Photo: Universität Paderborn, Adelheid Rutenburges

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Einblick in die Labore des Gebäudes K.

Photo: Universität Paderborn, Adelheid Rutenburges

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Chemiestudierende arbeiten im Labor.

Photo: Universität Paderborn, Adelheid Rutenburges

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Einblick in die Universitätsbibliothek.

Photo: Universität Paderborn, Adelheid Rutenburges

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Lernen mit Ausblick im Gebäude Q.

Photo: Universität Paderborn, Adelheid Rutenburges

| Pressemitteilung

Kooperationsvertrag zwischen Deutschem Jugendherbergswerk (DJH) und Universität Paderborn unterzeichnet: Zivilgesellschaftliches Engagement im 20. Jahrhundert am Beispiel des DJH

Im Rahmen des neuen Forschungsschwerpunkts „Zivilgesellschaftliches Engagement im 20. Jahrhundert im internationalen Vergleich“ werden die Arbeitsbereiche Zeitgeschichte und Neueste Geschichte des Historischen Instituts der Universität Paderborn am Beispiel des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) eine nationale Fallstudie zu Entwicklungen, Formen und Wandel von bürgerschaftlichem Einsatz im Bereich der Jugendarbeit und dessen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit erstellen. Dies soll in Kooperation mit dem Hauptverband des Deutschen Jugendherbergswerkes geschehen. Dazu wurde am 8. Februar ein Vertrag unterzeichnet.

Projektleiter Prof. Dr. Peter Fäßler: „Ich freue mich sehr, dass es jetzt zu dieser wissenschaftlichen Kooperation zwischen dem Deutschen Jugendherbergswerk und der Universität Paderborn kommt. An der Jugendherbergsbewegung können wir wundervoll nachvollziehen, wie sich die Zivilgesellschaft in den vergangenen 100 Jahren in Deutschland verändert hat. Wir sehen hier als Wissenschaftler eine „Sonde“, also ein Messinstrument, für den gesamtgesellschaftlichen Wandel.“

Der erste Teilbereich des Forschungsprojekts betrachtet den historischen Weg des DJH über dessen Gründung und Entwicklung der Organisation hin zu dem heutigen global vernetzten zivilgesellschaftlichen Akteur mit Sitz in Detmold. Weitere Forschungsaspekte, die eng mit der Organisationsentwicklung des DJH-Hauptverbandes verknüpft sind, seien stichwortartig angeführt: Mobilität nach 1945, Beitrag zur Friedensbewegung und Völkerverständigung, Werteorientierung, Jugendherbergen als Bildungsorte, Fragen der Nachhaltigkeit sowie das Ehrenamt.

Bernd Dohn, Hauptgeschäftsführer DJH: „Wir können schon seit 2009 auf eine erfolgreiche und solide Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Klenke von der Universität Paderborn blicken und hoffen jetzt, darauf weiter gut aufbauen zu können. Damals stand die Geschichtsaufbereitung im Mittelpunkt der Untersuchungen. Wir sehen uns natürlich einerseits als Anbieter moderner Jugendherbergen mit pädagogischen Angeboten, andererseits verstehen wir uns als Teil der Bürger- und Zivilgesellschaft, die stark durch das Ehrenamt getragen wird.“

Der zweite Teilbereich will einen regionalen Bezug herstellen und die Hauptgeschäftsstelle des DJH in historischer Perspektive in ihrer lokalen und regionalen Umgebung verorten. Hier bietet sich ein „Oral History-Ansatz“ an. Neben Interviews mit früheren Mitarbeitenden sollen auch Bürgerinnen und Bürger Detmolds und Ostwestfalen-Lippes gezielt angesprochen werden, um auf diese Weise Erinnerungen an das DJH sowie an Erlebnisse in den örtlichen Jugendherbergen zu dokumentieren und anschließend auszuwerten. Diese lebensgeschichtlichen Erzählungen können kritisch reflektiert die historischen Wandlungen in der Wahrnehmung des DJH in der Region aufdecken. Bürgerinnen und Bürger, die als Zeitzeugen ihre Erfahrungen und Geschichten teilen möchten, können sich an den Referenten der Geschäftsleitung des DJH, Gunnar Grüttner, wenden (Tel.: 05231 7401-114, gunnar.gruettner(at)jugendherberge(dot)de).

Prof. Dr. Dietmar Klenke, Neueste Geschichte der Universität Paderborn, erläuterte seine Motivation hinter dem Forschungsprojekt: „Aus dem Blick des Politikhistorikers stelle ich mir die Frage: Welche Bedeutung hat denn eigentlich ehrenamtliches und ziviles Engagement? Ich sehe in der freiwilligen Selbstorganisation, z. B. auch in Vereinen wie dem DJH, die Grundlage einer modernen, freiheitlich demokratischen Gesellschaft und Wertegemeinschaft.“ Damit habe man eine Art „Prophylaxe“ gegen die Diktatur.

Ein dritter Teilbereich will die aus der Betrachtung der Geschichte des DJH entwickelte Werteorientierung sowohl international vergleichend einordnen als auch mit aktuellen Fragen der Jugendpolitik verknüpfen. Zu erforschen ist hier, wo sich heute die Idee sowie die Werte der Gründungsväter des DJH wiederfinden.

Die Forschungskooperation beginnt am 1. März 2018 und endet am 31. Dezember 2019. Der Etat für das Projekt beträgt knapp 100.000 Euro. Die Ergebnisse werden der Öffentlichkeit unter anderem in einer Ausstellung präsentiert, die Mitte September 2019 bis Mitte Januar 2020 in einem Museum der Region stattfinden wird.

Auf Seiten der Universität besteht die Arbeitsgruppe aus einem verantwortlichen wissenschaftlichen Mitarbeiter sowie aus einer wissenschaftlichen und einer studentischen Hilfskraft. Auf Seiten des DJH wirkt ein verantwortlicher Mitarbeiter der Hauptgeschäftsstelle in Detmold an dem Forschungsprojekt mit.

Der Arbeitsgruppe stehen die Leiter der Arbeitsbereiche Zeitgeschichte und Neueste Geschichte des Historischen Instituts der Universität Paderborn, Prof. Dr. Peter Fäßler und Prof. Dr. Dietmar Klenke, beratend zur Seite. Weitere namhafte regionale Kooperationspartner planen, in Kürze der Forschungskooperation beizutreten.

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